Für das Nachschlagewerk! . • -> o
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Für die Amtliche Sammlung!
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Rechtssatz
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Durch die Vorschrift des
25 Ahs A Satz 2 StVZO,
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wonach der Kraftfahrzeugbrief bei jeder Befassung -der Zulassungsstelle mit dem Fahrzeug vorzulegen ist, sollen der Eigentümer und der dinglich Be rechtigte am Wagen geschützt werden« Dagegen dient der Brief nicht dem Schutz des Rechtsverkehrs in dem Sinn, daß aus seinem Besitz auf die Verfügungs berechtigung des Briefinhabers über den Wagen geschlossen werden könnte« Die Amtspflicht des Zu
lassungsbeamten, sich bei jeder Befassung mit de Wagen den Brief vorlegen zu lassen, besteht somit nur gegenüber dem Eigentümer und dinglich Berechtigten am Wagen,.nicht aber gegenüber demjenigen, der auf die Verfügungsberechtigung des Briefbe-sitzers vertraut
Aktenzeichens III ZR 353/51 Urteil des BGH vom 25 o Juni 1953
LG Münster OLG Hamm
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III ZR 353/51 '
Verkündet laut Protokoll am 25 > Juni 1953? Vogt,
Ju3tizobersekretär als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle.,
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In dem Rechtsstreit
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vertreten durch ihren Vorstand
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Klägerin, Berufungsklägerin und Revisicnsklägerin
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Prozeßbevollmächtigters Rechtsanwalt Justizrat
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die Stadt Münster, vertreten durch den Rat der Stadt, dieser vertreten durch den Oberbürgermeister.
Beklagte, Berufungsbeklagte und Revisionsbeklagte,
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- Prozeßbevollmächtigters Rechtsanwalt Dr,-
hat der III„ Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 25* Juni 1953 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Prof«Dr.Geiger und der Bundesrichter DroPagendarm, Rietschel, Dr.Weber und Dr.Wolany
für Recht erkannts
Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des 4» Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Hamm vom 4o Oktober 1951 wird zurückgewiesen„
Die Klägerin hat die Kosten der Revision zu tragen«,
Von Rechts wegen
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Tatbestands
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Kraftwagenfabrik Klöckner-Humboldt-Deutz AG in Ulm
verkaufte Anfang 1950 an die Firma Hermann
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einen Lastkraftv/agen gegen Akzept unter Eigentums
Vorbehalt und lieferte den Wagen aus, behielt aber den
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Kraftfahrzeugbrief ein. Die Firma
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alsbald an die Firma
und übergab ihn ihr
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der Geschäftsfüh
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begab sich mit dem Käufer
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verloren gegangen, das Ulmer Werk werde einen Ersatzbrief beschaffen und dem Strassenverkehrsamt in
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übersenden; hierbei gab er eine fingierte Nummer für den an
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geblich verlorenen Brief an
> Darauf ließ das Strassenver kehrsamt am 30 « Januar 1950 den Wagen für die Firma
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wobei es sich von ihr zusichern ließ, daß sie
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für etwaige Schäden- die aus der Zulassung ohne Vorla Briefes entstünden, aufkommen werde«
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Das Lieferwerk ließ den Kraftfahrzeugbrief nach Einlösung Akzeptes April 1950 der Firma
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stand mit der Firma
bindung« Im Frühjahr 1950 bot D
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en Kredit für
die Firma wünschte, den obenerwähnten Kraftwagen als Sicher heit an und wies Anfang Mai 1950 den inzwischen bei der Fir
ma eingegangenen Kraftfahrzeugbrief der Klägerin vor
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die Klägerin den Wagen sehen wollte, erklärte D
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> Als der Wa
gen befinde sich gerade auf einer Vorführungsfahrt und könne deshalb nicht herbeigebracht werden« Darauf ließ sich die •
Klägerin am 5- Mai 1950 den Wagen ohne Besichtigung sicher—
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heitshalber übereignen und erhielt den Kraftfahrzeugbrief* die Firma HflBBI Unterzeichnete einen Auftrag an das Strassenverkehrsamt, den Brief nach Zulassung des Wagens an die Klägerin äuszuhändigenc Die Klägerin gewährte der Firma HiHHB weiteren Kredit in Höhe von rund 14 000 DM* Bald darauf ging die Firma in Konkurs. Im Konkurs-
verfahren wurde für die Klägerin eine Forderung von
14 319>99 DM festgestellt.
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Die Klägerin nimmt die beklagte Stadt für ihren mutmaß-liehen Ausfall im Konkurs der Firma in Anspruch.
Sie hat Klage erhoben mit dem Antrag, die Beklagte zur Zahlung von 5; 000 DM nebst 5 # Zinsen seit dem 1„ Juli 1950 zu verurteilen., Sie'hat ausgeführt, das Strassenverkehrsamt habe dadurch, daß es entgegen den gesetzlichen Vorschriften den Wagen ohne Vorlage des Kraftfahrzeugbriefes zugelassen habe, eine vorsätzliche Amtspflichtverletzung begangen. Nur dadurch sei der Betrug des Geschäftsführers DflE möglich ge-worden. Der Schaden der Klägerin durch den teilweisen Aus-fall ihrer Forderung im Konkurs der Firma betrage mindestens
5 000 DM.
Die Beklagte hat Klageabweisung beantragt. Sie hat vorge tragen,.die Klägerin gehöre nicht zu den nach § 839 BGB ge-. schützten Dritten. Das Strassenverkehrsamt habe auch nur. fahrlässig gehandelt, die Klägerin müsse daher erst die Unmöglichkeit anderweiten Ersatzes dartun. Es fehle auch an de ursächlichen Zusammenhang zwischen der Amtspflifihtverletzung des Strassenverkehrsamtes und dem Schaden, der der Klägerin drohe. Im übrigen treffe die Klägerin wegen ihrer Leichtfertigkeit beim Abschluß des Sicherungsübereignungsvertrages
ein mitwixkendes Verschulden.
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Das Landgericht hat die Klage abgewiesen, Gegen dieses
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Urteil hat die Klägerin Berufung eingelegt- Sie hat noch ausgeführt, daß nach Mitteilung des Konkursverwalters eine ■ Konkursquote von höchstens 30 5» erwartet werde, und hat im übrigen ihren Antrag dahin geändert«
abändernd festzustellen, daß die Beklagte verpflichtet ist, der Klägerin allen Schaden zu ersetzen, der ihr dadurch entstanden ist und noch entstehen wird, daß sie auf Grund der Vorlage des Kraftfahrzeugbriefes über das Fahrzeug KlÖckner-Humboldt-Deutz, Fahrgestell Nr 9277/
136, der Firma HfHHIM in einen Kredit
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von 14 319?99 DM einräumte, soweit die Klägerin
mit dieser Forderung im Konkurs HflBPBP ausfällt.
Das Oberlandesgericht hat die Berufung zurückgewiesen,
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' Mit der Revision erstrebt die Klägerin die Aufhebung
des Berufungsurteils und die Verurteilung der Beklagten entsprechend dem letzten in der Berufungsinstanz gestellten Antrag, Die Beklagte beantragt Zurückweisung der Revision,
Entscheidungsgründe %
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Das Landgericht hat die Klage abgewiesen, weil es die
Eigenschaft der Klägerin'als Dritte im Sinne des § 839 BGB
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verneint hat; das Berufungsgericht hat diese Frage offenge-lassen, die Klage aber abgewiesen, weil es an dem ursäch-liehen Zusammenhang zwischen der behaupteten Amtspflichtverletzung der Beklagten und .dem Schäden der Klägerin fehle,
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Die hiergegen gerichteten Rügen der Revision sind schon aus den Gründen des Landgerichtsurteils unbegründet..
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Die Klägerin hat behauptet, die Beamten der Zulassungs stelle der ."beklagten Stadt hätten ihre Pflicht dadurch ver
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letzty daß sie - entgegen der Vorschrift des § 25 Abs 4 Satz 2 StVZO - den Wagen zugelassen hätten, ohne sich gleic!
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zeitig den Kraftfahrzeugbrief vorlegen zu lassen
Die von der Beklagten nicht bestrittene Amtspflichtver letzung kann aber nur dann zu einer Schadensersatzpflicht
der beklagten Stadt führen
wenn die Klägerin als Dritte
Sinne des
839 BOB anzusehen ist» Das ist im vorliegenden
Pall zu verneinen
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Nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts (RGZ 140
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der sich der Senat (BGHZ 1, 388 /3947und neuerdings
in der zur Aufnahme im Nachschlagewerk bestimmten Entschei
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dung vom 30*4-1953 - III ZR 204/52 -)*angeschlossen hat,
ge, ob einem Beamten einem Dritten gegenüber eine
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Amtspflicht obliegt, danach zu entscheiden, ob die Amtspfli
nach dem Zweck, dem sie dienen soll, dem Beamten im Interesse-
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einzelner Personen auferlegt'ist
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Personenkreis gehört die Klägerin aber nach dem
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Wortlaut des Oese
nicht o Nach
25 Abs 4 Satz 2 StVZO
ist der Brief bei jeder Befassung *der Zulassungsstelle mit
dem Fahrzeug "zur Sicherung des Eigentums oder anderer Rech
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te am Fahrzeug, besonders bei Meldungen über den Eigentumswechj sei" v.orzulegen* In der.,Ausführungs ver Ordnung zur Reichs-
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strassenverkehrsordnung ,vom 29. September 1934 (ROB1 I
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869)
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15 Abs 3 Satz 1 und Abs 4 ferner
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"Der Kraftfahrzeugbrief schafft Handhaben zur Siche
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Eigentums am Kraftfahrzeug
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Zur Sicherung des Eigentums an einem Kraftfahrzeug trägt der Brief dadurch hei, daß er bei jeder Befassung der Zulassungsstelle mit dem Fahrzeug, z.Bo bei Eigentumswechsel, vorgelegt werden muß. Beantragt ein unrechtmäßiger Besitzer die Zulassung des• Fahrzeugs, so zeigt das Fehlen des Briefes den unrechtmäßigen Erwerb,”
Airch den Vorlagezwang hinsichtlich des Briefes sollen also Verfügungen Nichtberechtigter über den Wagen erschwert werden. Der Brief dient aber, wie aus dem Wortlaut der angeführten Bestimmungen zu entnehmen ist, nur dem Schutz des Eigentümers oder des dinglich Berechtigten am Wagen, nicht dem Schutz des Briefinhabers, Es ist nicht der Zweck der Bestimmungen über die Vorlage des Kraftfahrzeugbriefes bei der Zulassungsstelle, allgemein im rechtsgeschäftlichen Verkehr das Vertrauen eines Dritten auf die Richtigkeit des Inhalts und auf den Besitz des Kraftfahrzeugbriefes zu schützen Aus dem Besitz des Kraftfahrzeugbriefes, der kein Traditions-papier ist, kann daher auch noch nicht das Eigentum des Besitzers an dem Kraftfahrzeug entnommen werden. Das ist auch dem letzten Satz des Abs 2 aaO der Ausführungsanweisung zu entnehmen, wonach privatrechtliche Eigentums- und sonstige Rechtsverhältnisse von den mit dem Brief beschäftigten Verwaltungsbehörden nicht zu prüfen oder gar zu entscheiden
sind.
Da die Klägerin durch das Verhalten der Zulassungsstelle nicht in einem Eigentums- oder sonstigen Recht an dem Wagen geschädigt worden ist, hat der Zulassungsbeamte der beklagten Stadt durch sein rechtswidriges Verhalten auch keine
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ihr gegenüber obliegende Amtspflicht verletzt.
Die Revision war daher als unbegründet zurückzuweisen,
ohne daß es noch einer Prüfung der Revisionsrügen zu der
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präge der Kausalität bedurft hätte«
Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 ZPO*
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Dr«Geiger Dr«Pagendarm Rietschel
DrvWeber Wolany
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