BGH · III ZR 228/65
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3)ie Klägerin macht gegenüber der Beklagten ein Grundbuchbcrichtigung3verlangen geltend» Dem liegt folgender Sachverhalt zugrundes Die Parteien sind Geschwister» Ihre Eltern waren der Bergmann Heinrich seine Ehefrau Emma geb» Weitere Kinder sind aus deren Ehe nicht hervorgegangen» Heinrich war vorher schon einmal verheiratet» Aus seiner ersten Ehe stamnt außer einem im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohn eine Tochter, die Ehefrau Amanda Scj geh» KflIHHB in Bio Eltern der Parteien errichteten am 30« August 1919 zusammen ein notarielles Testament folgenden Wortlautss Wir setzen uns gegenseitig und wechselseitig zu Erben ein, und zwar dergestalt, daß der Betztlcbende von uns alleiniger und unbeschränkter Erbe des Zuerstversterbenden sein □oll» Unsere Kinder sollen nur das erhalten, was beim Tode dos Längstlebenden übrig ist» ihr ”im Wege der vorweggenommenen Erbfolge” das genannte Hausgrundstück übertrugo Sie behielt sich dabei den lebenslangen Nießbrauch an der Besitzung vor und legte der Beklagten die Verpflichtung auf, der Klägerin und ihrer Halbschwester Amanda Sc^HHB sechs Jahre lang, beginnend mit dem Tode der Mutter "Abfindungsbeträge” in Höhe von 75 DM monatlich zu zahlen» Biese Verpflichtung wurde davon abhängig gemacht, daß Pfliehtteiloansprüchc nicht geltend gemacht werden» Die Beklagte nahm das Vertragsangebot durch notariell beurkundete Erklärung von 15° Dezember 1956 an und wurde am 19o Marz 1957 als Ei-gcntümci’in in das Grundbuch eingetragen» Im November 1958 änderten die Beklagte und ihre Mutter den Vertrag dahin, daß die an Amanda ScdB zu zahlende Abfindung vom elterlichen Vermögen auf 1»000 DM ermäßigt wurde» Die Mutter der Parteien starb am 14» Januar 1965» Die Klägerin ist der Ansicht, der Vertrag vom 12»/l5» Dezember 1956 sei nichtig, da er gegen das Testament der Eltern vom 50» August 1919 und überdies gegen die guten Sitten verstoße, so daß das Grundstück im Eigentum der Mutter verblieben und mit deren Tod auf die Parteien sowie Amanda Schnei-ker als Testamentserben übergegangen sei» Sie hat dazu vorgetragen? Die Mutter habe der Beklagten das Grundstück nur in der äußeren Form eines Rechtsgeschäfts unter Lebenden übertragen, um ihre Bindung an das Testament zu umgehen» In Wahrheit habe es sieh um die vorweggenommene Ausführung einer unzulässigen Verfügung von Todes wegen gehandelt» Das ergebe eich nicht nur aus dem Vorspruch des Vertragsangebotes vom 12o Dezember 1956, sondern auch aus dem Inhalt des Vertrages0 2» Im Hinblick auf die Bindung der Mutter der Parteien an das gemeinschaftliche Testament hält das Berufungsgericht den Vertrag zwischen der Mutter der Parteien und der Beklagten vom 12»/l3» Dezember 1956 als Umgehungogcschäft gemäß § 134 BGB für nichtig, weil dieser Vertrag gegen das Testierverbot des § 2271 Abo» 2 BGB verstoßen habe» Hiergegen wendet sich die Revision ohne Erfolg» anlaßt«, der Überlegung immer mehr Gewicht beizu demessen«, daß angesichts der Vorschrift des § 2286 BGB die Y/irksainkeit selbst von solchen Verfügungsgeschäf-ten unter Lebenden, die wirtschaftlich dem Ziel des gemeinschaftlichen Testaments widersprechen und dieses damit ”aushöhlenu,nicht in Frage gestellt werden kann, zu demal nach der Vorschrift des § 2287 BGB, die ebenfalls für bindende Verfügungen in gemeinschaftlichen Testamenten gilt, sogar bceinti'ächtigendo Schenkungen, die einen besonders schweren Verstoß gegen die Bindung des Überlebenden bedeuten, nicht zur Nichtigkeit der Schenkung, sondern lediglich zur Grundlage eines schuldrechtlichen Herausgabeanspruchs führen, und auch dies nur bei Benachteiligungsabsicht dos Schenkers„ Liesen vom Gesotz selbst getroffenen Regelungen entsprechend hat der erkennende Senat in seiner Rechtsprechung Rechtsgeschäfte, die sich ihrer rechtlichen Gestalt nach als Rechtsgeschäfte unter Lebenden darstollen, grundsätzlich dann als gültig und nicht als unwirksamen Versuch zur Umgehung des Tectierverbotes gewertet, wenn die in den Rechtsgeschäften vorgesehenen und mit ihnen angestrebten Regelungen nicht erst nach dem Tode des Erblassers, sondern bereits zu dessen Lebzeiten zu dem Tragen kommen und verwirklicht werden sollten, auch wenn sie nach der Absicht des Erblassers wirtschaftlich dom Ziel des von ihm errichteten gemeinschaftlichen Testaments oder ues von ihm geschlossenen Erbvertrages widersprachen„ Eine Dichtigkeit solcher Rechtsgeschäfte unter Lebenden läßt sich nur in ganz besonders gelagerten Ausnahmefällen annehmen „ Ein Rechtsgeschäft kann mithin als ein gemäß § 134 BGB unwirksamer Vor- Iflf such zur Umgehung dos für den Erblasser durch gemeinschaftliches Testament oder Erbvertrag begründeten Testierverbotes nur dann gewertet werden, wenn es sich nur seiner äußeren Gestalt nach als ein Rechtsgeschäft unter Lebenden darstellt, wenn insbesondere die rechts-goschäftlich vorgesehenen und.mit ihm angestrebten Regelungen wesentlich erst mit, dem Tode des Erblassers zu dem Tragen kommen, mithin ln Wahrheit eine vom.gemein--ochaftlichen Testament oder vom Erbvertrag abweichende Erbfolge herbeigeführt Werden solle Anders ausgedrückt hat eine im Blick auf § 134 BGB anzunehmende Unwirksamkeit- zur Voraussetzung, daß mit der Anerkennung des Rechtsgeschäfts nicht der Befugnis des Erblassers zur freien Verfügung über sein Vermögen durch Rechtsgeschäfte unter Lebenden Rechnung getragen, sondern eine dem Erblasser verwehrte und dem Gesetz zu-widerlaufende anderwoite Regelung der Erbfolge bestätigt würde (vgl.« BGH Urteile vom 110 Mai 1964 - III ZR 132/63 = BHotZ 1965, 357, vom 9. gekennzeichnet werden und oc sich in erster Linie nach den rechtlichen Folgen, wie sie sich den Parteien unter Einbeziehung aller Entwicklungsmöglich-keiten darstollen, entscheidet, ob dies der Fall ist„ La sich aber kaum ein Umgehungsgecchäft denken läßt, bei dem nicht schon zu Lebzeiten des Erblassers bereits ein endgültiger Rechtsübergang erfolgt, wäre es sinnlos, überhaupt noch von Umgchungsgeschäft cn zu sprechen, wenn der mit jedem Rechtsgeschäft unter Lebenden verbundene Rechtovcrluct schlechthin die Dichtigkeit ausschlösse,, Zu einer solchen Schlußfolgerung ist auch die Rechtsprechung dos Bundesgerichts hofs bisher nicht gelangte Der Bundesgerichtshof hat vielmehr in einigen Fällen auch solche Rechtsgeschäfte unter Lebenden, durch die ein wesentlicher ITach-laßgegenstand schon vom Erblasser selbst übereignet worden war, als nichtige Umgehungsgeschäfte angese-hen0 Ec handelte sich hierbei um Fälle, in denen der Zusammenhang mit unwirksamen letztwilligcn Verfügungen zunächst eindeutig gegeben und dadurch das im Streit stehende Rechtsgeschäft unter Lebenden als Umgchungsgeschäft gekennzeichnet war, Ler Erblasser hatte entgegen der Bindung aus einem vorausgegangenen gemeinschaftlichen Testament anderweitig, also unwirksam, letztwillig verfügt und durch ein Rechtsgeschäft unter Lebenden diese unwirksame letztwil-lige Verfügung ausgesprochenermaßen oder in unmittelbarem Zusammenhang vorwegnehmend vollzogen und dadurch eindeutig die Umgehungsabsicht zu dem Ausdruck gebracht (BGH Urteile vom 80 Juli 1954 - IV ZR 229/ hatte sich der Erblasser überdies an einem wertvollen Grundstück den lebenslänglichen Nießbrauch Vorbehalten, das mit der Schenkung für ihn verbundene Opfer also nicht schon zu seiner Lebenszeit auf sich genommen (Urteil vom 17o November 1959 - -V-.ZR 127/56 « NJW I960, 524)* Desgleichen hat der erkennende Senat in seinem Urteil von 29<> Oktober 1964 - III ZR 13/63 - die Schenkung eines Sparguthabens wegen der dort gegebenen besonderen Pallgestaltung wegen Verstoßes gegen das Testierverbot des § 2271 BGB gemäß § 134 BGB für nichtig erachtete Dies zeigt, daß dem Vermögensopfer, das der Erblasser schon zu Lebzeiten rechtlich erbringt, zwar eine maßgebliche, aber nicht die ausschließliche Bedeutung zukommt, sondern daß nur sämtliche mit dem Rechtsgeschäft unter Lebenden verbundenen Umstände einen brauchbaren Beurteilungsmaßstab abgeben könnenc 3o Das Berufungsgericht hat nicht verkannt, daß der Vertrag vom 12o/l3o Dezember 1956 sich äußerlich als ein Rechtsgeschäft unter Lebenden darstollte, das der Mutter der Parteien gemäß § 2286 BGB nicht verboten war, und daß die rechtlichen Polgen des Vertrages, auf die in erster Linie abzustollcn war, .schon zu Lebzeiten der Mutter durch Übereignung dos Grundstücks auf die Beklagte eintraten sollten und auch noch vor dem Tod der Mutter durch Eintragung der Beklagten im Grundbuch als Eigentümerin eingetreten sindo Das Berufungsgericht halt jedoch die Zielsetzung und die wirtschaftlichen Einen Anhaltspunkt dafür gebe schon der Vorspruch des Vertragsangebotes von 120 Dezember 1956, wonach das Hausgrundstück "im Wege der vorweggenommenen Erbfolge'11 übertragen worden sei«, Die Behauptung der Beklagten, diese Formulierung sei vom Notar aus steuerlichen Gründen gewählt worden, stehe den nicht entgegen„ Denn nach der Vorschrift des § 6 dos Steueranpasoungogosctzos sei ein bestimmter steuerlicher Vorteil durch bloße Formulierung nicht zu erreicheno Soweit cs steuerlich günstiger gewesen sei, wenn die Beklagte das Haus im Hinblick auf eine Erbenstcllung erhalte, müßten die Beteiligten letzteres auch wirklich gewollt haben, um den steuerlichen Erfolg zu erzielen«, Einer Vernehmung des Notars habe es daher nicht bedurft0 Auch die Abfindungen, die die Beklagte nach dem Vertrage an ihre beiden Schwestern habe zahlen sollen, sprächen dafür, daß der Vertrag als Ersatz für eine Erbregelung gedacht gewesen sei«, Denn diese Abfindungen hätten erst nach dem Tode der Mutter fällig werden solleno Sie seien zudem in dem Abänderungsvertrag von November 1958 als ’’Abfindung vom elterlichen Vermögen” bezeichnet«, Sie unterschieden sich also der Sache nach nicht von Vermächtnissen, wie sie ein Erblasser einem erbenden Kinde zugunsten enterbter Abkömmlinge aufzuerlegen pflegeo Durch die Vertragsbestimmung, daß die Abfindungen nicht zu zahlen seien, wenn die Schwestern ihren Pflicht- teil verlangten, worde der erbrechtliche Charakter dieser Regelung noch unterstrichene Ausschlaggebend sei aber, daß die Mutter.sich in den Vertrag den lebenslangen Nießbrauch an den Hausgrundstück Vorbehalten habe, Sic habe danit das Vernögcnsopfer, das mit einer Verfügung unter Lebenden verbunden sei, wirtschaftlich*zu ihren Lebzeiten nicht voll auf; sich genommeno Die Beklagte habe zunächst lediglich buchmäßig die Stellung eines Grundstückseigentümers erhalten, während die Nutzungen der Besitzung, die wirtschaftlich ihren Hauptwort auomachtesfder Mutter bis zu ihrem Tode verbliebene Die wesentlichen Auswirkungen des Vertrages sollten also wie bei einer Verfügung von Todes wegen erst mit dem Tode der Mutter eintreteno Der Vertrag erweise sich damit als ein unzulässiger Versuch der Mutter, ihre Bindung an das gemeinschaftliche Testament zu umgehen <, "Gegen diese in erster Linie dem Tatrichter obliegende und vom Revisionsgericht grundsätzlich nur auf Verstoße gegen allgemeine Auslegungsregeln, Denkgesotz e und Erfahrungssätze nachprüfbare Würdigung des Sachverhalts lassen sich rechtliche Bedenken nicht erhebeno Danach ist die von der Mutter der Parteien in bezug auf ihr Vermögen zugunsten der Beklagten getroffene Verfügung nicht entscheidend zu v/erten als Ausfluß der Befugnis, über ihr Vermögen durch Rechtsgeschäft unter Lebenden frei zu verfügen, sondern sie erhält ihr besonderes und entscheidendes Gepräge durch das Bestreben der -Mutter, den durch das sie Sicherlich ist der Revision zuzugeben, daß das bürgerliche Recht da3 Institut der "vorweggenommenen Erbfolge" nicht kennt«, Jedoch hat die Rechtsprechung dc3 Bundesgerichtshofes in Einzelfällen Übergabeverträge, die einen Hof im Sinne der Höfoordnung zu dem Gegenstand hatten, nicht lediglich als ein gev/öhnliches Voräußerungsgeschäft unter Lebenden angesehen, sondern sio um ihrer erbrechtlichen Bedeutung willen wie eine Verfügung von Todes wegen behandelt, soweit sie das Rocht des vertragsmäßig Bedachten beeinträchtigten, da bei diesen Verträgen als .vorweggenommene Erbfolge das Hauptgewicht auf der Zuwendung an,den Übernehmer liegt und diese Art von Verträgen nach der Höfeordnung auch erbrechtliche Wirkungen hat (BGH I»M § 17-HöfeO. Nr* 4; § 12 HöfeO Nr«, 3)o Mag nun auch die Rechtsprechung Übergabeverträge, die keine Hofe im Sinne der Höfeordnung zu dem Gegenstand hatten, nicht wie Verfügungen von Todes wegen behandelt haben, weil diese Vertrage hinsichtlich der vorweggenommenen Erbfolge keine Sonderstellung einnahmen, so schließt das nicht aus, daß solche Verträge durch den von den Parteien vereinbarten materiellen Gehalt des Rechtsgeschäfts auf eine Erbfolgeregclung abzielen0 Bas gilt um so mehr, wenn, wie hier, der Vertrag in seiner Einleitung sogar ausdrücklich von einer "im Wege der vorwoggohommenon Erbfolge" vorgenommenen Grundbesitzübertragung sprichte sehen, noch keine erbrechtliche Regelung zu bedeuten brauchte« Dem steht auch nicht die Vorschrift des § 2301 Abs« 1 BGB entgegen, nach der für ein Schcnkungsveroprechcn von Todes wegen die Vorschriften über Verfügungen von Todes wegen Anwendung zu finden haben« Denn nach höchstrichterlieher Rechtsprechung (RGZ 106, 1, 2; BGHZ 8, 23, 31/32) stellen Verträge, die eine lebzeitige Zuwendung auf den Todesfall durch eine Mittelsperson zu dem Gegenstand haben, keine Schcnkungsvcrsprechungen im Sinne dos § 2301 Abs« 1 EGB dar, sondern begründen vielmehr gemäß § 331 BGB ein Forderungsrecht für einen Dritten, stellen also eine Handschenkung des Versprechens ompfängers an den Dritten dar« Das Berufungsgericht hat cs aber nicht allein auf die Fälligkeit der Abfindungen erst nach dem Tode der Mutter abgestellt, sondern sieht die erbrechtliche Regelung darin, daß die Abfindungen in dem Abänderungsvertrag vom 15o Hovember 1958 als "Abfindung vom elterlichen Vermögen" bezeichnet sind und daß weiter diese Abfindungen entfallen sollen, wenn die Sehwe- daß der Beklagten mit der Übertragung des Grundbesitzes - durch Rechtsgeschäft unter Bebenden - etwas geschenkt oder teilweise geschenkt wurde, sondern -die Mutter hat ihr in Wirklichkeit - jedenfalls hat sie dies nach den ganzen Umständen so gewollt Es mag dahinstehen, ob, wie vom Berufungsgericht angenommen, ausschlaggebend für die Nichtigkeit des Vertrages vom 120/l3o Dezember 1956 der Umstand sein konnte, daß die Mutter sich in dem Vertrag den lebenslänglichen Nießbrauch an dem Grundstück Vorbehalten hatte, da, wie das Berufungsgericht ausführt, die Mutter damit das Opfer, das mit einer Verfügung unter Lebenden verbunden sei, wirtschaftlich zu ihren Lebzeiten nicht voll auf sich genommen habe* Stände die Nießbrauchbcstellung allein in Rede, dann wäre ihr eine Bedeutung beige-moosen, die ihr nicht zukomracn könnte„ Es müßte vielmehr bei der Würdigung dos Überlassungsvorträges unter den Gesichtspunkten, wie sie für die Frage der "Aushöhlung” des gemeinschaftlichen Testaments maßgeblich sind, entscheidend die Tatsache Berücksichtigung finden, daß die Mutter der Parteien durch den - etwa sechs Jahre vor ihrem Tode geschlossenen - Überlasoungsvortrag endgültig über ihr Eigentum an dem Grundbesitz verfügt und diesen bereits zu ihren Lebzeiten aus ihrem Vermögen herausgegeben hato Der ihr vorbehaltene Nießbrauch minderte zwar die wirtschaftlichen Auswirkungen der Übereignung bedeutsam herab, entscheidend müßte aber bleiben, daß die Mutter der Parteien noch zu ihren Lebzeiten ihre Rechtsstellung als Eigentümerin ihres Grundbesitzes aufgegeben und die Eigentümer- Kann somit der Nießbrauchbestellung auch nicht die vom Berufungsgericht zugesprochene ausschlaggebende Bedeutung beigemepsen werden, so rundet sie jedenfalls das Gesamtbild einer erbrechtlichen Regelung abo Durch diese Maßnahme blieb die rechtliche Eigentumsänderung ohne wesentliche wirtschaftliche Folgen für die Mutter der Parteien0 Diese verblieb in vollen wirtschaftlichen Genuß des Grundbesitzes, während die rechtliche Übereignung an die Beklagte bis zun Tode der Mutter nur von untergeordneter Bedeutung war« Desgleichen änderte sich auch die wirtschaftliche Stellung der Beklagten nicht0 Zwar erwarb sie die Verfügungebercchtigung über den Grundbesitz, bis zu dem Tode der Mutter brachte ihr das angesichts der Nießbrauchbestellung aber keine wirtschaftlichen Vorteile, wie umgekehrt Verpflichtungen ihrerseits auch erst mit dem Tode der Mutter eintreten sollten.. mit der Art und Höhe der Nutzungen auseinandersetzte» Für die Entscheidung ist es daher ohne Bedeutung, daß das Berufungsgericht seine Feststellungen hierzu möglicherweise fehlerhaft getroffen hat» Fehlerfrei und auch von der Revision nicht gerügt hat das Berufungsgericht dagegen die entscheidungscrhebliche Feststellung getroffen, daß die Hutter der Parteien sich den Nießbrauch nicht nur der Form nach.Vorbehalten, sondern ihn auch tatsächlich bis zu ihrem Tode ausgeübt hat» 5o Nach alledem muß die rechtliche Würdigung des Sachverhalts durch das Berufungsgericht dahin, daß die Übertragung des Hausgrundstücks gegen das gemeinschaftliche Testament verstoße und deshalb als Umgehungsgcochäft gemäß § 134 BOB nichtig sei, als zutreffend gebilligt werden» Würde man in diesem Falle das zur Erörterung stehende Rechtsgeschäft der Mutter als gültig erachten, so würde das in dem vorliegenden Fall nicht den Schutz der dem Erblasser gemäß § 2286 BGB grundsätzlich zustohenden freien Verfügungsbefugnis, sondern das dem Gesetz zuwiderlaufende Sanktionieren einer dem Erblasser durch das gemeinschaftliche Testament versagten anderweiten Regelung der Erbfolge bedeuten» liier jedoch vor* Die Beklagte, die infolge der Nichtigkeit des Überlassungsvertxagco zur Rüekgcwähr des Grundstücks an die Erbengemeinschaft in Wege der Zustimmung zur Grundbuchberichtigung verpflichtet ist , zugleich aber Miterbin in bezug auf den Nachlaß ist, kann nach der Natur dieses Schuldvorhältnisseö nicht verlangen, daß die hiernach von ihr geschuldete Rück-gewähr vonx der Berichtigung ihrer Ansprüche aus der Tilgung von Nachlaßverbindlichkeiten abhängig gemacht werdeo Denn die Rückgewähr des Grundstücks dient letztlich dem Zwecke der Auseinandersetzung der Miterbenge-meinschafto Voraussetzung aber für diese bildet nach den §§ 2046 f BGB die Berichtigung der Nachlaßverbindlichkeiten und die Erstattung der Auslagen, die etwa einzelne Miterben zu diesem Zweck gemacht haben* Dazu muß aber nötigenfalls der Nachlaß gemäß § 2046 Abs * 3 BGB in Geld umgesetzt werden* Gerade die Befriedigung einzelner Miterben wegen solcher Ansprüche auf Erstattung von Auslagen für die Berichtigung von Nachlaßverbindlichkeiten verlangt danach die vorgängige Herausgabe - hier die Grundbuchberichtigung -der zu dem Nachlaß gehörigen VermÖgensstückCo Hierbei ist dem zur Herausgabe verpflichteten Miterben zur Sicherung der wirklichen Berichtigung seiner Forderungen ein Mittel durch den § 2038 BGB gegeben, wonach die Verwaltung des Nachlasses den Miterben gemeinschaftlich zusteht, jeder Miterbe dem anderen gegenüber verpflichtet ist, zu Maßregeln mitzuwirken, die zur ordnungsmäßigen Verwaltung erforderlich sind, und jeder Miterbe die zur Erhaltung notwendigen Maßregeln ohne Mitwirkung der anderen treffen kann (RG non Miterben hat» Diosc Gründe müssen hier jedoch zu rücktroten hinter anderen Erwägungen, die bei der be sonderen Sachlage eine von der Regel abweichende Beurteilung des Rechtsverhältnisses zwischen der Klägerin als Miterbin und der Beklagten.als Nachlaß-Schuldnerin verlangeno Es würde Recht und Billigkeit widersprechen, wollte man hier das natürliche Band zwischen den beiden demselben Lebencverhältnis entsprungenen Ansprüchen rechtlich zerschneiden„ Der Beklagten als Nachlaßschuldnerin ist vielmehr wegen ihres gegen die Klägerin gerichteten Bereicherungs-ansprucheo ein Lcistungsverweigerungsrocht gegenüber dem Berichtigungsanspruch der Klage zuzugesto-hen (RGZ 132, 81, 86/87)• Stehen sich hier auch nicht wechselseitig derselbe/ Gläubiger und Schuldner gegenüber, so findet das Leistungsverweigerungsrecht seine Rechtfertigung dennoch darin, daß gerade die Klägerin von der Klagebefugnis des § 2039 BGB Gebrauch gemacht hat und daher nach Treu und Glauben jedenfalls gegen sich das von der Beklagten geltend gemachte Loistungsverweigerungsrecht gelten lassen muß«. Dies ist um so mehr anzunehmen, als hier die Vorschrift des § 2038 BGB nicht durchgreift, die dem zur Herausgabe verpflichteten Miterben eine gewisse Sicherheit für die wirkliche Berichtigung seiner Ansprüche gibt» Da die Beklagte, wie sich aus dem Tatbestand des Berufungsurteils ergibt, in der Berufungoverhandlung ein Leistungs-vcrwcigcrungsrccht gemäß §§ 273 Abs» 1, 274 BGB - jedenfalls soweit ihre Forderung in Höhe von I08OQ DM in Rede steht - zulässig und begründet