BGH · III ZR 219/54
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
ProzeßbeVollmachtigten Rechtsanwalt hat der III0 Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 26« April 1956 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Profc Br, Geiger sowie der Bundesrichter Rietschel, Br» Kreft, Br0 ' Arndt und Br0 Beyer für Recht erkannts Auf die Rechtsmittel der Beklagten wird das Urteil des lo Zivilsenats des Hanseatischen Oberlandesgerichts zu Hamburg vom 210 Mai 1954 aufgehoben und das Urteil: der 3» Zivilkammer des Landgerichts Hamburg vom 12c Februar 1954 abgeändert s .AufGrund dieser Beurteilung des Rechtsstandes des Klägers ii.st ihm die Teuerungszulage von 20 $ nach § 4 des Gesetzes vom 10o November 1952 (Ges» u, V0B1 243) nicht schon ab lc Oktober 1951, sondern erst ab 1„ April 1952 gezahlt worden:. daß ihm diese Zulage auch schon für die Zeit vom 1„ Oktober 1951 bis 31» März 1952 zustehe <, Er ist der Auffassung7 daß die Kürzung 1 seines Ruhegehalts um 25 $ ungesetzlich und deshalb nichtig gewesen sei? Sie ist der.Auffassung, daß es für die Zugehörigkeit des Klägers zu dem Bersonenkreis des Gesetzes zu Artikel 131 GG nicht auf die Rechtmäßigkeit, sondern nur auf die Tatsache der Kürzung ankomme„ Bas Berufungsgericht ist der Auffassung, daß der Klä ger nicht dem Personenkreis des § 63 G 131 zuzurechnen sei, weil die Kürzung seines Ruhegehalts mangels einer gesetzlichen Grundlage nicht nur rechtswidrig, sondern schlechthin nichtig gewesen sei, der Kläger also seine beamtengesetzliche Versorgung nur' scheinbar aus einem nicht beamtenrechtlichen gründe nicht voll erhalten habeu ’ Bie Präge, ob der Kläger, wie die Beklagte meint, ohne Rücksicht auf die Rechtswirksamkeit der Kürzung allein auf Grund der Tatsache dieser Maßnahme dem Personenkreis des § 63 G 131 zuzurechnen ist, kann auf sich beruhen, da schon der Ausgangspunkt des angefochtenen Urteils, daß es sich bei der Kürzung des Ruhegehalts um einen nichtigen •Verwaltungsakt gehandelt habe, nicht richtig ist* U)as Berufungsgericht stützt sich zur Begründung seiner Ansicht zu Unrecht auf die Entscheidung des Senats vom 25 3 Juni 1953 - III ZR 333/51 -• In dem dort entschiedenen Pall Vv '' ' • - der MilRegVQ 110 nicht vorgesehen sei» Der Senat hat aber inswischen in einem Urteil vom 26e September 1955 - III ZR 50/54 - in einer dem hier zur Entscheidung stehenden Pall gleichgelagerten Sache entschieden, daß eine Kürzung des Ruhegehalts um 25 $ eine Parallele in der Versetzung eines aktiven Beamten in den Ruhestand mit herabgesetztem Ruhegehalt finde, wie sie als Sühnemaßnahme in der MilRegVO 110 vorgesehen sei«. Der Kläger ist deshalb auch dem Personenkreis des § 63 Abs 1 Ziff 1 b • G 131 zuzurechnen, weil er am 8C Mai 1945 als Beamter im Dienst der Beklagten stand, vor Inkrafttreten des Gesetzes zu Artikel 131 00 das 65o Bebensjahr vollendet und aus anderen als beamtenrechtlichen Gründen keine entsprechende Versorgung erhalten hato Dem steht die Entscheidung des Senats vom 25c Oktober 1954 (BOHZ 15, 126) nicht entgegen«, Der dort entschiedene Pall lag - abgesehen davon, daß die dort anzuwendenden Oesetze sich inhaltlich nicht mit dem Hamburger Recht decken - schon deshalb anders, weil der dortige Kläger schon vor dem 1, April 1951 seine vollen Ruhegehaltsbezüge wieder erhalten hatte, seine Versorgungsverhältnisse also bei Erlaß des Gesetzes zu Art 131 OrundO nicht mehr regelungsbedürftig waren. Daraus folgt, daß der Kläger nach § 4 Abs 2 des Gesetzes vom 10o November 1952 die nach § 4 Abs 1 dieses Gesetzes gewährte Zulage von 20 i<> erst ab 10 April 1952 beanspruchen kann.