BGH · III ZR 218/83 vom 28.06.1984
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Krohn und die Richter Kroner, Boujong, Dr. Halstenberg und Dr. Werp am 28. April 1978 findet die Auffassung des Klägers, er habe innerhalb der vereinbarten Darlehenslaufzeit den gewährten Kredit nach Teilrückzahlung immer wieder neu in Anspruch nehmen kön- April 1978 vom Darlehenskonto als einem "quasi-Girokonto" gesprochen haben soll, so ergibt sich daraus nicht die Vereinbarung eines revolvierenden Kredits. Auch daraus, daß ein Girovertrag gewöhnlich mit einem Kontokorrentvertrag verbunden wird (Ca-naris aaO Rn. 319), folgt nicht, daß der Ausdruck "quasi-Girovertrag" seinem objektiven Erklärungswert nach die Gewährung eines revolvierenden Kredits beinhaltet. Selbst wenn man eine konkludente Vereinbarung zuläßt, hält die tatrichterliche Feststellung, der Kläger habe den Erklärungen des Vertreters der Beklagten auch in Verbindung mit der tatsächlichen Handhabung bei der Abwicklung des früheren Kredits keine Befugnis zur ständig neuen Ausschöpfung des bewilligten Darlehens entnehmen dürfen, der revisionsrechtlichen Überprüfung stand. Ohne Erfolg rügt die Revision einen Verstoß gegen §§ 133, 157 BGB, 286 ZPO; daß die Beklagte in früheren Jahren mehrfach nach vorzeitigen Tilgungsleistungen in geringerem Umfang erneut Belastungen duldete, zwingt nicht zu der Auslegung, sie habe dem Kläger das Recht eingeräumt, im Mai 1981 den bereits bis auf rd. 25.000 DM abgezahlten Kredit gegen den Willen der Beklagten durch eine Überweisung von 54.500 DM wieder zu dem 1978 vereinbarten Zinssatz von nur 5,5 % neu in Anspruch nehmen zu dürfen. April 1978 kein Anspruch des Klägers auf einen revolvierenden Kredit, so kann auch die Berufung auf § 242 BGB dem Kläger nicht das Recht geben, von der Beklagten eine ständig neue Kreditgewährung bis zur Höhe von 80.000 DM zu verlangen.