BGH · III ZR 40/51
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
horde für verantwortlich dafür, dass die Fr^HUstras-se an der Unf&llstelle nicht durch ein Geländer gegen die 3ms gesichert, war und dass die gefährliche Einmündung der Bas Lr nt gericht hat dem Zahlungsantrag zur Höhe von 922 BM und dem Feststellungsantrag in vollem Umfang statt-gegeben* Bie Berufung der Beklagten hatte hinsichtlich des Zahlungsanspruches zur Höhe von 225 DM* Erfolg» Bas Berufungsgericht hat den Ausspruch über die Schadensersatzpflicht der Beklagten in der Urteilsformel durch Aufnahme eines Vorbehalts betreffend den Übergang von Ansprüchen der Kläger auf öffentlich-rechtliche Versicherungsträger ergänzte • 'V*.* Die Beklagte hat ihre auf die Verkehrssicherungspflicht gestützte Bassivlegitijnätion in erster Dinie mit der Begründung bestritten, 'dass es sieh um eine Verkehrsregelungsmaßnahme handele, für welche die Verkehrspolizei nach § 3 StVO allein, zuständig sei* Die Revision hat hierzu auf den Aufsatz von Baumeister über "Verantwortlichkeit für die Aufstellung von Verkehrszeichen" in DVerw 1952, 38 hinge-wiessn und ausgeführt, dass es der gesetzlichen x.egelung nicht en* sprechen würde, die Vei’kehrspolizoibehörde für die Aufstellung von Verkehrszeichen für allein zuständig zu halten* abex auf dem Umwege, über die sogenannte otrassenbau- rufu.ngs^ericht hat zwar unter Bezugnahme auf die Entschei dung KGZ 154> 16 /f§7 angenommen, dass die Beklagte als Wegebaupflichtige im Rahmen ihrer Verkehrs si cherun&s pf 1 ioht nicht nur berechtigt, sondern, solange das Achutzgeländer fehlte^ auch vei'pf lichtet gewesen sei, zu dem mindesten durch ein Warnungsschild auf die Gefahrenstelle hin2uwei&en$\7arn~ tafeln dienten- ebenso der Sicherheit der begebenutzer wie üchutzgelüncler, Prellsteine und jede andere L>ßnahne zur gefahrlosen Btras s cnbenutzungu Ob diese Auffassung angesichts der in der Entscheidung KGZ 162, 273 dargelegten Grundsätze noch uneingeschränkt zu billigen ist (vgl hierzu Baumeister aaO$ T.ussow IR 1943, 996 in der Anm zu dem Urteil des Reichsgerichts vom 13»April 1943)bedarf keiner Prüfung, weil schon das.Fehlen des Schutzgeländers nach der zutreffenden Ansicht der Vorinstanzen eine ausreichende Haftungsgrundlage ftir; die Xlagansprüche bietet« lass die Unterlassung der Herstellung des Schul zgeländei's eine Verletzung der - nach Meinung der Beklagten der Vasser-strassenvorwaltung obliegenden - Verkehrssicherungspflicht eis solcher darstellt, hat die Beklagte auch in den Vor-instsnzen niemals bestritten» Yfie,der Senat in der Entscheidung vom 31» Januar 1952 - III ZR 43/51. die auf der von ihr errichteten Brücke den Fußgängerverkehr eröffnet hatte, wurde im Kähmen ihrer VeikchrSDicherungs-pflicht für die Anbringung von Vorrichtungen ( z B Ireh-kreuzen oder Sperren) zu dem Schutze der Fußgänger für verantwortlich erklärt» Soweit also die otadtgömeinde auf Grund einer ihr im vorliegenden Fafl obliegenden Verkehrs- das moderne Soziallohen nicht bestritten werden könne, sei deshalb nicht ein Unterfall der Verkehrssich^rungspflicht gemäß § S23 BGB, sondern ein selbständiges Institut des öffentlichen Rechts® Bei Vorliegen einer öffentlichrechtlichen Sorgepflicht für den verkehrssicheren Zustand der an der Ems entlang führenden Fri .drichstrasse könne allenfalls ein Anspruch aus Amts-pfliohtverletzung in Frage kommen« Ba die Kläger aber Schadensersatzrnsprüehe gegen den Fahrer ochfll^, der den Unfall durch unvorsichtiges Fahren schuldhaft herbeigeführt habe- geltend machen könnten,•entfalle nach § 839 Abs \ Satz 2 BCB die Heftung der Beklagten« Auch lorsthoff erkennt (aaO 167) an, dass das geltende lischt jedenfalls ausdrücklich keinen Unterschied nach der Person des Pflichtigen mache« lis iot weiter richtig, dass die Vegebau- und Unterhaltungspflicht auf öffentlichem Recht beruht (RGZ 128, 149 2J57/) und dass dann,wenn der Kegeb&upfliuhtige ein mit Öffentlicher Gewalt ausgestatteter Verband 1st (vgl Gesetz über die einstweilige Regelung des otra&uenweoeiis und der otrasaenvQrwaltung vom 26« Jiarz 1934, RGBl I 243), die Lrfüllung der,'Uegebaupflicht im i~ auch eine Hondlung öffentlich-rechtlicher Fürsorge sein kann (RGZ 154^ 16 Schliesslich ist auch richtig, dass die Ausübung, öffentlicher Gewalt nicht nur die Ausübung hoheitlicher Zwacgsgewalt, sondern auch die Betätigung öffentlichen Schutzes und öffentlicher Fürsorge umfasst (Urteildes ^enats vom 13* Dezember 1951 - III ZR 144/50 BGHZ 4, 138 /T507 mit Hachweisen) * Wie der Senat bereits in dieser Entscheidung (aaO 1551) ausgeführt hat* braucht aber keineswegs alles, was ein öffentlich-rechtlicher Verband auf der Grundlage einer öffentlich-rechtlichen Für Sorgepflicht tut, nur der Beurteilung nach Amtshaftungsgrundsätzen zu unterliegen® Auch Forsthoff (Lehrbuch des Verwaltungsrechts Bd 1, 2cAufl 1952 S 304 Rote 6) weist darauf hin, dass "gelegentlich" privatrechtliche Ansprüche auf dem Boden öffentlich-rechtlicher Verhältnisse erwachsen könneno Hag es sich hierbei auch um Ausnahmen handeln, "die nur unter besonderen Umständen anzuerkennen sind", so erscheint es doch gerechtfertigt, die den '..egebau- und Unterhaltungspfliohtigen obliegende öorge. 1• Zur Passivlegitimation der Beklagten hat das Berufungsgericht ausgeführt, dass sich die bürgerlich-rechtliche Pflicht zur Sicherung des Verkehrs ('Verkehrssiche-• rungspflicht) auf den Strassen der Beklagten nicht auf die Instandhaltung des Pflasters oder sonstiger Sachunterlagen beschränke, sondern sich auch auf die Anbringung von Schutzgeländern an Abhängen oder Böschungen beziehe (Palandt BGB 9uAufl § 823 Anra 8 c S 795? gesetzt seien, ochutzgeländer anzubringen* Hierzu gehöre der ungeschützte Teil der Böschungsmauer an* der Friedrich-strasse bei der Einmündung der Grabenstrasse* Für diese Verkehrs sichcrungspf licht sei es unei’heblich, ob die Beklagte Ligentümerin der Böschungsmauer sei oder niqjiti» Per Bundesfiskus sei als Eigentümer.des Flusses oder als Träger der Strorabauli.st nur insoweit zur Anbringung von »Schutzvorrichtungen im Pluß oder an den Ufern verpflichtet, wie es das Interesse der Schiffahrt erfordere* Ptir die Schifffahrt sei aber naturgemäß ein Geländer am Plußufer ohne April 1913 verletzt sei; durch diese Vorschrift sei die öffentlich-rechtliche Unterhaltung der aus Gebäuden, dauern, Bollwerken und ähnlichen Bauwerken gebildeten Ufer ausschliesslich dem Eigentümer der Bauwerke übertragen (PrOVG 96, 131)« In der Entscheidung PrOVG 7o, 380 sei ferner ausgeführt, das# nicht die Stadtgemeinde, sondern der Staat als Eigentümer des Uferbollwerks auch dann unterhaltuikjspflichtig und zur; Instandsetzung des Ufers verpflichtet sei, wenn das.Ufergrundstftck ein öffentlicher üeg sei»; •. Diese Rüge geht fehl* Sie Revision verkennt die rechtliche Bedeutung der angeführten Entscheidungen des Preus-sichen Oberverwaltungsgerichts* die sich nur mit den im‘ Strom- und SchiffahrtsinterVsse erforderlichen Uferunterhaltungsarbeiten, nicht aber mit den dem 1. Die Entscheidung vom 18,April 1916 (PrOVG 70, 380) betrifft einen Pall, in welchem die Stadtgemeinde nicht als 7,’egebaupflichtige oder als Ufereigentümerin, sondern als Stroniuntö-.haitangspflichtige in Anspruch genommen wurde 0 Zur Stromunterlialtungspflicht gehört « mit Ausnahme der in § 120 des Preusaischen Vassergesetzes bezeichnten Arbeiten - die Dferunterhaltungspflicht, soweit Arbeiten erforderlich sind.um einer zukünftigen Behinderung der Vorflut durch Uferabbrüehe vorzubeugen oder die infolge der Schiffahrt oder von Ütrombauten an den Ufergrundstücken entstandenen Schäden zu beseitigen und solche Schäden für die Zukunft zu verhindern (§ 119 WassG)« Ule das Preussi-sche Oberverwaltungsgericht (aaO 390) ausführt, ändert sich an der Verpflichtung des Stromunterhaltungspflichtigen zur Beseitigung der entstandenen Uferschäden nichts, wenn das ü'f ergründ stück ein öffentlicher, «eg iBt, da nach § 119 des Vassergesetzes der zur Unterhaltung des waasex-laufes Vcrpilichtete auch diejenigen Arbeiten an Ufergrunds bücken auszuführen hat,, welche erforderlich sind, um die infolge der Schiffahrt an denselben entstandenen Schäden zu beseitigen und solche Schäden für die Zukunft zu verhindern« In dem zu entscheidenden Palle handele es sieh nur um solche Arbeiten* und nicht xm dis Erfüllung der Y.egebaupflicht, und zwar auch dahh eicht, wenn die verlangte Uferinstandsetzung die Vorbedingung! Juni 19*17 (PrOVG 73, 340)« Hier hatte der Vasserb&ufiskus &la Eigentümer eines dem öffentlichen Schiffsverkehr dienenden Kanals, an dem ein Treidel-dämm entlangrührte, \» e id enpf lanzungen, weil sie für den Treidelverkehr hinderlich w%ren, beseitigt und die Böschung mit einem glatt abfallenden Steinbelag versehen« Hieraus ergab sich für den auf dem Dammwege stattfinden -den öffentlichen Verkehr - der Treidkldsmm hatte zugleich die Eigenschaft eines öffentlichen hegee - eine erhebliche Gefahr des Absturzes in den Kanal» \;ie in der Entscheidung vaaO S 345/§) ausgeführt wird, obliegt die Anbringung eines Schutzgeländers an solchen Stellen eines Veges, an welchen die auf Ihm vei’kehrenden AenscUen der ■ Gefahr eines Absturzes ausgesetzt sind, nicht dem Strom-baupflichtigen, sondern ausschliesslich dem wegebaupflichtigen« An dieser öffentlich-rechtlichen Pflicht der Gemeinde werde auch durch eine anderweitige privat-rechtliche -.burchung zur Unterhaltung des «eges nichts gerändert» her hasuerbaufiskus als Eigentümer des' Leinpfad-grundstücks sei nicht nur befugt, ..sondern auch verpflichtet gewesen, die Interessen des Sohiffahrtsverkehrs wahrzunehmen und deshalb auch die sich aus den T/eidenpflanzun- den die weldenpflanzungen bis dahin dem Stressenverkehr geboten hatten, durch einen Schutz in Form eines Geländers zu ersetzen» Diese lediglich dem Interesse der Benutzer des öffentlichen sieges dienende Schutzmaßnahme sei ausschliesslich Sache des öffentlich-rechtlichen Vege-unterhaltun^spflichtigeno Das Berufungsgericht hat die in dieser Butscheidung des Preussisehen Oberverwaltungsgeirichts ausgesprochenen Hechtsgedauken zutreffend auf den vorliegenden Pall angewendet v Die demgegenüber von der Revision angeführten Entscheidungen (PrO VG 70, 380'und 96* 131) stehen dem ange-lorhtenen Urteil in keiner Vpise entgegen« 2c Bei dieser Sachund Rechtslage konnte dahingestellt bleiben, ob die Unterhaltung der Uferraauern stets auf Anordnung und ihr Rechnung der Regierung in Liünster vor genommen worden ist« Das Berufungsgericht hatte keinen begründeten Anlass, auf den im Schriftsatz der Beklagten vom 20oBovember 1950 enthaltenen Beweisantrag einzugehen*, Die insoweit auf § 286 ZPO gestützte Rüge der Revision geht daher ebenfalls fehl« Es bedürfte auch keiner Prüfung, ob die durch die Uas-ser- und Schiffahrtsdirektion SiÜflHH) vertretene Bundesrepublik Deutschland (Nebenintervenientin zu a) als Hechtsnachfolgerin des Deutschen Reichs Eigentümerin der Ufermauer geworden ist; denn für die der Beklagten obliegende Verkehrsßicherungspflicht kommt es nicht darauf an, in wessen Eigentum die Ufermauer steht und ob die Beklagte das Schutzgitter auf oder vor der üferrouuer auf der Pried-richstra&ce hätte anbringen können oder-müssen« Die auf Grund der begebaupflicht bestehende Verkehrssicher.ungs-pflicht ist vielmehr unabhängig von dem Eigentum an den 3* Unter Bezugnahme auf die Entscheidung des Reichsgerichts EGrZ K7, 275 - JU 1935, 1930 wendet sich die Revision gegen die Ansicht des Berufungsgerichts, dass der Bundesfiskus nur insoweit zu 'Schutzvorrichtungen an den Ufern verpflichtet sei, wie es das Interesse der dwhiff-fahrt erfordere. Das Reichsgericht geht in der angeführten Entscheidung (aaO 278 f) davon aus, dass ebenso wie ein Privatmann, der auf dem ihm gehörigen oder seiner Verfügung unterstehenden Grund und Boden einen Verkehr für Herrschen eröffnet, für die Verkehrssicherheit borge zu tragen habe, auch die politischen Gemeinden und andere Körperschaften des öffentlichen Rechts für den verkehrssicheren Zustand der Ortsstraese einschliesslich der Brücken und Plätze verantwortlich seien* nach ähnlichen Grundsätzen bentimme sich die Haftung des Reichs für den Zustand der in seiner Verwaltung befindlichen ueewasserstraa^en«. Diese Verpflichtung beschränke sich auch nicht auf den "Zustand der Uas-serstraeae selber", sie erstrecke sich vielmehr auf alle für die Benutzung durch den Verkehr bestimmten Einrichtungen, mit denen das Eei.ch die Wasserstrasse versehe« Da es sich hierbei um eine im Strom eingerichtete bchiffs-liegestelle handelte, lässt sioh hieraus also nicht, wie die Revision unter weiterem Hinweis auf RGZ 154, 25 glaubt, der Schluß ziehen, dass die Wasserstrassenver-waltung als Eigentümerin der Ufermauer auch eine gefahrlose Benutzung der am Ufer entlang führenden öffentlichen Strasse durch Anbringung eines Schutzgeländers zu gewährleisten habe«. Für den tsserbaufiskus kommt nur eine Strom-untei’haltungspflicht, nicht aber, eine Vegeunte^haltungs-Pflicht für öffentliche Uferwege in Betracht* Die am Ufer entlang führende Friedriohstrasse ist nicht vom NasserEau-fiskus, sondern von der Beklagten zu unteihalten^ Die von der Revision angeführte Entscheidung LGZ 154* 16 /2§7 he-trifft nur diese tegevnterhaltung/pflicht„ Die Beklagte könnte sich als die für die Verkehrssicherung verantwortliche Wegeunterhaltungspflichtige' den Klägern gegenüber auch nicht damit entlasten, dass die v/asserstrasf-envervsltung bis 1946 ein Schutzgeländer längs der Ufermauer angebracht und unterhalten habe« Selbst wenn sich die Wasserstrassenverwaltung aus irgendwelchen Grün < den der Beklagten gegenüber verpflichtet hätte, das Schutzgeländer zu erneuern und zu unterhalten, .wäre die Beklagte den Verkehrsteilnehmern gegenüber von ihrer auf Grund der Öffentlich-rechtlichen Vegebau- und Uztterhaltungspflicht gegebenen Haftung nicht befreito Ob und in welchem Umfang sie Rrstattungsansprüche gegeji die Vassorstrassen-verw<ung geltend machen könnte, kann hier dahingestellt bleiben, weil das Rechtsverhältnis zwischen den Parteien des vorliegenden Rechtsstreits hierdurch nicht berührt wird«, Eine Haftung der Beklagten gegenüber dem Verkehrsteilnehmer könnte alleafalls dann verneint werden, wenn auf Grund eines örtlichen Gewohnheitsrechts nicht die Be- Biese Ansicht entspricht der vom Berufungsgericht rechtsirrtumsfrei getroffenen Feststellung, dass das Fehlen des Schutzgeländers für den Unfall ursächlich war. Eie Beklagte hält also ihre in den Vorinstanzen vertretene Ansicht, dass der ursächliche Zusammenhang durch das unvorsichtige Verhalten des Hebenintervenienten Schüfe "unterbrochen* worden sei, nicht mehr aufrecht,! IVc Das Berufungsgericht hat schliesslich auch mit Recht ein nach § 846 BGB au beachtendes eigenes Verschulden des getöteten Kaufmanns SflNUfeverneint« Die Beklagte habe Pie Bevieion hält diese Ausführungen des Berufungsgerichts nicht für durchschlagend <.Auch wenn aus Gefälligkeit mitgenommen worden sei, habe er nicht nur die Berechtigung, sondern auch die Kechtspflicht gehabt, den Nebenintervenienten zur Kiässigung des Fahrtempos zu veranlassen, zu demal den Umständen nach übermü- Pas Vorbringen der Beklagten bietet* aber auch keine nachprüfbaren Anhaltspunkte für eine dem SflU) irgendwie erkennbar gewesene Übermüdung des Schwarz, die S^H^ von einer weiteren Teilnahme an der Fahrt hätte abhalten