BGH · III ZR 51/90 vom 25.04.1991
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Krohn, die Richter Dr. Engelhardt, Dr. Rinne, Dr. Wurm und die Richterin Dr. Deppert am 25. Der Kläger trägt die Kosten des Revisionsrechtszuges (§ 97 Abs. 1 ZPO). Ein Urteil, gegen das die Revision stattfindet, ist auf dieses Rechtsmittel - auch ohne entsprechende Rüge -grundsätzlich aufzuheben, wenn der Tatbestand fehlt; denn einem solchen Urteil kann regelmäßig nicht entnommen werden, welchen Streitstoff das Berufungsgericht seiner Entscheidung zugrunde gelegt hat (Senatsurteil vom 12. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz gilt jedoch, wenn das Ziel, die Anwendung des Rechts auf den festgestellten Sachverhalt nachzuprüfen, im Einzelfall dadurch erreicht werden kann, daß der Sachund Streitstand sich aus den Entscheidungsgründen in einem für die Beurteilung der aufgeworfenen Rechtsfrage ausreichenden Umfang ergibt (Senatsurteil aaO). Die Revision vermißt Angaben über die beruflichen Konsequenzen, die sich für den Kläger aus seinem Herzleiden ergeben, die Gründe für die Gewährung von Versorgungskrankengeld und die Dauer des diesbezüglichen Verfahrens. 3. Hilfsweise hat das Berufungsgericht einen Ursachenzusammenhang zwischen der Unterlassung einer Beratung durch Bedienstete der Beklagten und dem durch den Kläger befürchteten Schaden verneint. Seine Feststellung, bei entsprechender Beratung wäre dem Kläger allenfalls ein Jahr früher Versorgungskrankengeld ausgezahlt worden und aus seinem Verhalten nach der Auszahlung sei zu entnehmen, daß er auch dann nicht von der angebotenen Umschulung Gebrauch gemacht hätte, läßt revisionsrechtlich erhebliche Fehler nicht erkennen. 4. Schließlich wird die Ablehnung eines Amtshaftungsanspruchs gegen die Beklagte durch die Erwägung getragen, daß das Berufungsgericht als mit mehreren Rechtskundigen besetztes Gericht das Vorliegen einer Amtspflichtverletzung verneint hat und demnach jedenfalls ein Verschulden der mit dem Antrag des Klägers befaßten Bediensteten nicht anzunehmen ist (Senatsbeschluß vom 29.