BGH · III ZR 56/56
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Kläger begehrt von der Beklagten Schadensersatz mit folgender Begründung;/Die erhalten gebliebenen Gebäudeteile seien im Sommer 1944 auf Anordnung der Beklagten durch das Abbruchunternehmen C4BP abgebrochen worden«, jedoch völlig zu Unrecht, weil die Mauern standfest und nicht einsturzgefährdet gewesen seien o'Der plötzliche Abbruch sei die Beklagte eine willkommenem Gelegenheit■ Baufluchtlinie in der BflMBstraße ohne nur erfolgt, wei gesehen habe, di vorheriges Enteignungsverfahren zurückzuverlegen» Er sei ohne jede Benach den Abbruch nich en Gebäudeteile irichtigung geblieben, so daß er sich gegen Lt habe wehren können» Durch den Abbruch sei-vernichtet worden, die bei dem Wiederaufbau des Hauses verwertbar gewesen wären» Der dadurch entstandene Schaden sei jedoch noch nicht abschließend zu beziffern, da er sich erst bei dem Wiederaufbau des Hauses auf Grund eingehender Berechnungen feststellen lasse» Die Beklagte hat Klagabweisung beantragt» Sie hat das /FestStellungsinteresse des Klägers und ihre Passivlegitimation bestritten, da es sich um einen Kriegssachschaden handele, für den die Bundesrepublik aufzukommen habe» Sie hat ferner in Abrede gestellt, einen Auftrag zu dem Abbruch der Haüsruine an Cm/Kb erteilt zu haben» Wenn dies jedoch _ wegen des Verlustes der Akten der Baupolizei durch Kriegs- einwirkun Fall gew£ Gründen Verk gen lasse sich das nicht mehr feststeilen - der sen sein sollte« dann sei der Abbruch nicht aus der Stadtplanung, sondern lediglich mit Rücksicht auf ehrssieherheit veranlaßt worden« Das Landgericht hat dem Feststellungsbegehren stattge* geben mit der Einschränkung, daß die Schadensersatzpflicht nur insoweit gegeben ist, als ein Ersatz auf Grund des Lastenausgleichsgesetzes nicht erfolgt« Revision wendet sich in erster Linie dagegen, daß die Vorderrichter die Fe st st ellüngsklage als zulässig angesehen haben« Sie macht geltend, der Schaden sei angeblich 1944 entstanden« Inzwischen seien mehr als elf Jahre vergangen« 3)er Kläger müsse deshalb jetzt in der Lage sein, seinen angeblichen Schaden genau zu beziffern und Leistung zu fordern« Das Landgericht hat die Zulässigkeit der Feststellungsklage damit begründet, daß der Kläger vor dem Wiederaufbau des Grundstückes angesichts der Schwankung der Baukosten die endgültige Hohe seines Schadens nicht habe errechnen können« Dagegen bestehen keine rechtlichen Bedenken« Ob es dem Kläger später im Laufe des Rechtsstreits möglich gewesen wäre, seinen Schaden endgültig zu berechnen , kann dahinstehen, denn er brauchte auch dann nicht von der Feststellungsklage zur Leistungsklage überzugehen, 2,) Eine Amtspflichtverletzung sieht das Berufungsge-rieht darin, daß die Beklagte die Ruine aus Stadtplanungs* gründen habe abbrechen lassen. a) Las Berufungsgericht stellt zunächst fest, daß die ?uine im Sommer 1944 auf Anweisung der Beklagten durch die ?irma abgebrochen worden ist. aa) Hinsichtlich des Zeitpunktes des Abbruches stutzt sich das Berufungsgericht auf die von ihm als glaubhaft an- des Klägers in Yerbindung mit der Aussage Insoweit hat die Revision Angriffe nicht erhoben. Sie wenddt sich aber dagegen, daß das Berufungsgericht auch der Aussage des Architekten Bedeutung bei- Las Berufungsgericht habe, so macht die Revision geltend, sich nicht mit pen gegen die Glaubwürdigkeit dieses Zeugen sprechenden Um^ Da das Wirtschaftsministerium nach den Angaben der Beklagten 1947 errichtet worden ist und die Währungsreform 1948 stattfand, kann die Aussage OBMP sehr wohl richtig sein. hatte das Berufungsgericht somit keinen Anlaß, bb) Daß die Ruine von der Firma im Auftrag der Beklagten abgebrochen worden ist? stellt das Berufungsgericht auf Grund der Aussage des Bauunternehmers und dessen Arbeiters fest. daß er es auf Anweisung abgebrochen word der Stadt abgebrochen habe Es ist auch - wie die Revisi TflHBl hat ausge arbeitet habe? daß die Wände Anderthalb-Steinwände waren«, er sei selbstverständlich nicht hinauf geklettert und heb e sich im einzelnen ver sichert « Diese Einschränkungen hinderten das Berufungsgericht aber nicht?"zu berücksichtigen? indem es sich auf das von der Beklagten angegriffene Gutachten des Sachverständigen Schfl^ gestützt habe? daß bei Brand schaden von entscheidender Bedeutung für die Standfestigkeit der Buihen sei? eine Ruine, die nicht mehr vorhanden ist,vor ihrem Abbruch standfest war, hat der Sachverständige Sch®^ selbst hervorgehoben, indem er betont, daß seine Untersuchung keinen Dlute Genauigkeit erheben könne = Das Beruseine Feststellung auch nicht allein auf gestutzt, sondern auch auf die Aussage des , der die Ruine vor dem Abbruch mehrfach c) Bas Berufungsgericht sieht darin, daß die Beklagte geeignete Fachkräfte besessen habe, die die Standfestigkeit der Ruine hätten beurteilen können, daß sie aber überhaupt nichts darüber vorgetragen habe, in welcher Weise eine Überprüfung vor dem Abbruch dur.chgeführt worden sei, einen Hinweis für die Richtigkeit der Behauptung des Klägers, es seien nicht polizeiliche, sondern städtebauliche Erwägungen für den Abbruch maßgebend gewesen, und es stellt des weiteren auf Grund der Beweisaüfnähme fest, daß diese Behauptung richtig ist* Das Berufungsgericht stützt sich bei dieser seiner Feststellung in erster Linie darauf, daß Rechtsanwalt Dr * der von 1939 bis 1945 Ratsherr der beklagten Stadt war, bekundet hat, schon nach den ersten Zerstörungen im Jahre 1941 sei bei der Stadtverwaltung immer mehr die Tendenz aufgekomnen, die angerichteten Zerstörungen dienst- bar zu machen für die geplante Altstadtsanierung; dieser Gedanke sei wiederholt in Ratsherrensitzungen geäußert worden und zwar in dem Sinne, daß die Pläne der Altstadtsanie-rung mit allen Mitteln durchgeführt werden sollten. Die Revision macht demgegenüber geltend« Dr» E^HHHP habe ausdrücklich bekundet, daß Oberbaurat VBHBP, der der Urheber dös Abbruchs der Ruine gewesen sein soll, an solchen Sitzungen niemals teilgenommen habe und daß ihm deshalb die erörterten Pläne nicht bekannt gewesen seien» Das ist wiederum unrichtig» Dr » hat nur gesagt , habe ? soweit er sich erinnern könne, an Ratsherrensitzungen nicht teilgenommen, und er wisse auch nicht, ob die erörterten Pläne vBHB bekanntgemacht worden seien - Br läßt die Möglichkeit, daß Oberbaurat Y^jjf^ von den erörterten Plänen Kenntnis hatte, also durchaus offen, und das Berufungsgericht sagt auch gar nicht, daß an Ratsherrensitzun- Das Berufungsgericht stellt aber auch nicht nur auf die Aussage Dr» ülBHP und auf eine allgemeine Tendenz der Stadtverwaltung ab, Ss beruft sich vielmehr auch darauf daß Oberbaurat VfBpP nach dem Luftangriff vom Juni 1943 zu dem Kaufmann dessen Haus in der Kö^^straße teil- weise zerstört worden war, gesagt habe, es sei jetzt die beste Gelegenheit, die westliche Kö^Jstraße - die auf die R^BPstraße stößt - zu verbreitern und die Eausruinen auf dieser Seite abzubrechen» Das Berufungsgericht stutzt sich weiter auf die Aussage des Architekten OBB®, daß aus ihm zugänglichen Plänen die Absicht der Beklagten, die RBBB-straße zu verbreitern, ohne weiteres ersichtlich gewesen sei» Nicht bloße allgemeine Erwägungen im Schoße der Stadtverwaltung legt das Berufungsgericht somit seiner tatsächlichen Feststellung zugrunde, sondern konkrete Pläne und bestimmte Erklärungen gegenüber einem Hauseigentümer, der ln ganz ähnlicher Lage war wie der Kläger» Die Rüge der daß die Gefahr des Einsturzes der hinter der Hausfront senk recht zur Straße mit sich brachte den? s t ehe nden Giebel ke in e Ver kehr sgefähr dung weil die Giebel möglicherweise beim Einsturz auf das eigene Grundstück des Klägers oder in die benachbarten Ruinen gefallen wären o Das Berufungsgericht spricht denn auch von einem nicht verkehrsgefährdenden Zustand» Es mag zugunsten der Beklagten aber:unterstellt wer-daß das Berufungsgericht eine Verkehrsgefährdung zu hat, weil möglicherweise bei einem Ein-doch Bruchstücke hätten auf, die Straße Dann würde jedoch nur der Abbruch der beiden Giebel aus polizeilichen Gründen zu rechtfertigen gewesen sein» Für den Verlust dieser beiden Giebel erhält der Kläger nach dem Berufungsgericht aber auch keine Entschädigung von der Beklagten» Dafür? . ßen dürfen, ohne sich der Überschreitung ihres polizeilichen Ermessens bei der Gefahrenabwehr schuldig zu machen, fehlt jeder.Anhalt» Welche Umstände den Abbruch der ganzen Ruine gerechtfertigt hätten, obwohl nur die Giebel einsturzgefährdet waren, hätte die Beklagte darlegen müssen.:; wenn sie geltend machen will, daß der aus städtebaulichen Gründen erfolgte Abbruch auch aus polizeilichen Gründen hätte vor-.genommen werden dürfen» Beim Nachschieben einer Begründung kann der Satz nicht gelten, daß Maßnahmen der Verwaltung die Vermutung der Rechtmäßigkeit für sich haben, und daß der Kläger,' der aus einer Verwaltungsniaßnahme Rechte herleiten will, grundsätzlich ihre Unrechtmäßigkeit beweisen muß. Denn hier ist es die Beklagte, die aus einer bloßen Begründungsmögliehkeit ableiten will, daß der auf einer unzulässigen Maßnahme - dem Abbruch aus Stadtplanungsgründen -beruhende Anspruch nicht geltend gemacht werden könne, weil auch eine polizeiliche Maßnahme gleichen Inhalts hatte getroffen werden können» : wie sich aus dem obigen Vortrag der Beklagten ergibt , nicht angekündigt worden war und der Vater des Klägers und dieser selbst unstreitig ortsabwesend waren, bestand keine Möglichkeit, den Schaden durch Gebrauch von Rechtsmitteln abzuwenden Kläger durch Inan zu erlangen veiraö sion der Beklagte Es ist auch nicht ersichtlichs daß der spruchnahme Dritter auf andere Weise Ersatz ohte (§ 839 Abs 1 Satz 2 BGB)» Die Bevi-n ist nach alledem zurückzuweisen» Oh es gerech satzpflicht der Bö als ein Ersatz aur erfolgt , und daß die Klage insowei gen der beiden dr kann dahinstehen, sie zu seinen Ungü Die Kos benen bfertigt ist., daß das Landgericht die Er-klagten nur insoweit festgestellt hat, Grund des Lastenausgleichsgesetzes nicht das Berufungsgericht darüber hinausgehend t abgewiesen hat. als Ersatz für das Abtra-eieckigen Giebelstücke begehrt worden ist, denn der Kläger hat die Urteile, soweit nsten ergangen sind, nicht angegriffene