BGH · III ZR 16/57 vom 08.05.1958
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AJxj Tatbestands Per damals bereits in HflHBl wohnhafte Kläger war durch Verfügung des Oberlandesgerichtspräsidenten in Celle vom 28c Juli 1950 zu dem Referendar ernannt und in den Vorbereitungsdienst für die Laufbahn des Richters und Staatsanwaltes eingestellt worden. Januar 1952 »auf Grund der Richtlinien über die Gewährung von UnterhaltsZuschüssen und Vergütungen für Beamte im Vorbereitungsdienst - Erlaß des Hds. dün, d. nAuf Ihr Schreiben vom 2.11.1954 wird mitgeteilt, daß Unterhaltszuschüsse, auf deren Bewilligung ein Anspruch nicht besteht, nur für die Dauer der tatsächlichen Beschäftigung im Vorbereitungsdienst gern, dem Erl- des Nds- Min. der Finanzen vom 27. Außerdem hat der Herr Nds- Minister der Justiz ergänzend entschieden, daß die Zahlung des Unterh-Zuschusses mit dem Tage der Großen Staatsprüfung einzustcllen ist.” Der Kläger hat Zahlung von Unterhaltszuschuss für die Seit vom 27. In der Berufungsinstanz hat der Kläger seinen Klageantrag auf Grund entsprechender Vereinbarungen mit dem beklagten Lend beschränkt und lediglich den Antrag auf Verurteilung des Landes zur Zahlung von ünt erhalte Zuschuß in Höhe von 875 Dia aufrecht erhalten Das Obcrlandesgericht hat jedoch die Berufung des Klägers zurtickgewi es en • Indes stelle die genannte Vorschrift, nach der der Beamte auf Widerruf für den Monat seine vollen Bezüge erhalten, in dem das Beamtenverhältnis durch Widerruf endet., kein unabdingbares Recht daro Vielmehr habe die Reichsregierung gemäß § 164 DBG d.urch Verordnung Vorschriften über die Vorbildung und Laufbahn uer Beamten erlassen und auf Grund dieser Ermächtigung auch für Beamte im Vorbereitungsdienst Bestimmungen treffen können, die sich nicht an die Regel des § 62 Abs«2 DBG hielten.. Auf Grund dieser Bestimmung sei die Verordnung über die Laufbahn für das Amt des Richters und Staatsanwalts vom 11. Hach dein Kriege seien in Niedersachsen der Erlaß des lTds, Finanzministers über "Gewährung von Unterhalts Zuschüssen und Vergütungen für Beamte im Vorbereitungsdienst" vom 16, Juni / 17. Kach den - im wesentlichen wörtlich mit den Vorschriften unter A I Ziff.5 und 6 des Runderlasses vorn 15« Februar 1939 übereinstimmenden - Bestimmungen in Ziff.5 und 6 des Erlasses des NdSr Finanzministers vom 17* Juli 1947 würden UnterhaltsZuschüsse nur für die Dauer der tatsächlichen Beschäftigung im Vorbereitungsdienst und während des anschliessenden Prüfungsverfahrens gezahlt und seien die Unterhaltszuschüsse auch widerruflich (ebenso Ziff» 5 und 4 des Runderlasses vom 27» August 1953)«» Dem Kläger sei der Unterhaltszuschuß unter ausdrücklicher Bezugnahme auf diesen Erlaß und unter dem ausdrücklichen Vorbehalt des ^derzeitigen Widerrufs gewährt wordene Der Widerruf sei mit der Verfügung (Kassenanweisung) vom 25» Oktober 1954 zu dem 26. Eine Änderung dieser Rechtslage sei auch nicht durch den Antrag des Klägeis auf Übernahme als Anwärter für das Amt des Richters und Staatsanwalts eingetreten. Irgend eine gesetzliche Bestimmung dahin, daß der Kläger trotz des Widerrufs des Unbei’haltszuschusses auch nach Abschluß des Prüfungsverfahrens noch einen Anspruch auf "Bezüge" oder gar "Dienstbezüge" habe, bestehe nicht. 2. a) Die Revision vertritt demgegenüber einmal die Auffassung, daß die hier maßgeblichen Verordnungen und Erlasse eine von der Bestimmung des § 62 Abs. 2 Satz 1 DBG (Fortzahlung der Bezüge bis zu dem Ende des Uonats, in dem das Beamtenverhältnis durch Widerruf endet) abweichende Regelung nicht hätten treffen wollen und auch nicht hätten treffen können? Diese Auffassung ist jedoch nicht richtig, Wenn den "Bezügen" im Sinne von § 62 Abs-, 2 DBG im Gegensatz zu den "Dienst besag on" auch die auf "Kann11-Vorschriften beruhenden Geldgewährungen und damit auch die unterhalteZuschüsse zuzu-rechnen sind, so laßt sich aus dieser Vorschrift doch nicht-wie die Revision meint, der allgemeine Rechtssatz herleiben, daß einem Wider rufsbeamten einmal bewilligte Bezüge in jedem Pall bic zu dem Ende des Monats, in dem das Beambenverhältnis endet, gewährt werden müssena Diese Bestimmung besagt lediglich, daß die Bezüge nicht - wie es ohne diese Vorschrift der Pall sein würde - mit de:.: Diese Vorschrift bezieht sich mithin - darauf hat das Landgericht bereits zutreffend hingewiesen - nur auf Bezüge, auf die im Zeitpunkt des Widerrufs des Beamtenverhältnisses noch ein Anspruch bestellte Sie schließt nicht die rechtliche Möglichkeit aus, daß die Bezüge nach den darüber getroffenen Bestimmungen auch bereits vorher und unabhängig von dem Widerruf des 3ear.itenverhältnis-ses wegfallen können. Die gegenteilige Meinung würde zu dem mib den allgemeinen und hergebrachten Grundsätzen des Verwaltungund insbesondere des Beamten- (Besoldungs-) Rechts nicht in Einklang zu bringenden Ergebnis führen, daß beispielsweise auf Grund von Bedürftigkeit und guten Leistlingen geuährte Bezüge selbst dann bis zur Beendigung des (Widerrufs) Beamten-vcrhUltnisses gezahlt werden müßten, wenn die Voraussetzungen für die Gewährung in Y/egfall gekommen sind, der Beamte etwa nicht mehr bedürftig ist oder die die Bewilligung der Bezüge rechtfertigenden guten Leistungen nicht mehr aufweist. bestimmen, daß die UnterhaltsZuschüsse nur für die Bauer der tatsächlichen Beschäftigung im Vorbereitungsund Probedienst gezahlt werden und daß sie widerruflich (d.li« auch im Rahmen des weiterbestehenden Widerrufsbeamtenverhält-nisses widerruflich) sindo Aus § 62 Abs« 2 DBG- lassen sich daher dagegen, daß Bezüge nicht in jedem Pall bis zur Beendigung des Beamtenverhältnisses sondern auch befristet oder auf Y/iderruf gewährt werden, Bedenken im Grundsatz nicht herleiten» Es ist auch sonst kein Anlaß gegeben, die Gültigkeit der hier zur Erörterung stehenden Bestimmungen über die Gewährung von Unterhalts Zuschüssen in Zweifel zu ziehen, soweit sie dahin gehen* daß die Zuschüsse lediglich für eine bestimmte Bauer und nur widerruflich (Ziff» 5 und 6 der Erlasse vom 15. b) Ber UnterhaltsZuschuß ist dem Kläger unter ausdrücklicher Bezugnahme auf den Erlaß vom 17« Juli 1947 bewilligt worden. In Ziff» 5 dieses Erlasses ist - wie schon gesagt -bestimmt; daß der Zuschuß nur "für die Bauer der tatsächlichen Beschäftigung im Vorbereitungsdienst und während des anschließenden Prüfungsverfahrens" gezahlt wird. Ber - zudem "bis auf weiteres" und "jederzeit widerruflich" gewährte - Unterhaltszuschuß war demgemäß von vornherein längstens bis zu dem Abschluß des PrüfungsVerfahrens bewilligt worden» Eines besonderen Widerrufs bedurfte es angesichts dieser Befristung nicht» Baran ändert auch die Tatsache nichts, daß der Kläger mit Rücksicht auf sein rechtzeitig gestelltes Übernahmegesuch mit dem Ablauf des Tages? dem darin zunächst verblieben .ist (§2 Abs. 2 Satz 2 der VO liber die Laufbahn für das Amt des Richters und Staatsanwalts) „ Penn das iveiterbesteheh des Beamtenverhältnisses hatte nach dem oben Ausgeführten keineswegs ohne weiteres den Anspruch auf 'Weiterzahlung des Unterhalts Zuschuss es zür Folge- Wenn der Kläger seine andere Auffassung noch damit begründen will, daß er nach der Großen Staatsprüfung im "Vorbereitungsdienst” verblieben sei, so kann er damit ebenfalls keinen Erfolg haben, Dabei kann offen bleiben? Pas ergibt sich eindeutig aus der Fassung der Ziff» 5 des Erlasses vom 17- Juli 1947» Es wird hier von dem Vorbereitungsdienst und dem "anschließenden Prüfungsverfahren” gesprochen; so daß an dieser Stelle jedenfalls mit dem Vorbereitungsdienst lediglich der zeitlich vor der Großen Staatsprüfung liegende Vorbereitungsdienst gemeint ist. Es kann deshalb dahinstc-hen, ob dem Anspruch auf UnterhaltsZuschuß nicht auch der Umstand entgegenstünde, daß es an einer "tatsächlichen Beschäftigung" des Klägers nach der Großen Staatsprüfung, fehlte, d) Ebensowenig bedarf es einer Stellungnahme zu der Frage, ob die Voraussetzungen gegeben waren, unter denen nach den Bestimmungen unter P 4 des Erlasses vom 27» August 1953 (Wörtlich übereinstimmend mit III Ziff» 4 des Erlasses vom 17» Juli 1943) UnterhaltsZuschüsse gegebenenfalls auch nach Beendigung des vor-