BGH · III ZR 72/65
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der III o Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat in der Sitzung vom 15» Mai 1968 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Dr. Pagendarm sowie der Bundesrichter Dr* Kreft, Dr, Arndt, Dr» Hußla und Keßler beschlossen; Die Erinnerungsführerin ist die Witwe des Klägers im vorliegenden Rechtsstreit» Sic hat ihr„11 Ehemann zu mindestens l/2 beerbt» Sie wendet sich mit ihrer Erinnerung dagegen, daß in der ihr erteilten Kostenrechnung u»a» eine Bcv/eisgebühr in Ansatz gebracht worden ist» Diese Erinnerung ist unbegründet » Bei diesem Sachverhalt ist die Beweisgebühr mit Recht in Ansatz gebracht worden» Denn die Beweisaufnahme (Einholung einer Stellungnahme dos Präsidenten des Berufungsgerichts zu den zur Begründung der Resetzungsrüge aufgestcllten tatsächlichen Behauptungen des Klägers) ist nicht nur gemäß § 272 b ZPO angeordnet, sondern sie ist auch durchgoführt worden* Damit war die Be-woisgebühr gemäß § 30 GKG entstanden, ohne daß es dazu noch einer Verhandlung über die Beweisaufnahme bedurft hätte (BGH NJW 19649 107; Beschluß des VI» Zivilsenats vom 2» April 1968 - VI ZR 28/66)» Wenn die Erinnerungsführerin geltend macht, die der Rüge zugrunde liegenden Tatsachen seien nicht streitig gewesen und dementsprechend habe sich die Rüge nur auf die rechtliche Wertung eines an sich unstreitigen Sachverhalts bezogen, so steht dem schon folgendes entgegen: Im Rahmen der Besetzungsrüge hatte der Kläger u»a» geltend gemacht, der Vorsitzende des Berufungsgerichts habe gleichzeitig den Vorsitz in zwei Senaten (l a= und 1 b=Senat des Oberlandes-gerichts geführt und habe deshalb nichts wie es zur ordnungsmäßigen Gerichtsbosetzung erforderlich sei* in beiden Senaten 75 c/> der Aufgaben des Vorsitzenden wahrnehmen können..