BGH · III ZR 72/86 vom 18.12.1986
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Krohn und die Richter Kroner, Boujong, Dr. Engelhardt und Dr. Werp am 18. Der Kläger trägt die Kosten des Revisionsverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO). Die Annahme des Berufungsgerichts, daß er sich auch auf den vorliegenden Rechtsstreit erstrecke, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Die Auslegung eines Schiedsvertrages durch den Tatrichter ist durch das Revisionsgericht nur daraufhin nachzuprüfen, ob das Berufungsgericht Auslegungsregeln, Denkgesetze oder Erfahrungssätze nicht beachtet hat (BQHZ 24, 15, 19). Nicht zu beanstanden ist insbesondere, daß das Berufungsgericht den Anwendungsbereich der Schieds-abrede auch auf Streitigkeiten aus dem sogenannten zweiten Stuttgarter Vertrag erstreckt hat. Ein gesellschaftsfremder Erwerber von Anteilen ist allerdings gegenüber dem Veräußerer nicht an die Schiedsabrede gebunden; dieses steht aber nicht im Widerspruch zu der Annahme, daß Streitigkeiten zwischen Gesellschaftern aus einem Anteilsveräußerungs vertrag als "Streitigkeit unter den Gesellschaftern" anzusehen sind. Oktober 1976 wurden ergänzte Entscheidungsgründe auch des Teilschiedsspruchs den Parteien zugestellt und anschließend bei dem zuständigen Gericht niedergelegt. Dieses Verfahren mag zwar ungewöhnlich sein, ist aber nicht unzulässig im Sinne von § 1041 Abs. 1 Nr. 1 ZPO. Ein wirksamer Schiedsspruch liegt erst vor, wenn der ganze Schiedsspruch, d.h. die Formel und die Gründe, den Parteien des schiedsgerichtlichen Verfahrens zugestellt und alsdann bei dem zuständigen Gericht niedergelegt worden sind (vgl. Eine getrennte Zustellung von Formel und Gründen ist zulässig, wenn sie anschließend zusammen niedergelegt werden; keine Partei des Schiedsgerichtsverfahrens wird dadurch in der Wahrnehmung ihrer Rechte beeinträchtigt, denn eine Aufhebungsklage ist ohnehin erst nach der Niederlegung des Schiedsspruchs zulässig. Da ein verbindlicher Schiedsspruch erst existiert, wenn die Niederlegung nach § 1039 ZPO erfolgt ist, der Teilschiedsspruch aber erst zusammen mit den endgültigen Gründen niedergelegt worden ist, fehlt dem Teilschiedsspruch auch nicht die Begründung.