BGH · III ZR 220/59 vom 09.01.1961
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Kläger, der vom beklagten Land im März 1954 unter "Berufung in das Beamtenverhältnis" als Eichter auf Lebenszeit zu dem Landessozialgerichtsrat ernannt und in eine freie Plan-stelle der (damaligen) Besoldungsgruppe A 2 c 2 eingestuft Wurde, ist der Meinung, ihm stehe schon seit der Verleihung der Hichterstelle am Landessozialgericht das Gehalt nach der (damaligen) Besoldungsgruppe A 2 b zu. Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf den Tatbestand des zwischen den Parteien ergangenen Urteils des erkennenden Senats vom 25« Juni 1959 III ZR 54/58(BGHZ 30, 232) verwiesen, mit dem das erste Urteil des Berufungsgerichts vom 5« Marz 1953, das die Berufung des Klägers gegen das klagabweisende Urteil des Landgerichts zurückgewiesen hatte, aufgehoben und die.Sache zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an das Oberlandesgericht zurückverwiesen worden war. Das beklagte Land habe dem Kläger gegenüber (vor seiner Anstellung und Ernennung zu dem Landessozialgerichtsrat) sowohl mit einem Schreiben vom 8. In Kenntnis dieser Regelung habe der Kläger sich sowohl fern» mündlich als auch mit einem späteren Schreiben vom 11« Februar 1954 bereit erklärt, das Richteramt in der Form, wie es ihm angetragen worden sei (nämlich mit der Besoldungsgruppe A 2 c 2), zu übernehmen; dem Kläger sei es zur Zeit seiner Bewerbung nur darum zu tun gewesen, daß er Überhaupt wieder ständig als Richter beschäftigt wurde* 2) Die Revision will einen Verfahrensverstoß gegen § 565 Abs* 2 ZPO daraus herleiten, daß das Berufungsgericht bei seiner Würdigung davon spricht, die Einweisung des Klägers in eine Planstelle der Besoldungsgruppe A 2 c 2 sei 11 sachgemäß” gewesen« Hierzu hat das Oberlandesgericht ausgeführt: die der Aufhebung des ersten Berufungsurteils zugrundegelegt v/orden ist, auch seiner jetzigen Entscheidung zugrundelegt, also von einem Re cht sans pruch des Klägers auf Dienst bezöge der Besoldungsgruppe A 2 b für die hier maßgebliche Zeit ausgeht, jedoch ••t.v das Geltendmachen dieses Anspruchs als unzulässig ansieht - Wenn das Oberlandesgericht bei der Erörterung der Frage, ob das jetzige Zahlungsverlangen des Klägers gegen freu und Glauben verstoße, von einem 3 * * * * * * * 11 sachgemäßen1' Handeln des beklagten Bandes spricht, so ist dies schon dem Wortlaut nach nicht gleichzusetzen mit einem 11rechtmäßigen*1 Handeln. Darüber hinaus ergibt sich auch hier aus dem Zusammenhang der Urteilsgründe, daß damit lediglich gesagt werden sollte, das beklagte Land habe 11 sachliche11 Gründe für die (vorläufige) Einstufung des Klägers in die Besoldungsgruppe A 2 c 2 gehabt, mithin habe es mit dieser Besoldungseinstufung nicht selbst willkürlich oder mißbräuchlich gehandelt, wie der Kläger in diesem Rechtsstreit behauptet hat. 3) Daß der allgemeine Grundsatz von Treu und Glauben im Bereich des öffentlichen Rechte, insbesondere des öffentlichen Dienstrechts ebenfalls zu beachten ist und somit der Einwand der unzulässigen Rechtsausübung auch gegenüber vermögensrechtlichen Ansprüchen der Beamten und Richter rechtlich möglich ist, hat der erkennende Senat wiederholt ausgesprochen (vgl. derheiten zu berücksichtigen sind, so reichen doch hier die getroffenen tatsächlichen Feststellungen aus, um das Geltendmachen des höheren Gehaltsanspruchs durch den Kläger als einen Verstoß gegen Treu und Glauben zu kennzeichnen, wie dies durch das Berufungsgericht geschehen ist* Denn sein jetziges Vorgehen steht hei dem festgestellten Sachverhalt in einem rechtlich nicht zu billigenden Widerspruch zu seinem eigenen früheren Verhalten bei der Übernahme des richterlichen Amtes eines Landessozialgerichtsrats• Darauf, ob dem Kläger schon bei seinem Eintritt in den Landesdienst bewußt war, daß ein Lan-dessozialgerichtsrat grundsätzlich in die (damalige) Besoldungs gruppe A 2 b gehört habe, ferner ob er geglaubt hat, seine damalige Einstufung in die Besoldungsgruppe A 2 e 2. durch das beklagte Land sei "rechtmäßig” gewesen, und aus welchen Gründen im einzelnen die unterschiedliche Besoldungsregelung für die Landessozialgerichtsräte erfolgte, v/orauf die Hevision abheben will, kommt es für die Anwendung des Grundsatzes von Treu und Glauben nicht an* Denn es steht nicht zur Entscheidung, ob der Kläger etwa auf einen höheren Gehaltsanspruch "Verzicht”, der die Kenntnis eines solchen höheren Anspruchs voraussetzt, geleistet hat, sondern ob seine jetzige Rechtsausübung in einem unzulässigen Widerspruch steht zu seinem eigenen früheren tatsächlichen Verhalten vor und bei der Übernahme des richterlichen Amtes* Wennaaber das beklagte Land dem Kläger seinerzeit klar und deutlich zur Kenntnis gebracht hat, daß die Landessozialgerichtsräte nach der damals getroffenen tatsächlichen Regelung teils in die Besoldungsgruppe A 2 b und teils in die Besoldungsgruppe A 2 c 2 eingestuft seien, und daß für ihn nur eine Verwendung in der Besoldungsgruppe A 2 c 2 in Betracht komme, und wenn der Kläger daraufhin, also in Kennt nis all dieser ihm offenbarten tatsächlichen Umstände, wiederholt seine Bereitschaft zur Übernahme eines ihm so angetragenen Amtes erklärt und es auch angenommen hat, da ihm nur darum zu tun war, überhaupt wieder ständig im Staatsdienst als Rieh-