BGH · III ZR 31/68
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Rudolf H«P starb am PP« PHP 1961, seine Ehefrau, mit der er seit 1935 kinderlos verheiratet war, am IP* BP 1964o Das Amtsgericht in NpBHi^P erteilte der Klägerin und Frau KPPH einen gemeinschaftlichen Erbschein, wonach sie Rudolf HPBP zu je 1/2 beerbten, nachdem mit dem Tode der Vorerbin der Nach- für die Zeit vom L September bis 1, Dezember 1961 monatlich auf das Konto mit der Empfangsbezeichnung t!Rudolf__H®pii Erben“ für die Zeit vom 8« Januar 1962 bis 24o April 1964 auf das Konto mit der Empfangsbezeichnung Frau_Bertha_H®Bp 3e“50Öp— DM s Die Klägerin meint: Die nach dem Tode des Erblassers auf das Konto gezahlten monatlichen Beträge habe die Beklagte ihr gegenüber als Nacherbin nicht mit befreiender Wirkung gezahlt» Die Auslegung des Testaments ergebe,daß der Erblasser eine befrei-te Vorerbschaft nicht gewollt habe» Nach dem Tode des Erblassers hatte die Beklagte erst klären müssen, wer nunmehr Empfangsberechtigte für die Raten gewesen sei» Zu diesem Zweck hätte sie die Vorlegung eines Erbscheins verlangen müssen» Bis zur Klärung der Empfangsberechtigung hätte die Beklagte gegebenenfalls die inzwischen fällig gewordenen monatlichen Raten bei dem Amtsgericht hinterlegen müssen» Alsdann hätte sie die Raten nur mit ihrer, der Vorerbin, Einwilligung an die Witwe ausbezahlen dürfen» Die Zahlungen auf das Konto fHB mit der Empfängerbezeichnung "Rudolf am 28o Juli 1961 in Höhe von 500,— DM, "Rudolf Erben" in Höhe von 2o000,— DM und "Bertha H^HB" in Höhe von 16o965,— DM seien ihr gegenüber nicht wirksam erfolgt und sie könne diese Beträge daher von der Beklagten beanspruchen» Die Beklagte hat vorgetragen; Der Erblasser habe eine befreite Vorerbschaft gewollt, wie sich aus dem Testament in Verbindung mit außerhalb des Testaments gelegenen Umständen ergebe; dem Erblasser sei es darauf angekommen,seine Ehefrau sicher zu stellen Dazu hätten ihre monatlichen Einkünfte von 547,— DM nicht ausgereichto Es sei kein Grund dafür ersichtlich, daß der Erblasser seine Ehefrau auf diese Einkünfte habe beschränken und sie damit hätte schlechter stellen wollen als die Nacherben, zu demal die Eheleute immer in bester Harmonie zusammengelebt hätteno Er habe auch immer zu verstehen gegeben, daß seine Ehefrau nach seinem Tode über sein Vermögen solle frei verfügen können* Aber selbst wenn die Witwe nur einfache Vorerbin gewesen sein sollte, habe sie, die Beklagte, mit befreiender Wirkung gezahlt* Bei der auf ihrem Grundstück lastenden Hypothek sei kein Vor-und Nacherbenverraerk eingetragen gewesen» Die Klägerin hätte einen solchen Vermerk herbeiführen können und müssen, denn sie habe das Testament, durch das sie zur Nacherbin berufen worden sei, gekannt* Außerdem seien ihr auch alle anderen Umstände bekannt gewesen, denn sie habe gewußt, daß der Erblasser die ihr zugedachten Grünländereien noch zu seinen Lebzeiten verkauft habe; sie habe auch von der Bestellung der Restkaufgeldhypothek gewußt» Das Bandgericht hat die Klage abgevriesen« Auf die Berufung der Klägerin hat das Berufungsgericht die Beklagte verurteilt, an die Klägerin 17»OOO DH nebst Zinsen zu zahlen und die Zwangsvollstreckung in das Kaufgrundstück im Range der Kaufgeldhypothek wegen des Betrages von 17o000 DM nebst Zinsen zu dulden« Im übrigenp d0ho wegen eines Betrages von 2«465 DMp hat es die Klage abgewiesen, weil es sich bei dem Kanalanschlußbeitrag um eine außerordentliche Bast im Sinne des § 2126 BGB handle« Das Berufungsgericht versteht die §§ 1 und 2 des Testaments dahin, daß der Erblasser seine Ehefrau als nicht befreite Vorerbin und die Klägerin sowie Frau KflHp als Nacherbinnen eingesetzt hat« Es halt die von der Beklagten an die Vorerbin geleisteten monatlichen Zahlungen in Höhe von insgesamt 17.000 DM der Klägerin gegenüber nicht für wirksam, weil die Zahlungen ohne die notwendige Zustimmung der Klägerin als Nacherbin und daher nicht mit befindender Wirkung ihr gegenüber geleistet worden seieno Dagegen wendet sich die Revision ohne Erfolg, ist die Ehefrau des Erblassers nicht dessen Vollerbin, sondern lediglich dessen Vorerbin geworden, weil er in § 2 seines Testamentes bestimmt hat, daß nach ihrem Tode die Klägerin und Frau Renate Kfl^ seine Erben sein sollen (§ 2100 BGB), Dem Berufungsgericht ist auch darin zuzustiramen, daß eine befreite Vorerboehaft nicht angeordnet ist (§ 2136 BGB), Das Testament enthält eine dahin gehende ausdrückliche Anordnung nicht,Zwar ist eine solche, wie das Berufungsgericht zutreffend darlegt, nicht erforderlich, umdie Befreiung des Vorerben von den ausschließbaren in § 2136 BGB aufgeführten Beschränkungen herbeizuführen, indessen muß der entsprechende Wille im Testament selbst irgendwie zu dem Ausdruck kommen, wenn auch nur andeutungsweise oder versteckt. 436; 1966, 227, 233), Die Auffassung des Berufungsgerichts, das Testament enthalte keinen Anhaltspunkt für die Annahme, der Erblasser habe seine Ehefrau zur befreiten Vorerbin machen wollen, zeigt keinen Rechtsfehlero Insbesondere reicht die Tatsache,daß der Erblasser seine Ehefrau als alleinige Erbin einge setzt hat, für sich allein nicht aus, einen solchen Anhaltspunkt zu geben„ Es kann der Revision nicht zugegeben werden, aus dem Ausdruck ,falleiniger Erbe" habe das Berufungsgericht etwas anderes und mehr entnehmen müssen, als aus der Bezeichnung "Alleinerbe“, wenn diese im Testament gebraucht worden wäre. Ben Gegensatz zu dem alleinigen oder Alleinerben bildet der Miterbe, nicht der Nacherbe; ist eine Nacherbfolge angeordnet, so läßt sich nach gefestigter Rechtsprechung (RGZ 1349 2779 280; KG HRR 1939, 1165) aus dem Umstand, daß der Vorerbe als Alleinerbe eingesetzt ist, noch kein Hinweis dafür entnehmen, er solle be-freiter Vorerbe seine Bie Ausführungen der Revision geben keinen Anlaß, von dieser Rechtsprechung abzu-weicheiio Ber von der Revision hervorgehobene Umstand, daß im Testament nicht die Worte Vor- und Nacherbe gebraucht sind, rechtfertigt um so weniger eine andere Beurteilung, als die Fassung des § 2 des Testa-mentes die Annahme nahelegt, sie sei in Anlehnung an den Wortlaut des § 2100 BGB gewählt worden* Während es dort heißt; »Der Erblasser kann einen Erben in der Weise einsetzen, daß dieser erst Erbe wird, nachdem zunächst ein anderer Erbe geworden ist (Nacherbe) sagt § 2 des Testaments; »Nach dem Tode meiner Ehefrau sollen Erben oo0 sein». Auch die Tatsachen, daß die Eheleute kinderlos waren und daß sie nach der Aussage des Zeugen Me^0 ein sehr gutes Verhältnis zueinander hatten, vermögen die Ansicht des Berufungsgerichts nicht zu entkräften, daß das Testament keinen Hinweis dahin enthält, der Erblasser habe Ob unter besonderen Voraussetzungen und unter welchen gegebenenfalls der Erblasser den Vorerben ausnahmsweise stillschweigend von den ausschließbaren Beschränkungen befreien kann (vgl, BayObLGZ I960, 432 ff), hat das Berufungsgericht mit Recht dahinstehen lassen,weil solche Voraussetzungen nicht vorliegend Bas greift auch die Revision nicht an» Mit Recht geht deshalb das Berufungsgericht davon aus2 daß außerhalb des Testaments liegende Umstände nicht zu dessen Auslegung herangezogen werden könnend Es liegt deshalb auch kein Rechtsfehler darin, daß es den Behauptungen der Beklagten über Äußerungen des Erblassers, seine Ehefrau könne nach seinem Ableben über das vorhandene Vermögen verfügen, er habe in diesem Sinne vorgesorgt, nicht nachgegangen ist und die für diese Behauptungen angebotenen Beweise nicht erhoben hat» Bern Berufungsgericht ist auch darin zusustimmen, daß die beklagte Stadt die streitigen Kaufproisraten an die Ehefrau des Erblassers, weil diese nicht befreite Vorerbin war, nicht mit Wirkung gegenüber der Klägerin als Nacherbin gezahlt hat» Auf die Bestimmungen der §§ 2112 und 2113 BGB kann sich die Beklagte nicht berufen, weil § 2114 BGB eine Sonderregelung enthält» Nach § 2114 Satz 1 und 2 BGB steht die Kündigung und Einziehung einer Hypothekenforderung zwar dem Vorerben zu; er kann jedoch nur verlangen, daß das Kapital an ihn nach Beibringung der Einwilligung des Nacherben gezahlt oder daß es für ihn und den Nach-erben gemeinsam hinterlegt wird» Die Voraussetzungen dieser Bestimmung sind nicht, wie die Revision meint, schon deshalb entfallen, weil die Vorerbin die Hypothek nicht gekündigt hat, vielmehr die Balligkeit der auf den Kaufpreisrest zu zahlenden Teilbeträge schon zwischen dem Erblasser und der Beklagten vertraglich festgelegt worden war» Der Schutz, den Satz 2 der Bestimmung dem Naeherben gewährt, kann nicht davon ab-hängen, ob die Hypothekenforderung durch eine Kündigung oder ohne eine solche auf Grund vertraglicher Regelung fällig wird; ebensowenig spielt es eine Rolle, ob das Kapital auf einmal oder, wie hier, in monatlichen Teilbeträgen zu zahlen ist» Die Tatsache, daß hier nicht die Vorerbin die Zahlung der monatlichen Teilbeträge auf ein ihrer Verfügung unterliegendes Konto veranlaßt hat, sondern die Überweisungen der Beklagten so weitorgelaufen sind, wie sie zu Lebzeiten des Erblassers geleistet worden waren, ist in diesem Zusammenhänge rechtlich nicht von Gewicht« Zweck der Schutzbestimmung des § 2114 Satz 2 BGB ist es, den Nacherben dagegen zu sichern, daß eine Hypothekenforderung usw. daß nach dem Tode des Erblassers die jeweils fälligen Raten wie vorher auf das Konto 41^ der Landessparkasse Zweigstelle geleistet wurden» Eine solche Ein- stillschweigende Willenserklärung der Einwilligung oder Zustimmung, weil diese Überweisungsaufträge unstreitig an "Rudolf HflB Erben" gerieiltet gewesen seien und die Klägerin habe annehmen dürfen, daß sie einem besonderen Konto "Rudolf HBIB Erben" zugeführt würden, über das die Vorerbin keine alleinige Verfügungsberechtigung habe; auch dürfe nicht übersehen werden, daß die Klägerin damals bereits 71 Jahre alt gewesen sei» Sic habe keine Bedenken zu haben brauchen, daß die Sache nicht in Ordnung gehe« Die Revision meint, die Klägerin hätte nach Treu und Glauben Aufklärung verlangen müssen» Sie habe damit rechnen müssen, daß die Überweisungen in gleicher Weise weiterhin auf das Konto "Rudolf Erben"