BGH · III ZR 299/52
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Hptssatzs Die Polizei darf ihre der Gefahrenabwehr dienenden Maßnahmen nicht ohne Rücksicht auf deren - erkennbare -Felgen für unbeteiligte Dritte treffen» Sie hat ihre Maßnahmen dementsprechend so einzurichten, daß die sich daraus für dritte Personen möglicherweise ergebenden Nachteile tunlichst gering bleiben und hat gegebenen-, falls, wenn die Dritten drohenden Nachteile'schwerer wiegen als die zu beseitigende oder zu verhütende Ge- ü fahr, von den biabsichtigten Maßnahmen überhaupt abzu- Stadt in der Gemarkung i(MMMMNi gelegen' ist» Der Guts-;;hof liegt jedoch als Einzelgehöft inmitten der dazugehöriger, Ländereien ausserhalb des geschlossenen Ortsteils WJMMI MH ln dem nördlich an die Felder des Klägers anschlies-;senden Stadtwald richtete die beklagte Stadt im Jahre 1934 einen Wohnwagenpiatz für durchziehende Zigeuner und sonstiges fahrendes Volk ein. Auf diesem etwa 250 m von der Feldgrenze ;des Klägers und 500 m von dessen Hof entfernt liegenden. Lagerplatz wurde im Jahre 1935 eine Baracke zur Unterbringung von Obdachlosen errichtet, der in den Jahren 1937 und 1950. Sach dem Zusammenbruch im Jahre 1945 wurde der Hof des Klägers durch Plünderungen schwer geschädigt und in den darauffolgenden Jahren durch fortgesetzte Diebstähle an Getreide, leide vier, und Feldfrüchten. h dpr Behauptung des Klägers in der Hauptsache von den Bewohnern des Lagers H verübt worden und insoweit macht der Kläger die Beklagte für den Schaden verantwortlich» Im einzelnen hat er dazu :'Vöf.ge trageng Bereits - die ..Errichtung ödes Waldlage 1 N MHW JMMfe an der von der Beklagten gewählten Stelle sei amtspflichtwidrig gewesen, da vcrauszusehen gewesen sei, dass die Lagerbewohner seine, des Klägers, in ihrer unmittelbaren :Eäho gelegenen Felder als willkommenes DiebStahlsobjekt anseihen würden« Die Beklagte habe auch, obwohl er. die Täter seien ebenfalls unter den Lageroewohnern zu Ton diesem Schaden von insgesamt 1500 DM verlangt Kläger mit der am 30» August 1951 erhobenen Klage Ers.atj eines Teilbetrages von 1100 DM und hat um VerurteilungG Beklagten zur Zahlung dieses Betrages nebst Zinsen gebe) Die beklagte Stadt hat bestritten, dass die der Kl, .zugrunde liegenden Diebstähle von Bewohnern des Waldlag« .■ausgeführt’ seien;,. Durch die Errichtung und Unterhaltung des läge' sei zudem in keiner Weise eine ihr, der Beklagten, dem ; gr i Af.'f etwaiges Versagen der Exekutivpolizei habe sie, Beklagt) nicht einzustehen» Der Kläger habe es auch verabsäumt^ Reohtsmi11e 1 (.verwa 11ungsgerichtliche )Uritätigkeitsklagej Dienstauf sichtsbeschwerde) einzulegen (§ ,839 BGB) „ Fefjj treffe ihn ein erhebliches Mitverschulden, da er sich s] nicht genügend gegen Diebstähle gesichert habe, Seniles) sc der geltend gemachte Anspruch auch -zu dem Teil ..verjähr-j bereich des Klägers eingegriffene, Zwischen diesen Massnahmen der Beklagten und den bei dem Kläger verübten Diebstählen bestehe zudem auch kein ursächlicher Zusammenhang;, da diese Diebstähle allein auf dem freien Willensentschluß der Täter beruht hätten» Spruchs eine Abgrenzung der verschiedenen Ansprüche VJM® Klarstellung des Klageantrags, ..wie sie vom Kläger in MW An dieser Zuständigkeit hat sich auch durch cfjkjjj nach dem Zusammenbruch in der britischen Besatzungszo» folgten Umorganisation und Verselbständigung der Polizei^ nichts geänderte Diese Umorganisation bezog sich lediigl auf die Polizei im engeren Sinne (vor allem Kriminal-p Sicherheitspolizei) und liess, wie in der Entscheidung! nur dann festgestellt werden, wenn der Beamte willküy|$EL— oder in so hohem Maße fehlsam gehandelt hat, dass seiilr®^ halten mit den an eine ordnungsmassige Verwaltung • zxvm^w, den Anforderungen schlechterdings unvereinbar ist (B&!| Nachprüfung unterzogen werden können und nicht jederffyf$|g fehler bereits eine Amtspflichtverletzung enthält doch hier entgegen der Auffassung des Berufungsgerichtes nicht bereits angesichts des unstreitigen Sachver Vorliegen eines die Beklagte gemäss § 839 BGB in mit Art 131 WeimVerf und Art 34 GrundG zu dem Schade verpflichteten Tatbestandes verneint werden. &) Zwar wird man nicht mit dem Kläger annehmen koi dass bereits wegen der Wahl des Platzes als Lagerpla^^^P für fahrendes Volk und als Platz zu dem Aufstellen für für Obdachlose gegen die zuständigen Beamten der Bek|äif||| der Vorwurf einer Amtspf licht Verletzung erhoben wen e: könnte. Es" ist nicht ersichtlich, dass und inwiefern reite die mehrere’Jahre vor dem letzten Krieg erfolgHM und Einrichtung des Platzes zu dem gedachten Zweck ajla eigenen Grund und Boden der Beklagten und 250 m von den nächstgelegenen Ländereien 500 m von der Hof'stelle des Klägers entfernt eine derart fehlerhafte Massnahme darstelle ? dass daraus ein Schadensersatzanspruch hergeleitet werden könnte,, Denn ’wenn diese Massnahme auch ohne weiteres gewisse Nachteile und Belästigungen für den Kläger im Gefolge haben mochte, so fehlen doch hinreichende Anhaltspunkte für eine Feststellung, dass sie zwangsläufig und für,die Beamten erkennbar mit derart schwerwiegenden Nachteilen für den Kläger verbunden gewesen wäre-, dass bereits aus diesem Grunde die Beamten der Beklagten* wenn sie sich nicht eines im Rahmen des § 839 BGB zu berücksichtigenden Ermessensfehlers schuldig machen wollten, von ihren Massnahmen vor., vornherein hätten Abstand nehmen müssen» Gegen eine derartige Annahme spricht auch die Tatsache, dass der Kläger den durch die jetzt erörterten Massnahmen geschaffenen Zustand jahrelang hingenommen und nach seinem eigenen 'Vorbringen erstmals während des Krieges bei der Beklagten Tor-Stellungen erhoben hat» b) Jedoch geben die weiteren Massnahmen der Beklagten hinsichtlich des Waldlagers, wenn man insoweit von den Behauptungen des Klägers ausgeht,, bei. - einer Überprüfung unter dem Gesichtspunkt der Amtspflichtverletzung zu Bedenken Anlass» Der Kläger hat in diesem Zusammenhang im einzelnen unter Beweisantritt behauptet (Klageschrift und Schriftsätze vom 19» Oktober 1951 - Bl 34- ff vom Oktober 1951 - Bl 38 ~» vom 14» März 1952 - Bl t und vom 7» Juni 1952 - Bl 92 ff -)s Die beklag habe planmässig alle asozialen Personen aus der dem Waldlager konzentriert und fast ausschl .minelle Elemente dort untergebracht» Er, dem Stadtdirektor und dem zuständigen Sachbearbeiter/dfafi immm Beklagten vorstellig geworden und habe auch in der f|l|H zeit immer wieder auf die von den Lagerinsassen verur!^^H WSSSk zu schwach gewesen, als dass sie einen Schutz hatten|gg||| währ leisten können, «Will Wenn man von der Richtigkeit dieser Behauptunge^ffl Klägers ausgeht, dann kann zunächst ein ursächlicher tm zwischen den Massnahmen der Beklagten und den SchädeJgB mine Ile Elemente in grösserer Zahl konzentriert werde|g® ist die Gefahr, dass diese sich zu Diebstählen und . Zusammenhang zwischen einer derartigen Ansiedlung l:ri^ffl Elemente und den von diesen auf den nahe gelegenen Das Berufungsgericht hat alsdann ausgeführt, dass zwar, daraus, dass sich das Lager in der Nachkriegszeit zu einer grosser: Gefahrenquelle ausgewachsen habe, die Verpflichtung1 der Beklagten zu folgern gewesen sei, Massnahmen zur Beseitigung dieser Gefahr zu treffen; dem habe jedoch entgegen gestanden, dass eine wirksame. Wenn man jedoch die Behauptungen des Klägers über de Umfang der Konzentration krimineller Elemente in den lager und den Umfang der dadurch hei ihm verursachte stähle als wahr unterstellt? dann vermögen die ErwajL des Berufungsgerichts die Verneinung einer Amtspflic letzung auf Seiten der Beamten der Beklagten nicht |||| weiteres zu rechtfertigen» Denn wenn die bei dem Klä durch Diebstähle seitens der Lagerbewohner eingetret’| Schäden das von dem Kläger behauptete und angeblich| der Beklagten bekanntgegebene Ausmaß angenommen habe ten? dann wären die nachteiligen Folgen der Massnahm| Beklagten für den Kläger derart schwerwiegend gewesen das Verhalten der zuständigen Beamten der Beklagten| angeblich nicht nur nichts gegen die dem Kläger drohel und ihnen bekannten Gefahren unternommen? wenn ganz besondere Umstände einer wife Abhilfe des für den Kläger so gefährlichen Zustandes| gengestanden haben sollten» Denn solange nicht das fs gen ganz besonderer? wenn diese zu einer| artigen Konzentrierung krimineller Elemente, geführt I dass dadurch für die Umgebung nicht nur Belästigung« Unannehmlichkeiten? da der Wert des Beschul gegenständes 6000 DM nicht übersteigt und die Revisions Berufungsgericht nicht' ausdrücklich zugelassen ist (§’f§| wenn ein klageabweisend.es Ur aufzuheben ist und die Sache zur anderweiten Verhandlt Entscheidung über revisible Ansprüche zurückzuverweisen wäre? anstelle des Berufungsgerichts auch über die nicht-bevorrechtigten Klagegründe entscheiden könne, wenn die Sache zur Entscheidung reif•ist und der Klage ohne weitere Sachaufklärung aus einem nichtbevorrechtigten Klagegrund stattgegeben werden kann, Bas trifft aber hier nicht zu. Denn im vorliegenden Pall steht noch nicht einmal fest, ob in den der Klage zugrunde liegenden Diebstahlsf aller, lagerbewohner die "Täter gewesen sind und mithin überhaupt ein Ursachen zu s e mrae nh an g zwischen diesen Diebstählen und . Ohne einen derartigen Ursachenzusammenhang aber ist der Klageanspruch unter keinerlei rechtlichen Gesichtspunkten begründete Per Rechtsstreit ist deshalb schon aus diesem Grunde noch nicht zur Endentscheidung reifso dass auch kein Anlaß besteht, bereits jetzt auf die vom Berufungsgericht erörter ten sonstigen- nichtbevorrechtigten - Klagegründe (§ 70 PrPVG, § 75 EinlftLR, §§ 906, 907 BGB) einzugehen. Das Berufungsurteil war daher aufzuheben und die Sache zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückzuverweisen, dem auch die Scheidung über die Kosten der Revision zu überlassen