Verkündet am 5.Februar 1953
Fieser, Justizangestellter, als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle 0 -
Im Kamen des Volkes
In dem Rechtsstreit
i
gegen
#
das Land Hiedersachsen, vertreten durch den niedersächsischen Minister des Innern,
Beklagte, Berufungsklägerin, Berufungsbeklagte und Revisionsbeklagte,
Prozessbevollmächtigter: Rechtsanwalt Br
hat der III, Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 5. Februar 1953 unter Mitwirkung der Bundesrichter Br, Pagendörm, Rietschel, Br, Y/eber, Br, lCreft und Br, Wolany .
für Recht erkannt:
Bie Revision der Klägerin gegen das Urteil des 3. Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Celle
vom 17. Februar 1951 wird zurückgewiesen.
Bie Kosten des Revisionsrechtszuges trägt die
Klägerin.
Von Rechts wegen
Tatbestand?
Die Klägerin betreibt eine Spirituosengrosshandlung in Ihr Platzvertreter Schflp in HflHBP hatte
gemeinsam.mit;einem weiteren Vertreter*am Samstag, dem 22. Januar 1949, in den Nachmittags stunden mit dem Gastwirt
und einigen anderen Kunden der Klägerin in in der V/irtschaft über Y/arenlie.£erungen abgerechnet
und dabei einen Betrag von insgesamt ungefähr 34*300 DM vereinnahmt, .Das Geld verwahrte er in. einer Aktentasche.« Diese verblieb während der folgenden Stunden an verschiede-nen Orten innerhalb des‘Schankraumes: ..zuletzt befand die Tasche sich auf dem Radiotisch hinter der- Theke., Von dort liess Sch^l^sich in den Nachtstunden des 22,/23, Januar idle Tasche von der Ehefrau reichen und nahm sie,
während er an der Theke stehenblieb, an sich. Ein gewisser He®BB>riss die Tasche in überraschendem Zugriff for-t und entkam bei dem entstehenden Gedränge durch-die Tür* An dieser Tat war eine Pr&u PM beteiligt, eine wegen Diebstahls
bereits zweimal vorbestrafte Person. Sie hatte sich in den
- ' • %.*..• .... ....
Tagen vor der Tat und auch während des ganzen nachmittags
des 22, Januar in der Gastwirtschaft Y/flBP aufgehalten«
* •
• • • •• * * *
Dabei hatte sie die'Abrechnung des hohen Geldbetrages be-
merkt und war mit He^B^ dem sie am Abend in ihrer Wohnung Mitteilung davon gemacht .hatte, übereingekommen, die
Tasche zu entwenden. Ke(H) hatte sich daraufhin, getrennt von der B49 und ihrer Schwester in das Lokal begeben: er wurde von der durch Zeichen auf die richtige Ak-
tentasche hingewiesen,
.
Dach der Tat hatte sich Heim in <3ie Wohnung des Schlos sers be geben, wo ihn die am Sonntag, den 23.
Januar, aufsuchte. Dort wurde das Geld gezählt und gebündelt
*
3
und die Aktentasche verbrannt» und die bei ihm an
wesende Frau erhielten von dem gestohlenen Gelde
Rest der Beute verliesse: .n den Mit-
tagsstunden des Sonntag, des 23* Januar, die Wohnung des
uemam,
nach telefonischer Benachrichtigung des Kriminalpolizei-
. •
gegen 2 Uhr morgens ein. Die erschienenen Kriminalpolizei-
über bestehenden Tatverdachtes zur Klärung des Tatherganges
von d'er Kriminalpolizei vernommen®- Das Vernehmungsprotokoll enthält folgende durch Unterstreichen hervorgehobene Stelle ihrer Aussage s
wohnhaft, mit einem blonden jungen Manne bei mir im Lokal« Wenn ich mich nicht irre,, ist es der unbekannte lvlann, der die Tasche entwendet hat» Bei einer GegenüberStellung wurde ich ihn wiedererken-nen.w
Der für die weitere Bearbeitung dieses Falles zustän-
• •
• •
dige Kriminalpolizeimeister Brfl|p erfuhr von dem Dieb-stahl am Sonntag nachmittag durch den Fuhrunternehmer Uoflt>
gleichen Nachmittage in die Wohnung des Kaufmanns Wi
Die polizeilichen Ermittlungen nach dem Täter setzten
dauerdienstes in EMPIPP noch in der Nacht zu dem Sonntag
beamten sperrten das Lokal, in dem sich unter den anderen
• • M
Gästen auch noch die BHPund ihre Schwester befanden, ab.
% •
♦
Der Gastwirt Y/flpp wurde wegen eines zunächst ihm gegen-
fästgenommen. An demselben Tage wurde auch seine Ehefrau
"Am Freitag, dem 210 Januar 19499 gegen 21 Uhr war Frau Anna SPP, hier, Hup-jPHIH-3tras.se Hr, PP
HP, der ihn kannte und ihn in seiner Wohnung deswegen aufgesucht hatte» HoHP hatte dabei darauf hingewiesen dass als Tatzeugen die BPPl deren Liebhaber und deren Schwester in Betracht kämen® BrHHP begab sich noch am
1
antraf und-. zur Unterrichtung über den Tathergang hörte
Bei
dieser Unterredung wurde auch der Name der B
erwähnt
Den inzwischen in der Dienststelle entstandenen Aktenvor
gang
mit den Vernehmungen der Eheleute'
holte sich
nach der Darstellung der Klägerin am Sonntag nach
mittag, nach'd
Darstellung des beklagten Land
am
morgen dort ab und begab sich am Montag'morgen in d
onta 7/o h
nung der B
Diese war ihm von früher her bekannt
Von
ihr war im Jahre 1946 gegen PrBHB eine Anzeige wegen Ver letzung dienstlicher Obliegenheiten bei seiner Dienststelle
erstattet worden* Späterhin hatte sie ihn auf dem Polizei revier wiederholt besuchte Er wusste, dass sie seine An-
näher
O
suchte. Auch hat
er
ts 3
genommen. Er sprach die
4 Besuche in in persönlichem
ihrer Wohnung voi
Umgang mit "Dü" an. An diesem Morgen bestellte er sie für
*
später zu dem Polizeirevier und vernahm sie noch am Montag, den
24
Januar, dort. Bei dieser Vernehmung erklärte die B
unter anderem, dass ihr der Diebstahl erst später bekannt geworden sei und ihr Begleiter, mit cem sie am Freitag, den
21
Januar 1949 $ im Lokal
zusammengesessen habe
9
am
Tattage in dieser Gaststätte nicht anwesend gewesen sei.
Am Mittwoch, den 26, Januar, bekundete die Zeugin
vor der Polizei, sie habe' in der Toilette der Gastwirt
Schaft
• • gehört, wie zwischen dem Täter und Frau B
die Worte gefallen seien "mach, dass Du rein kommst, icii wer
de die Tasche schon kriegen"» Daraufhin führte
am
m
Mittwoch abend, den 26. Januar, gegen 18 Uhr eine
olglo
durch. Frau B
war
Durchsuchung der Wohnung der Frau B zu dieser Zeit nicht mehr auffindbar. Sie war nach Hamburg
gefahren und hatte
h dort mit
getrof
Auf
Grund der von
nunmehr aufgegebenen Fahndungsersuchen
konnten die
ebenso wie der
späterhin verha
X ü
et
*
4
_ $cv#
• • . «
I** f
* M •
werden* Durch Urteil des Landgerichts Hannover vom 3
• «
August 1949 wurden beide in dieser Sache wegen gemein
schaftlichen Piebstahls zu je 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis
• •
rechtskräftig verurteilt* Pie mitangeklagte Schwester der BÄBMurde freigesprochen« Pas entwendete Geld konnte
nicht wieder herbeigeschafft werden* Ein
wegen Begünstigung durchgeführtes Strafverfahren vor dem
* • *
Landgericht Hannover endete mit seinem .Freispruch wegen
* •
Mangels an Beweisen*
Pie Kläge
hat behauptet, der ICrirainalpoli
• •
habe schon lange vor dieser Tat zu Frau B
i
• •
ein intimes Verhältnis unterhalten. Er sei deshalb entge-
• •
gen seiner Pflicht als Kriminalbeamter bei der Aufklärung
«
der Straftat gegen sie nicht so vorgegängen, wie es nor-malerweise habe geschehen müssen* Auf Grund dieser beson-
deren Umstände habe er in der Sache entweder wegen Befangenheit gar nicht tätig werden dürfen oder aber zu dem mindesten
andere Beamte hinzuziehen müssen* Tro
des
h ihm bereits
aus dem Inhalt der Ermittlungsakten geradezu aufdrängenden
Hinweises auf die Täterschaf
terlassen, bei der B
, habe er es pflichtwidrig un-alsbaldige Wohnungsdurchsuchung
__ eine
zunehmen, die allein schon wegen der Höhe des. entwendete
Betrages notwendig gewesen sei, Pie B
*
habe nach ihrer
ganzen Persönlichkeit, wie ihm habe bekannt sein müssen
9
in
besonderem Masse verdächtig gewirkt* Sie habe ständig intimen Umgang mit zahlreichen Männern, auf Grund dessen sie
*
schon einmal aus einer Wohnung herausgeklagt worden sei
*
und auch ihre jetzige Wohnung zu räumen sich habe verpflich-ten müssen. In drei verschiedenen Lokalen habe sie bereits Lokalverbot, weil es dort ihretwegen zu Zwischenfällen gekommen sei* In einem Falle rühre das Lokalverbot daher, dass
* •
*•
o
1
sie einem Gast einen Ring entwendet habe« Andererseits
habe sie
der Zeit vor dem 22„ Januar'1949 eines Abends
einen fremden Hann auf dem Bahnhof in
kennenge
S
lernt und mit zu sich in die Vfohnung genommen; d
habe
ihr eine goldene Uhr gestohlen
Aus der von ihr deswegen
» •
erstatteten Anzeige habe der
entnehmen können
9
wie es die E
9
getrieben habe und dass ihr eigener kri
mineller Lebensstil besondere Aufmerksamkeit erfordert
• •
habe
habe
Umsö unverständlicher sei
9
dass er es unterlassen
9
sofort eine Wohnungsdurchsuchung bei ihr vorzunehmen,
• • •
durchführen
hrend er andererseits eine Vernehmung der B
zu müssen geglaubt habe. Der Grund hierfür
in dem engen
w
Verhältnis zwischen den beiden.
habe die B
vor
her in ihrer'Yfohnung ständig besucht und sich von ihr auch
4 •
freihalten lassen, wo sie auch
einmal in dem Lokal
söhst des öfteren zusammen verkehrt hätten. Gegenüber der
Ehefrau
in Eezug auf
hab
o
die
am Sonntag, den 23, Januar 1949 klärt, dass sie mit diesem oder für
diesen schon ganz andere Linger gedreht habe, Koch
am liontag
morgen habe sich
anlässlich seines Aufenthaltes bei
der B
mit ihr in Geschlechtsverkehr eingelassen, bevor
w
er sie für später zur Wache bestellt habe. Er habe die
•V <
r
nicht nur geschont, sondern
sie sogar noch in Schutz
genommen, indem er dem Vertreter Sch
anlässlich der Un
terredung am Sonntag nachmittag in der Y/ohnung des Kaufmanns
geraten habe, sic
h wegen des von ihm am Tatabend
auf die B
gemünzten Ausdrucke
Pissnelke
bei
hr zu
entschuldigen. Davon habe er im übrigen nur dadurch Kenntnis
haben können, dass er mit der ®
auch schon in der Zwi
schenzeit in Verbindung gestanden habe
Durch das Verhalten des
sei der Verlust des entrissenen Geldes verursacht worden. Tatsächlich habe sich
das Geld bis auf einen kleinen Teil noch am Montag
den
24
Januar, in der Y/ohnung der B
zwischen Herdplatte
und Hauchfang im Ofen sowie in einer Kindertrompete ver-
nach seinem
borgen befunden«, Dieses Versteck habe
Weggang mit der B
aus der V/ohnun
des
in
Gegenwart der B
erwählt.
gen in greifbarer Nähe gestand
habe' am Montag mor-Durch seine vor Verlas
sen d
Wohnung an d
B
gerichtete" Aufforderung
zur
Wache zu kommen, habe er sie gewarnt und ihr dadurch d
w
Möglichkeit* verschafft, das Geld anderweit in Sicherheit
zu bringen. So habe die B
dann
0
h anschliessend das
Geld in eine Kassette verpackt und aus der Wohnung fort-geschafft. Im Ruinengelände, nahe der Wohnung einer Brau
habe sie es vergraben. Die genaue Lage des Geldes
habe sie in einer selbst verfertigten Skizze vermerkt und
m
diese dem
in Hamburg ausgehändigt, wohin sie ihm am Dienstag, den 25. Januar 1949> nachgefolgt
sei daraufhin nach
zuräckgefahren; er habe am
Breitag, den 28. Januar 1949s das Geld ausgegraben
Die-Höhe des hocn am Montag in der Wohnung der B
vorhanden gewesenen Geldbetrages habe 31*500 DI.1 betragen,
hdem von der erbeuteten Ge
und Ro
am Vortage ca
500
I :l>.
w
erhalten und He'
für
er
ich
3000 DM entnommen' habe. Weitere 5000 HEI. die die Schwe
ster der B
erhalten habe, seien am Montag jedoch eben
falls noch in der von ihr zusammen mit der B Y/ohnung vorhanden gewesen..
bewohnten
Nach Kenntnis von der Ermittlungstätigkeit des Br
am
sei der Zeuge
zusammen mit dem Zeugen ontag nach der Tat auf der Kriminalpolizeidienststelle
b
d
Vorgesetzten Beamten des
vorstellig ge
1
8
wordene Dabei sei von beiden auf die Verdachtsmomente
• • •
gegenüber der hingewiesen und darauf aufmerksam
o
macht worden
f
das
wegen seiner Verbindung
zu ihr als befangen angesehen werden müsse
• %
Die Klägerin hat beantragt« das beklagte Land zu
verurteilen., an die zu zahlen
rin 31o500 DM nebst 8 4 Zinsen
•• I
#• • *
/ . •
* • •
Das beklagte Land hat beantragt, .die Klage abzuwei
sen
Es hat' bestritten, dass
seine Pflicht.als
.Kriminalbeamter bei den Ermittlungen, verletzt habe
Br
habe auch keine intimen Beziehungen zur
unter
halte
Für
habe ein
i
JJ.
mittlungsauftr&g am 23
Januar 1949* noch nicht Vorgelegen. Die Übernahme der Ermittlungen durch ihn sei erst am 24. Januar 1949 erfolgt
Zu diesem Zeitpunkt sei kein Tatverdacht gegen die gegeben gewesen. Ihre Verhaftung und eine sofortige ?/oh
£
nungsdurchsuchung hätten sich durch nichts rechtfertigen lassen. Eur bei rüokschauender Betrachtungsweise könne die
«•
Klägerin auf die l^otw-endigkeit derartiger Massnahmen kom-
• *
men. Eine objektive Betrachtungsweise lasse ihre nachträg liehen Hinweise als haltlose Vermutungen erscheinen. Bis
zur Vernehmung
der Ehefrau Yfi
eien Hinv
auf eine
Verbindung der B
mit dem Täter nicht vorhanden gewesen
V
den
ährend der Tatzeit im Lokal anwesenden Per
hst nur der Gastwirt
verdächtig
chie
und deshalb von den herbeigerufenen Beamten festgenommen worden. Er habe bei seiner Vernehmung keinen Hinweis auf
d
B
gegeben
Die
bezügliche Aussage seiner
he
frau habe man indessen auch nach der Richtung eines Entlastungsversuches für den Pestgenommenen werten müssen, ‘ zu demal dieser durch sein auffälliges Bemühen um die Tasche
und den Umstand, dass er am Tatabend ganz entgegen seiner sonstigen Gewohnheit dem Täter Ke^^® eiia Bier und einen Schnaps spendiert und mit ihm getrunken habe, sehr tatver-dächtig gewesen sei. Im übrigen sei die sofort einsetzende Ermittlungstätigkeit durch die grosse Zahl der ausnahmslos
unter Alkoholeinwirkung stehenden Gäste sehr erschwert
* •
worden* Es habe mithin am Montag morgen noch kein Grund be-
_ _ •
standen, die B®Pmit der Tat in Verbindung zu bringen«,
Bei ihrer am gleichen Tage durchgeführten ordentlichen
Vernehmung habe sie zudem den Tatverdacht aivf eine Frauens-
• •
person hingelenkt, die am Tatabend versucht habe, einem der
♦
Spirituosehvertreter die Brieftasche zu entwenden*
i •
Ein Verdacht gegenüber der B^® habe sich erst dann
*
• 9
erhoben, als diese nach ihrer Vernehmung seit dem 25* Januar 1949 flüchtig geworden sei, und die Zeugin FP|®|^® durch ihre Aussage vom Mittwoch die BP® erheblich belastet habe. Daraufhin habe Br®®® sich umgehend in die Wohnung der £4® begeben und ihre dort anwesende Schwester verhaftet,
sowie eine Durchsuchung der Y/ohnung vorgenommen. Gegen die
• • • •• *
• »
flüchtige £^® habe er Fahndungsersuchen in das gesamte •Bundesgebiet erlassen. Er habe insoweit durchaus sachge-mäss gehandelt und alle Massnahmen ergriffen, die nach Lage der Dinge geboten gewesen seien* Von einer Y/arnung der B®P anlässlich seines Besuches am Montag morgen könne ebensowenig die Rede sein, wie davon, dass er mit ihr hierbei oder bei früherer Gelegenheit Geschlechtsverkehr gehabt habe. Mit der Aufforderung, zur Vernehmung auf der Y/ache zu erscheinen, habe er die E^® ebenso wie* alle anderen Zeugen auch behandelt.
Darüber hinaus fehle jeglicher Zusammenhang zwischen der Arbeitsweise ErpHH® und dem Verlust des Geldes* Die-
ses habe sich' weder am 23. noch am 24« ÜTanuar 1949 in der Y/ohnung der B^pfcbefunden.
• • ft
• # 1 - .
Im übrigen aber habe die Klägerin für das mitwirkende
Verschulden ihrer Vertreter einzustehen, das darin begründet liege, dass diese sich vom frühen Nachmittag des Tat-
• • • t ••
* •
tages an in dem. Lokal auf ge halten, und dort völlig
. v - * •
bezecht hätten* In ihrer Trunkenheit hätten-sie ständig
• •»•**•*•
laut von der mitgeführten grossen Geldmenge gesprochen und dadurch in äusserst leichtfertiger Weise die grosse Zahl fremder Gäste darauf aufmerksam gemacht. Dieses Ver-
halten habe.sich geradezu als eine Herausforderung zu dem Dieb-
• • ^
stahl erwiesen.
* * m • »
Das Landgericht hat das beklagte Land zur Zahlung von
• j • • • •
25«500 DM nebst 4 Zinsen verurteilt* Gegen dieses Urteil
*
haben beide.Parteien Berufung eingelegt. Unter Zurückweisung der Berufung der Klägerin ist auf die Berufung des beklagten Landes unter Abänderung des landgerichtlichen Urteils die Klage abgewiesen worden.
• *
• •
♦
Mit der Revision begehrt die Klägerin Aufhebung des
angefochtenen Urteils und bittet nach dem.Klageantrag zu
* *.
erkennen;, Das beklagte Land hat Zurückweisung der Revision beantragt.
Das Rubrum ist im Hinblick auf § 65 des Niedersächsischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung
vom 21. März 1951 (GVB1 Nds .1951, 79) zu ändern, da die PolizeiaueschUsse aufgehoben worden sind. An ihre Stelle
11
*
»
sind nach § 65 Abs 2 des Gesetzes die in § 62 bezeicbneten Träger der Polizeikosten getreten« Hach § 62 werden die
Kosten der Polizei mit einer hier nicht in Betracht kommen-
• *
• •
den Ausnahme der Kosten der städtischen .Polizei vom Land
• ♦ •
getragen.
♦ •
Die Pflichten der Polizeiausschüsse sind nach § 65 Abs 2 des Gesetzes auf die neuen Rechtsträger, hier also auf das beklagte Land, übergegangen«
II
1
o Die Revision rügt, das Berufungsgericht habe die Grund sätze des Staatshaftungsrechts nicht genau genug wiedergegeben. Zum Aufgabenkreis der Polizei gehöre nicht nur die
V
Wiederbeschaffung gestohlenen Gutes, von der das Berufungs
gericht spreche, sondern vor allem auch die Ermittlung des Täters. Diese Pflicht obliege der Polizei auch im Interesse des Geschädigten. Diese Pflicht habe der Kriminalpolizei
meis
ter
gröblich verletzt
Wenn das Berufungsgericht auf S 12 des Urteils ausführt, nach den Grundsätzen des Staatshaftungsrechts habe das beklagte Land der Klägerin gegenüber nur dann für den Verlust des ihr gestohlenen Geldes einzustehen, wenn seine Beamten dessen Y/iederbesehaffung vorsätzlich oder fahrlässig verhindert hätten, so ist dort die Y/ied erbe Schaffung des gestohlenen Geldes erkennbar deshalb in den Vordergrund gestellt worden, weil der eingeklagte Schaden gerade in
der angeblichen Vereitelung der Zurückschaffung des Ge3.des
• »
erblickt wird. Das Urteil lässt aber deutlich erkennen, dass das Berufungsgericht nicht nur in der Y/iederbeschaffung des gestohlenen Gutes eine der Polizei gegenüber dem Geschädigten
?
obliegende Amtspflicht erblickt, sondern auch in der Er
mittlung de
Täters, denn es fährt fort: Der Polizei sei
"bei der Suche nach dem Täter, dessen Ergreifung und_Uh erfüll
rung an das entsendete Geld heranzukommen
prochen habe"
9
eine
huldhafte Pflichtwidrigkeit
lieh nicht vorzuwer
fen. Damit bejaht das Berufungsgericht auch'eine der Poli-
• •
• • zei dem Geschädigten gegenüber obliegende. Amtspflicht "zur
Ermittlung’ des Täters, mit der die Suche nach dem Diebesgut verbunden ist", (OGKZ 4, 263^573/)• Keinesfalls hat da
her das Beru
0
wie die- Revi
ungsgericht den Kreis seiner Betrachtungen
7
9 •
meint, zu eng gezogen, sondern ganz allge
mein untersucht, ob die Polizei ihrer. Verpflichtung, das ge
• • i *
stohlene Gut nach Möglichkeit, und zwar auch durch Ermitt-
• —*
lung des Täters, wieder zu beschaffen, nachgekomraen ist
Das
0
Berufungsgericht hat daher den Umfang d
der Polizei dem
r •
Geschädigten gegenüber obliegenden Amtspflichten keinesfalls zu dem Kachteil des Geschädigten verkannt (vgl RGZ 78, 241/^43/;
147, 144^1477; OGKZ 4, 263^2737).
2. Die Revision.rügt weiter, das Berufungsgericht habe
m • • • • *
% • •
verkannt, dass die Polizei bei der sich ihr darbietenden
* • •
• •
Sachlage bereits am Sonntag, spätestens aber am Montag vor-mittag verpflichtet gewesen sei, die Y/ohnung der Prau
wegen dringenden Tatverdachts nach § 105 StPO zu durch-
• •
* **• #
suchen» Die Polizei habe entgegen der Ansicht des Beru-
* / *
fungsgerichts die Verpflichtung, einem Gesichtspunkt, der sachdienlich erscheine, nachzugehen, auch wenn die Gefahr der Irreführung bestände» Die Revision greift dabei vor allem den Satz auf S 14 des angefochtenen Urteils an:
"Der neue Gesichtspunkt (Täterschaft des blonden Liebhabers der Prau BiB} konnte aber ebenso sachdienlich wie irre-
führend sein." Sie meint, als Leitsatz für die Kriminal-
*
polizei führe diese Betrachtungsweise zur Untätigkeit der
♦
«
Polizei
9
a
h
zur
Unterlassung zielbewu
ster Untersuchungen,
V/enn ein Gesichtspunkt sachdienlich erscheine, so sei ihm nac' zugehen, auch wenn die Gefahr der Irreführung bestehe..
In dieser Allgemeinheit hat das Berufungsgericht je
doch einen solchen Satz überhaupt
ht aufgesteilt
E
O
leitet aus diesem Sa
elmehr nur her, es sei nicht Au
gäbe des
chaftsdienstes der Polizei gewesen, diesem
Verdacht nachzugehen. Es sieht die Aufgabe des Bereitschaftsdienstes der Polizei vielmehr vor allem darin,"die die Er-
% •
mittlung einleitenden Massnahmen zu treffen, um im übrigen
• •
für den Einsatz inanderen Polizeiaufgaben bereitzustehen". Ob diese grundsätzlich richtige Beurteilung, der Aufgaben
des
eitschaftsdienstes im vorliegenden Palle der Pol
etwa doch Veranlassung hätte bieten müssen, sogleich wei
tere Schritte zur Klärung des Hinweises auf einen bestimmten
Täter zu unterrichten (Vernehmung der Ehefrau B
durch
den Bereitschaftsdienst; sofortige Einschaltung des zu
ständigen Kriminalbeamten BrMHK schon am Sonntag mit Rücksicht auf die Höhe der gestohlenen Beträge), kann dahin-
gestellt bleiben. Das Bichtergreifen solcher Massnahmen durch
den Bereitschaftsdienst der Polizei
nach zutreffender
Ansicht des Berufungsgerichts nicht ursächlich für den Scha-
den gewesen, weil eine sofortige Durchsuchung der Uohnung
der Frau ®
auf Grund der Aussage der Frau
nach den
Ausführungen des Berufungsgerichts nicht möglich gewesen wäre, die, wie noch .darzulegen sein wird, zutreffend sind
b)
Die K
geht weiter davon aus, nach Kenntnis der
Aussage der Frau
sei es dem Kriminalpolizeimeister
klar gewesen, da
I
hinreichend verdäch
tig gewesen sei, den Diebstahl selbst begangen oder zu demindest
da
2*8
n teilgenommen zu haben. Die Unterscheidung zwischen Tat
14
zeugen und Tätern widerspreche "bei dieser Sachlage ;jeder
Lebenserfahrung»
Dem kann nicht gefolgt werden» Das Berufungsgericht sieht nach dem* ganzen Inhalt des Urteils nicht als erwiesen
an
9
verdacht
nabe zu dieser Zeit einen'hinreichenden Tat-Frau BBP gehabt» Es handelt sich insoweit
* • • im wesentlichen um Tatsaöhenwürdigung und -Feststellung
seitens des Berufungsgericht
er
9
also um ein Gebiet
9
das
der Nachprüfung durch das Revisionsgericht grundsätzlich
4
verschlossen ist» Ein Verstoss gegen die Denkgesetze oder
Erfahrungssätze ist bei dieser Tatsachenfeststellung des Berufungsgerichts nicht erkennbar» Dass-die'Aussage der
Frau
’.auf unmittelbare Beziehungen der Frau B
zu dem
Täter hindeutete, hat auch das Berufungsgericht nicht ver kannto Es hat. aber abgewogen» dass gegen die Glaubwürdig-
keit der Frau
der Umstand gesprochen habe
9
wolle
möglicherweise ihren unter Tatverdacht stehenden Ehemann
enbiasten« Das Berufungsgericht hat sich auch eingehend
damit auseinandergesetzt, dass BrBHB Frau
0
gekannt hat. Erst auf Grund dieser Abwägungen ist
näher
zu
nen tatsächlichen Feststellungen dahin gekommen,
habe zu dieser Zeit keinen hinreichenden Tatverdacht gegen Frau BO» gehabt. Ein-Verstoss gegen Er fahr ungs Sätze kann
bei die
Sachlage in dieser Tatsachenfeststellung nicht
gefunden werden
c) Die Revision wendet sich endlich gegen die Auffassung
v
*
des Berufungsgerichts, das nicht sofort erfolgte Tätigwerden
des Bereitschaftsdienstes und des Kriminalpolizeimeisters
gegenüber Frau B^B sei nicht ursächlich für den
eingetretenen Schaden gewesen; sie führt aus, entgegen dei
Annahme des Berufungsgerichts habe
nach Kenntnis
15
J5
* *,
, l
• *
'• fr
nähme von der Aussage der Frau
nicht nur die Ver
pflichtung gehabt, Frau
er
9
m »
habe wegen dringenden Tatverdachts
• • sofort zu vernehmen, sondern
gemäs s
105 StPO
eine sofortige Durchsuchung der Wohnung der Frau B
vorne hm
müssen* Es sei
ht
endlich, wie das Be
rufungsgericht sagen könne, dass "aus .den am Sonntag für
ersichtlichen Tatumständen sich noch nicht mit
ergeben habe",
zu der Tat in eigene Beziehung zu bringen, ihre
ausreichender Grundlage die Notwendigkeit die
• ♦
Wohnung zu durchsuchen oder sie mindestens sofort zur Y/a-che mitzunehmen«, Wenn das Berufungsgericht meine, sofortige
*
♦*
Wohnungsdurchsuchung oder mindestens sofortige Mitnahme der
Frau B
z ur. Wac he hät ten
leicht dem Vorwurf des
Übereifers und des Eingriffs in die Rechtssphäre der Frau
B
ausgesetzt
so
eine derartige Beurteilung eine
mit den Pflichten eines Polizeibeamten unvereinbare Rück
sichtnahme auf eine, übel beleumundete Person erkennen
Das
• •
$
Berufungsgericht habe
ichtlich ausser
h
b
ge las
dass
Frau B
nach dem Tatbestand wegen Diebstahls zweimal vor
bestraft sei* Das Berufungsgericht hätte aber auch alles
i.
berücksichtigen müssen, was es hinsichtlich der Person der
Ü
E
\
ü
Frau B
und ihres Verhältnisses zu
im übrigen
geführt habe* Wäre das Berufungsgericht sich d
Sach-
verhalts bewusst gewesen, dann hätte es
vom Standpunkt allge
••
meiner Lebenserfahrung aus nicht annehmen können, dass ein
ihn leicht dem
scharfes Vorgehen
gegen Frau B
« %i
i\*
Vorwurf des Übereifers und des Eingriffs in die Rechtssphäre
der Frau B
ausgesetzt hätte
3
Auch diese Rüge der Revision ist unbegründet» Die Durchsuchung der Wohnung ist nach § 102 StPO nur bei einer
Person zulässig, die als Täter oder Teilnehmer einer straf
baren Handlung oder als Begünstiger oder Hehler verdächtig
%
ist
9
wenn zu vermuten ist, dass die Durchsuchung zur Auf
♦ i
findung von Beweismitteln fuhren werde »..Bei anderen Personen
sind nach
103 StPO Durchsuchungen nur
O .O Cr 9
zur Beschlag
nähme bestimmter Gegenstände und nur dann zulässig, wenn Tat
Sachen vorliegen, aus denen zu schliessen ist, dass die ge
suchte
o © o o
Sache 'sich in den zu durah suchenden Räumen be
« •
findet* Die Durchsuchung darf nur "bei Gefahr im Verzüge"
durch die Staat
nwaltschaft und ihre hilfsbeamten ange
ordnet werden
105 StPO)* Hach allen.diesen Bestimmungen
•i •
hätte die Polizei nur einschreiten dürfen, wenn Anhaltspunkte
• *
dafür Vorgelegen hätten, dass das Geld sich in der Y/ohnung
der Prau B
befand und dass "Gefahr., im Verzüge” war. Die Be
antwortung der Präge, ob solche tatsächlichen Anhaltspunkte vorhanden waren, stand aber, im pfliohtgemässen Ermessen der
Polizei* Gerade diesen Umstand verkennt die Revision, denn
geht nicht auf das Vorliegen eines Ermessensmissbrauchs
ein
Im Amtshsftungsprocess, kann die behördliche Ermessens
entsc hei dung .nur beschränkt nachgeprüft werden*rHaäh stän
* • • 4*
% * * *
äiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl z.B* BGHZ
A
P
302/311/127) ist
Ermessensmissbrauch nur dann
geben anzusehen, wenn die Behörde überhaupt keine Erwägungen über die Zulässigkeit ihrer Entscheidung angestellt hat, wenn bei der Entscheidung sachfremde Beweggründe ausschlaggebend
gewesen sind oder wenn die Behörde bewusst die rechtlich
zogenen Schranken bei Ausübung ihrer Entscheidungsbefugnis
überschritten hat. Hat die Behörde dagegen das Für und 7/ider
für ihre Entscheidung abgewogen, so muss auch das Gericht
Amtshaftungspro
die' Entscheidung hinnehmen, und zwar
selbst dann, wenn sie ihm unrichtig zu sein scheint* Alle diese Voraussetzungen feiher:Ermessensnachprüfung hat . aber j.
das Berufungsgericht verneint«
Selbst wenn im Hinblick auf das Vorleben und die Vorstra
fen der Frau B
bei ihr ein schärferes Zugreifen zulässig
gewesen wäre, als BrPHBPes angewandt hat, so ist nach den Ausführungen des Berufungsgerichts nicht festgestellt, dass BrflHBI jegliche Erwägungen über die Zulässigkeit ei
nes schärferen Eingreifens unterlassen hätte.
Die Revision vertritt allerdings die Auffassung, Br
sei wegen seiner persönlichen Beziehung zu Brau B mit Notwendigkeit befangen und sei deshalb viel zu rück-
sichtsvoll ihr gegenüber gewesen«, Damit könnten dann aller
/ • •
dings für die Ermessensentscheidung des
sachfremde
Beweggründe ausschlaggebend gewesen sein« Jedoch hat das
♦
mit tatsächlichen Erwägungen verneint, die
Berufungsgericht solche persönlichen Beziehungen des Br
zu Brau B
die Revision' in der Art ihres Zustandekommens zu Unrecht
angreift.
•••
Die Ausführungen des Berufungsgerichts, dass es sich bei der persönlichen Bekanntschaft zwischen und
Brau BpPum eine solche gehandelt habe, wie sie der Beruf eines Kriminalbeamten nicht ganz &usschliesserund dass der unvermeidliche Umgang mit derartigen Personen schwerlich als etwas Ungewöhnliches zu bewerten sei, widersprechen entgegen der Annahme der Revision nicht der Lebenserfahrung« Derartige Verbindungen zwischen Kriminalbeamten und schlecht beleumundeten, den Dirnenkreisen nahestehenden Brauen sind jedem Richter, der mit der Ermittlung in Strafsachen zu tun .
hatte, durchaus bekannt. Dass dabei auch Annäherungsversuche
der als Auskunfspersonen verwandten Frauen gegenüber den
Kriminalbeamten Vorkommen, ist nicht selten, bedeutet aber
noch in keiner ’Veise, dass diese Beamten dadurch gegenüber
diesen Brauen ,,befangen” sein müssten, falls sie einmal gegen
#
diese Brauen als Polizeibeamte vorzugehen hätten. Die Anrede "Du" gehört geradezu zu dem allgemeinen Umgangston in diesen Kre
f
sen, dem sich die Kriminalbeamten, wenn sie Erfolge erzielen wollen, anp&ssen müssen. Daraus kann keineswegs swingend auf ein vertrautes Verhältnis der Kriminalbeamten zu diesen Frauen geschlossen werden. Auch wenn Frau
3-4 mal in. ihrer V/ohnung äufgesuoht hat., kann das geschehen sein* ohne dass es Ausdruck eines* persönlichen .Verhältnisses zwischen beiden zu sein, braucht. Die Beweis-Würdigung des Berufungsgerichts ist daher-.mit den Penkgesetzen und Fir fahr ungs Sätzen vereinbar «'Die vom Berufungsgericht gezogenen Folgerungen sind möglich. Die so gewonnenen Tatsachenfeststellungen binden daher das Revisions-
gericht. >•_*. . • ....
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• •• •
Die Revision will mit den Ausf ühruhgen zu III der Revi-sionsbegr.ündungsschrift offenbar weiter; rügen, dass das Be-
ruf ungs gericht die im ersten Rechtszug ^vernommenen Zeugen
*•.* •
.nicht nochmals vernommen hat und trotzdem zu Feststei-lungen gelangt ist, die den Feststellungen des Landgerichts völlig entgegenstehen. Die erneute Vernehmung von Zeugen steht nach § 398 Abs 1 ZPO im Ermessen des Gerichts. Dass ein ausdrücklicher, Antrag auf erbeute Zeugenvernehmung übergangen worden ist,, wird, von der. Revision - mit Ausnahme des Antrages auf erneute Zeugenvernehmung wegen des Ge-spräches zwischen BrtfHV und dem .Vertreter SchflPvom Sonntag nachmittag (vgl Antrag auf Tatbestandsberichtigung vom 9» März 1951)- selbst nicht behauptet. Dafür, dass das. Berufungsgericht sich etwa über die Möglichkeit der erneuten Vernehmung nicht im klaren gewesen wäre oder sein Ermessen missbraucht hätte, ist nichts dargetan. Das Berufungsgericht hat seine Feststellung, intime Beziehungen zwischen
und Frau seien nicht erwiesen, vor allem
auf die Unglaubwürdigkeit der Frau Bfl^ gestützt, von der
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gerade auch die Klägerin, allerdings zu anderen Punkten (z*R. hinsichtlich der Verwahrung des Feldes) ausgeht* Auch wenn das Landgericht zu anderen Ergebnissen gelangt
ist
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SO
ingt dieser Umstand das Berufungsgericht
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• •
schlechthin zur Y/iederholung der Beweisaufnahme
Das
Landgericht hat allerdings hei der Beurteilung der Aussage
des Kriminalpölizeimeisters
gerade auf des
per
sönlichen
druck abgestellt* Es hat auf S 7 ausgeführt
3
sei hei seiner Aussage unsicher“ gewesen und habe
♦
seine Angaben in bezug auf seine Beziehungen zu Frau E zögernd und zurückhaltend gemacht; auf die
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warum er
sich mit ihr duze, habe er zunächst keine Antwort geben können, um sich dann insoweit festzulegen, dass er sie aus Nichtachtung heraus duze, eine Einstellung, die keines
falls dem von ihm mit ihr gepflogenen Verkehr entspreche*
*
Gerade der letztere Umstand wird aber vom Berufungsgericht
wie oben
• •
geführt, mit Recht völlig anders beurteilt und
brauchte daher trot
de
Zögerns d
Zeu
bei der Beant
wortung der Frage nach dem Grunde des Duzens keinen Anlass zu geben, dessen erneute Vernehmung anzuordnen, da durch die andere Beurteilung des DUzens verständlich erscheint, warum
der Zeuge bei seiner landgerichtlichen Vernehmung nicht sogleich eine passende Antwort gefunden hat* Auch bei der
• • •
Y/ürdigung der Aussage des He^lP hat das Landgericht auf
den persönlichen Eindruck abgestelit und auf 3 9 seines Ur-
♦
teils betont, der Zeuge.habe bei seiner Vernehmung das Bestreben erkennen lassen, die 7/ahrheit zu sagen, er habe einen sicheren und zuverlässigen Eindruck gemacht* Dieser Zeuge bekundet aber über das persönliche Verhältnis zwi-sehen Br^BI^ und Frau selbst überhaupt nichts, so
dass schon aus diesem Grunde das Berufungsgericht nicht ge-halten sein konnte, diesen Zeugen nochmals zu vernehmen, um sich ein vollständiges Bild von dessen Glaubwürdigkeit zu
macheno Bei der Würdigung der entscheidenden Zeugin, nämlich der Frau B
selbst, hat aber das Landgericht auf S 8
überhaupt nicht auf den persönlichen "Eindruck abgestellt*
*
Unter diesen Umständen kann darin, dass das Berufungsgericht eine erneute Vernehmung der Zeugin über das Verhält nis des Br^HHP zu ihr nicht angeordnet hat, ein Ernies-sensmissbrauch nicht erblickt werden«,
Sieht aber das Berufungsgericht persönliche Beziehungen
• • •
• • • zwischen BrUH^ und Frau nicht als erwiesen an, so
entfällt damit auch die Grundlage für die Feststellung,
dass die Ermessensentscheidung des Br^BHP, ob er Frau
♦
sofort zu einer Vernehmung mitnehmen musste oder sogar
bei ihr sojgleich eine Hausdurchsuchung vornehmen konnte, miss
• • •
bräuchlich aus sachfremden Beweggründen oder unter ausdrück-
•
licher Verletzung der richtig erkannten Verpflichtung zu der-
artigen Eingriffen erfolgt sei.
•• •
Demnach hat das Berufungsgericht eine AmtsPflichtverletzung des BrflHHfc auch zu diesem Punkt mit Hecht ver-
neint*
•#
Damit ist aber auch schlechthin die AmtspflichtVerletzung der Polizei verneinte Auf die Behauptung der Klägerin
BrflHB) habe bereits am Sonntag nachmittag von der Aussage
• •
der Frau Kenntnis gehabt, und die Rüge der Revision,
das Berufungsgericht habe entgegen den ausdrücklichen Anträgen der Klägerin in ihrem Schriftsatz vom 22. September 1950 S 3 angebotenen Beweis über diese Tatsache nicht er-hoben, braucht nicht mehr näher eingegangen zu werden. Das Berufungsgericht geht nämlich zutreffend davon aus, dass Br^H^ auch nach Kenntnis dieser Aussage nicht anders, vor-zugehen brauchte, als er tatsächlich vorgegangen ist. Dass
diese Annahme richtig ist, wurde bereits oben erörtert.
Damit kommt es dann aber auch nicht auf die das gleiche
Gebiet behandelnde weitere Revisionsbegfündung und den inso-
*
weit gestellten Antrag auf V/iedereinsetzung vom .12. November 1951 an.
Desgleichen bedarf es keines Eingehens auf die Rüge wegen der Feststellungen zu dem Verbleib des Geldes,
Das gleiche gilt hinsichtlich der Rüge wegen der Aus-führungen 2um angeblichen Mitverschulden der Ortsvertreter
der Klägerin, die sich gerühmt haben sollen, grosse Geld-
.
mengen einkassiert zu haben,und die dadurch geradezu zur Fortnahme des. Geldes angereizt haben sollen. Insoweit braucht auch nicht mehr auf die Hilfsnatur der Schadensersatzan-spräche nach § 8.39 Abs 1 Satz 2 BGB eingegangen zu werden.
Die Revision war daher als unbegründet mit der Kosten folge aus § 97 ZPO zurückzuweisen,
Dr, Pagendarm Rietschel Dr. Y/eber
Dr.Kreft Wolany