BGH · III ZR 270/88 vom 07.12.1989
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BGB § 197 Leistet ein Ratenkreditnehmer, der den nach § 138 Abs. 1 BGB objektiv nichtigen Kreditvertrag für wirksam hält, seine Restschuld zur vorzeitigen Ablösung in einer Summe, so verjährt sein Anspruch auf Rückzahlung des auf Zinsen und Nebenkosten entfallenden Zahlungsanteils nach § 197 BGB (Weiterentwicklung von BGHZ 98, 174). Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 7. Dezember 1989 durch die Richter Kroner, Dr. Engelhardt, Dr. Halstenberg, Dr. Werp und Dr. Rinne für Recht erkannt: Die Revision der Kläger gegen das Urteil des 24. Im Mai 1979 nahmen sie jedoch bei einer anderen Teilzahlungsbank einen neuen Kredit auf und lösten damit die Restforderung der Beklagten vorzeitig ab. Mit der - zugelassenen - Revision verfolgen die Kläger ihren Anspruch in Höhe von 13.198,50 DM nebst Zinsen weiter. 1. Das Berufungsgericht hat die beiden Ratenkreditverträge der Parteien - unter Berufung auf die Rechtsprechung des erkennenden Senats zu § 138 Abs. 1 BGB, insbesondere auf seine Urteile vom 24. März 1988 (III ZR 24/87 = WM 1988, 647 und III ZR 30/87 = WM 1988, 645 = BGHZ 104, 102) - für nichtig erachtet, jedoch die Frage, in welcher Höhe die Kläger deswegen Erstattung rechtsgrundloser Zahlungen verlangen konnten, unentschieden gelassen mit der Begründung, die Bereicherungsansprüche seien auf jeden Fall gemäß § 197 BGB verjährt. 2. Soweit sich die Bereicherungsansprüche der Kläger aus ihren bis Mai 1979 vereinbarungsgemäß geleisteten Ratenzahlungen ergeben, kann sich das Berufungsgericht auf das Urteil des erkennenden Senats BGHZ 98, 174 stützen: Danach entsteht bei Nichtigkeit des zugrunde liegenden Kreditvertrags mit jeder einzelnen Ratenzahlung jeweils ein sofort fälliger Rückzahlungsanspruch des Kreditnehmers in Höhe des in der Rate enthaltenen Kreditkostenanteils. Da die einzelnen Ratenzahlungen ihre gemeinsame Ursache in der Vorstellung des Kreditnehmers haben, er sei zu der regelmäßigen Leistung verpflichtet, ist auch der Bereicherungsanspruch seiner Natur nach auf Zahlungen gerichtet, die nicht einmal, sondern in regelmäßiger zeitlicher Wiederkehr zu erbringen sind; das aber rechtfertigt die Anwendung des § 197 BGB (BGHZ aaO S. Februar 1988 - III ZR 17/87 = WM 1988, 611, 613) ist jedoch inzwischen - auch über das Gebiet der Ratenkreditkosten hinaus (vgl. Die Revision vertritt jedoch die Auffassung, § 197 BGB sei hier deswegen nicht anwendbar, weil die Kläger ihre Ratenzahlungen nicht vereinbarungsgemäß fortgesetzt, sondern sich im Mai 1979 über eine vorzeitige Ablösung mit der Beklagten geeinigt und deren gesamte Restforderung durch eine Schlußzahlung beglichen hätten. Das Berufungsgericht hat eine einheitliche Anwendung des § 197 BGB mit der Begründung bejaht, Sinn und Zweck der Verjährungsvorschrift verböten ein unterschiedliches Ergebnis, je nachdem, ob die zurückgeforderten Zinsen und Kosten in einzelnen Raten oder in einer zusammenfassenden Schlußzahlung enthalten gewesen seien; denn das Bedürfnis nach Rechtssicherheit und Rechtsfrieden bestehe in beiden Fällen in gleicher Weise. Zwar lassen sich, wenn man die Ablösungszahlung gesondert betrachtet, die im Urteil BGHZ 98, 174 für eine Anwendung des § 197 BGB angeführten Argumente nicht voll übertragen: Der Anspruch auf Rückzahlung der in der Ablösungssumme enthaltenen Zinsen und Kosten ist nicht auf regelmäßig wiederkehrende Teilleistungen gerichtet; er entsteht im Zeitpunkt der Ablösungszahlung in einer Summe und wird sofort in vollem Umfang fällig. Bei der Verjährungsprüfung dürfen jedoch unregelmäßige Einzelzählungen nicht losgelöst von der Gesamtheit der Zahlungen und von dem Ratenkreditvertrag gesehen werden, der ihnen nach der Vorstellung des Kreditnehmers zugrunde liegt. Sonst müßten die angeführten Einwendungen gegen die kurze Verjährung nach § 197 BGB auch durchgreifen, wenn es bei regelmäßiger Ratentilgung um den Kosten- und Zinsanteil der letzten Rate ginge, ein weiteres "Aufsummen" also ausschiede oder wenn es für einzelne Zahlungen deswegen an der faktischen Periodizität fehlte, weil der Kreditnehmer zunächst mit einer oder mehreren Raten säumig war und danach eine die aufgelaufene Schuld umfassende Zahlung leistete. Eine Auslegung, nach der die Bereicherungansprüche aufgrund dieser Zahlungen der 30-jährigen Verjährung gemäß § 195 BGB unterlägen, während die kurze Frist des § 197 BGB nur für die in den übrigen Ratenzahlungen enthaltenen Zinsen und Kosten gälte, erschiene im Ergebnis willkürlich und unbefriedigend. Die Verjährung nach § 197 BGB muß vielmehr einheitlich für alle Ansprüche auf Rückzahlung von Zinsen und Kosten gelten, die nach dem - vom Kreditnehmer für wirksam gehaltenen -Ursprungsvertrag in regelmäßigen Raten zu zahlen waren. Eine Ausnahme ist dann auch nicht für den Zins- und Kostenanteil einer von den Vertragsparteien nachträglich vereinbarten Schlußzahlung zur vorzeitigen Ablösung der Restschuld zu ' machen. Die spätere Vereinbarung gibt der Forderung des Kreditgebers nicht etwa eine vom früheren Ratenkreditvertrag unabhängige neue Rechtsgrundlage. weiterhin - aufgrund des ursprünglichen Vertrags für die Kapitalüberlassung in den vorangegangenen Ratenzeiträumen geschuldet; die gleichbleibenden Zinsanteile in den früheren Raten deckten die in den entsprechenden Ratenzeiträumen bereits entstandenen, staffelmäßig zu berechnenden Zinsforderungen der Bank nicht vollständig ab (BGHZ 91, 55, 58/59); der noch offene Rest wäre bei einer Abwicklung gemäß dem ursprünglichen Vertrag erst mit den späteren Raten fällig und getilgt worden. durch die Richter Kroner, Dr. Engelhardt, Dr. Werp, Dr. Rinne und Dr. Wurm beschlossen: