BGH · III ZR 35/82 vom 18.11.1982
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1. Welche Maßnahmen das beklagte Land treffen mußte, um ein Befahren des Forstweges durch die Klägerin zu verhindern, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab; darüber hinausgehende, grundsätzliche Bedeutung kommt dieser Frage nicht zu. Dabei kommt es nicht entscheidend darauf an, ob allgemein der Weg dem Verkehr mit schweren Lastfahrzeugen gewidmet war und wem die Straßenverkehrssicherungspflicht oblag. Zur Unfallzeit war das beklagte Land Jedenfalls nicht gegenüber der Klägerin verpflichtet, trotz der Wegebauarbeiten eine gefahrlose Benutzung des Steingrabenweges zu gewährleisten. Die Klägerin hat nicht bestritten, daß ihr Inhaber im Juni 1979 zweimal von Landesforstbediensteten darauf hingewiesen worden war, er müsse das gekaufte Holz alsbald, noch vor Beginn der Wegebauarbeiten abfahren, danach werde der Zufahrtsweg gesperrt. Wenn der Inhaber der Klägerin an diesem Tage trotzdem den Weg befuhr, so handelte er auf eigene Gefahr und konnte nicht darauf vertrauen, trotz Sperrung und Beginn der Bauarbeiten werde die Verkehrssicherheit des Weges durch das Land gewährleistet. Das beklagte Land war weder als Vertragspartner noch als Verkehrssicherungspflichtiger verpflichtet, der Klägerin über die vorangegangenen Hinweise hinaus eine weitere Mitteilung zu machen oder außer dem Verbotsschild noch weitere Sperrmaßnahmen zu treffen. Die Revisionsrüge einer Verletzung des § 286 ZPO greift in diesem Zusammenhang ebensowenig durch wie bezüglich des Antrags auf Augenscheinseinnahme; unabhängig von den Wegeverhältnissen im einzelnen konnte der Inhaber der Klägerin, nachdem der Zufahrtsweg an seinem Beginn gesperrt war, nicht an Kreuzungen oder Einmündungen weitere Sperrschilder erwarten.