BGH · III ZR 203/60
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
hat der III» Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 25» Juni 1962 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Br, Pagendarm sowie der Bundesrichter Br» Kroft, Br» Arndt, Gähtgens und Keßler für Recht erkannt: Umlegungsplan in der Zeit vom- 9» "bis 23 o November 1955 aus-golegt, und nach einer bald darauf erfolgten Ergänzung des Bebauungsplanes sollte im Anschluß an die Festsetzung der Pläne eine Umlegung erfolgen, um sicherzustellen, daß die den Privatoigentümern zugoteilten Grundstücke angemessen bebaut v/erdcn könnten» Das Umlegungsverfahren wurde jedoch nicht mehr beschlossen, da die betroffenen Grundstückseigentümer zu dem großen Teil, darunter auch die Kläger, in der Folgezeit mit der Beklagten privatrechtliche Grundstückstauschverträge schlossen» Die Gebäudereste auf ihren alten Grundstücken seien durchaus verwendungsfähig gewesen» Die Bebauung sei jedoch infolge der Bausperre bis zu dem 26» Juli 1955 unmöglich gewesen» In der Bausperre liege eine entschädigungspflichtige Enteignung, die 3ich zu demindest seit der Währungsreform nicht mehr im Rahmen der Sozialpflichtigkeit gehalten habe«, Nach dem 26» Juli 1955 sei den Klägern weiterhin die Nutzung ihrer alten Grundstücke entzogen worden» Biese Entziehung habe praktisch bis zu dem 27« März 195S fortgedauert» Bas noch nutzbare achteckige Restgrundstück sei bei seiner Form für einen Wiederaufbau für sie wertlos gewesen* Ein privater Verkauf 3ei wegen der Form unmöglich gewesen, zu demal sich alle anliegenden Grundstücke in der Hand der Beklagten befunden hätten» Das eingeleitete Umlegungsverfahren habe zudem jede Bebauung verhindert» Kaufverhandlungen mit der Beklagten seien gescheitert, weil die Beklagte für Grund und Boden nebst Gebäuderesten und Planungsschaden die verlangten 530 000 DM bis 545 000 DM nicht habe bezahlen wollen* Ein Tauschvortrag sei trotz ständiger Verhandlungen vereitelt worden, weil die Beklagte den Wert der Gebäudereste statt mit 86 000 DM nur mit 30 000 DM angesetzt habe* tergehenden Klage einen Betrag von 37 149 DM mit Zinsen zugesprochen mit der Begründung, daß ihnen dieser Betrag noch als weitere Entschädigung für die entzogene Nutzung an Grund und Boden und an den Bauresten für die Zeit vom 19» September 1951 bis 26» Juli 1955 zustehe, wahrend die Beklagte für die spätere Zeit eine Entschädigung nicht schulde» Gegen das landgerichtliche Urteil haben beide Parteien Berufung eingelegt» Die Kläger haben - nachdem die Beklagte nach Erlaß des landgerichtlichen Urteils noch 31 850 DM bezahlt hatte - in der Berufungsinstanz die Zahlung von insgesamt weiteren 85 000 DM nebst Zinsen verlangt, und zwar für die Zeit vom 19«. Das Oberlandesgericht 'hat die Berufung der Beklagten zurückgewiesen und auf die Berufung der Kläger unter Zurückweisung des weitergehenden Rechtsmittels die Beklagte zur Zahlung weiterer 12 009,58 DM nebst Zinsen als restliche Ent- 1337 /~in BGHZ 50, 338 ff insoweit nicht abgedruckt_7 und vom 4» Juni 1962 - III ZR 207/60 So 8), und die einzelnen nach Zeit und Art verschiedenen Folgen des enteignenden (enteignungsgleichen) Eingriffs bilden lediglich unselbständige Rechnüngs-faktoren im Rahmen der als Einheit aufzufassenden Gesamtentschädigung o Demzufolge steht die vom Berufungsgericht den Klägern für die Zeit vom 19« September 1951 bis zu dem 26« Juli 1955 zugebilligte Entschädigung auch angesichts dessen, daß das Berufungsurteil von der Beklagten nicht angefochten worden ist, noch nicht endgültig und ziffernmäßig unabänderlich fest» Denn innerhalb der Gesamtentschädigung können weiterhin die einzelnen Rechnungsposten geändert werden, wenngleich dabei insgesamt der vom Berufungsgericht den Klägern zuerkannte Entschädigungsbetrag nicht unterschritten werden darf.Im übrigen ist es jedoch durchaus geboten, bei der rechtlichen Beurteilung der der Klage zugrundeliegenden Vorgänge zwischen den einzelnen Zeitabschnitten in der Weise, wie es die Kläger und auch die Vorinstanzen getan haben, zu unterscheiden» Bei den besonders schwierig gelagerten Verhältnissen vor allem in stark zerstörten Gemeinwesen kann und muß unter Umständen ein noch späterer Zeitpunkt als der der Währungsum-stcllung für den Beginn der Frist angenommen werden«, Wenn das Berufungsgericht im vorliegenden Fall zu dem Ergebnis gekommen ist, daß in Bremen unter den dort obwaltenden besonderen Schwierigkeiten die Planungsarbeiten nicht vor dem 18o September 1951 hätten abgeschlossen werden können, und erst von diesem Zeitpunkt an (und nicht bereits von Ende Juni 1951 an) die Bausperro als enteignende Maßnahme gewertet hat, so handelt es sich dabei um eine tatrichterliche Y/ürdigung, die einen Rechtsfehler nicht erkennen läßt, Juli 1955 erfolgten Veröffentlichung des auch dieses Grundstück umfassenden Bebauungsplanes eine Entschädigung an die Kläger dafür zu leisten ist, daß ihnen während dieser Zeit die Möglichkeit genommen war, das Grundstück einschließlich der stehen gebliebenen Ruinenteile sachgerecht zu nutzen. Das Oberlandesgericht hat in Übereinstimmung mit dem Landgericht für die entzogene Nutzung des Grund und Bodens (ohne aufstehende Ruinenteile) eine Entschädigung von insgesamt 67 907 DM festgesetzt, die die Beklagte auch bezahlt hato Die Vorinstanzen sind dabei, dem Gutachten Dr, Röhrs folgend, von einem von 1951 (19° September 1951s 280 000 DM) bis 1955 (26o Juli 1955: 360 000 DM) steigenden Verkehrswert des Bodens ausgegangen, haben dabei jedoch für die einzelnen Jahre verschieden hohe Abstriche gemacht. Dio Entschädigung für die entzogene Nutzung der stehen gebliebenen Bauteile (Ruine) während des hier interessierenden Zeitraumes hat das Landgericht auf 11 282 DM, das Berufungsgericht dagegen mit 17 992,58 DM festgesetzt, während die Kläger selbst dafür 22 058 DMin Ansatz bringen., Das Berufungsgericht ist dabei von einem Wert der Ruine von 85 000 DU ausgegangeno Es hat in gleicher V/eiso wie bei der Ent-schädigungsfestsctzung für die entzogene Nutzung des Grund und Bodens Abschläge für den noch fohlenden "Marktausgleich" gemacht und alsdann die Entschädigung nach den oben erwähnten Renditesätzen errechnet, Demgegenüber macht die Revision geltend; Der "Marktaus-gleich" müsse als Berechnungsfaktor für die Festsetzung der Bau3porronentSchädigung ausschoiden, Schon aus den Feststellungen des Berufungsgerichts in dem von ihm in Bezug genommenen Urteil in Sachen Grützmacher gegen Stadtgemeinde Bremen •vom 7» Juli 1959 (5 U 228/58) ergebe sich, daß in Bremen ein erheblicher Bauwille vorhanden gewesen sei und zu zahlreichen Bauten in den Außenbezirken geführt habe» Hätte die Bausperre nicht bestanden, dann wäre wogen der besseren wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeit nach der allgemeinen Lebenserfahrung in erster Linie in der Kornstadt gebaut worden und erst in zweiter Linie in den Außenbezirken, Der aus den Bauten in den Außenbezirken ersichtliche Bauwille wäre dann in erster Linie in der Kernstadt betätigt worden. Da in erster Linie in der Kornstadt gebaut worden wäre, wären auf jeden Fall die Kläger ohne die Bausperro alsbald nach der Währungsreform und jedenfalls bis 1951 zu dem Wiederaufbau ihres Ruinengrundstücks in der Lage gewesen, auch wenn allgemein ein "Marktausgleich” noch nicht hergostcllt gewesen wäre. Aufbau der gesperrten Grundstücke vor dem 1«, Januar 1957 möglich gewesen v/äre, und daß seit vielen Jahren Bremer Baufirmen zu dem Teil auswärts arbeiteten, weil in Bremen weniger Aufträge vorlägen als bewältigt werden könnten» Auch die Höhe des Abschlages unterliege rechtlichen Bedenken» Das Berufungsgericht verkenne, daß die geschäftlichen Nutzungsmöglichkeiten beim Grundbesitz der Kläger besonders gut gewesen seien» Der vom Sachverständigen Dr» Rohrs selbst hervorgehobene hohe Nutzung3grad des Grundstücks wäre, was der Sachverständige und das Berufungsgericht nicht erkannt hätten, ohne die Bau-sporrc auch in einer zeitlich bevorzugten Bebauung zu dem Ausdruck gekommen» den dargelegt hat, nur nachprüfen kann, ob die Festsetzung der Entschädigung auf grundsätzlich fehlerhaften Erwägungen beruht, ob wesentliche Tatsachen außer acht gelassen oder sonstige Rechtsvorschriften oder Denk- und ErfahrungsSätze vorletzt worden sind (BGHZ 3, 162, 175 und 6, 62, 63)» Daß dom Tatrichter bei der hier interessierenden Entschadigungs-festsotzung ein nach dem Vorstehenden in der Revisionsinstanz beachtlicher Rechtsfehler zu Lasten der Kläger unterlaufen sei, ist nicht ersichtlich« Auch wenn man von einem ,ferheblichen Bauwillen1’ in Bremen ausgeht und als richtig unterstellt, daß Bremer Baufirmen in Bremen selbst zeitweise nicht ausgelastet waren, so lassen diese Umstände doch keinesfalls zwingend auf die Unrichtigkeit der Annahme des Berufungsgerichts, daß der volle ^Marktausgleich'* erst zu dem Jahre 1957 erreicht worden sei, schließen« Daß die Bausperre selbst ein wesentlicher Grund für die zeitliche Hinausschiebung der wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeit der von der Sperre erfaßten Grundstücke gewesen ist, hat der Sachverständige keineswegs verkannt« Er hat seine Auffassung, daß unabhängig von der Bausperre auch andere Faktoren die Hinaus Schiebung des Marktausgleichs verursacht hätten, im einzelnen begründet j (S« 6/8 des Gutachtens vom 26« Januar 1958)? wenn das Beru- j fungsgcricht dem in eigener und begründeter Stellungnahme gefolgt ist und dementsprechend im Rahmen der Festsetzung der Entschädigung für die einzelnen Jahre Abstriche gemacht hat, so kann das nicht als rechtsfehlerhaft bezeichnet werden. Für diesen Zeitraum hat das Berufungsgericht den Klägern eine Entschädigung aus folgenden Erwägungen versagts Den Ansprüchen der Kläger für die Zeit nach dem 26» Juli 1955 stehe entgegen, daß nunmehr der neue Bebauungsplan in Kraft getreten sei, durch den der Wiederaufbau des ursprünglichen Grundstücks der Kläger unstreitig endgültig unmöglich gemacht worden sei«, Der hierdurch entstandene Planungsschaden habe daher nicht in einem zeitweisen Entzug der NutzungsmÖgliohkeit bestanden, sondern bereits einen teilweisen Entzug der Substanz des Grundeigentums enthalten«, Da die Kläger aber den gesamten Substanzwert ihres Grundstücks durch den Tauschvertrag vom 28o März 1958 erhalten hätten und den vollen Wert der Gebäuderuinen auf Grund ihrer Klage in dem Parallelrechtsstreit (3 ü 384/58) erhielten, stehe ihnen insoweit ein Entschädigungsanspruch in Form einer laufenden Rente nicht mehr zu. In dem Bebauungsplan war ein Teil des Grundstücks der Kläger als Straßenland ausgewiesen» Zumindest diese Grund-otücksteilo hätten deshalb, wenn es zu dem späteren Tauschvertrag nicht gekommen wäre, enteignet werden müssen» Ob das verbleibende Hestgrundstück wirtschaftlich vernünftig hätte genutzt werden können, ist aus dem Part ei vor trag und den bisherigen Feststellungen des Berufungsgerichts nicht eindeutig zu entnehmen» Fest steht jedenfalls nach dem Tatbestand, daß das Restgrundstück die Gestalt eines unregelmässigen Achtecks gehabt hat und für einen Wiederaufbau in der alten Form nicht mehr zu verwenden war» Die Beklagte hat lediglich davon gesprochen (S» 7 der Klageerwiderung vom 20» September 1957), daß "rechtliche Bebauungsmöglichkeiten" gegeben gewesen seien, während die Kläger vorgetragen haben (S* 3 des Schriftsatzes vom 4» April I960), das Grundstück sei durch die Neuplanung so verstümmelt worden, daß eine Bebauung unmöglich gewesen sei und sie für das Restgrundstück niemals eine Bauerlaubnis erhalten haben würden» Es liegt deshalb die Annahme nahe, daß die Kläger eine Übernahme auch des Restgrundstücks gemäß § 11 des Bremischen Gesetzes über die Enteignung von Grundeigentum vom 18» Juli 1899 (BremGBl S» 354) gegen Entschädigung hätten verlangen können (vgl» dazu die Ausführungen der Beklagten im Schriftsatz vom 15« September 1958)» Dafür spricht auch, daß man, um überhaupt eine "angemessene Bebauung" der den privaten Grundeigentümern nach Es wäre jedoch auch möglich, daß angesichts der Entwicklung, die die Dinge genommen haben, eine rechtliche Betrachtungsweise dahin, daß die gesamten das Grundstück der Kläger betreffenden Maßnahmen (Bausperre, neuer Bebauungsplan, Umlegungsplan) als* ein von vornherein auf eine endgültige Enteignung angelegtes Verfahren zu erachten seien,nicht gerechtfertigt wäre« Vielmehr könnte möglicherweise eine Beurteilung dahin geboten sein, man sei von vornherein davon auogegangen, daß im Zuge der Neuplanung des hier interessierenden Stadtgebietes und ihrer Durchführung das Grundstück der Kläger zwar vorübergehend unbebaubar sein werde, daß aber durch eine Umlegung oder einen Grundstückstausch die Kläger im Endergebnis doch wieder Eigentümer eines bebaubaren Grundstücks werden würden» Diese Annahme liegt umso näher, als unstreitig die Beklagte selbst Eigentümerin der an das Grundstück der Kläger angrenzenden Barzellen war, so daß die Verwirklichung eines derartigen Planes von Anfang an als praktisch durchführbar ins Auge gefaßt sein konnte» In diesem Palle wären die Dinge so zu beurteilen, wie wenn es sich bei den Maßnahmen insgesamt um eine - vorübergehende -Bausperre gehandelt hätte, die mit dem Grundstückstausch endete, der die Bebaubarkeit des Grundstücks der Kläger wieder herstellte» Ob hier die eine Betrachtungsweise (einheitlicher Enteignungsprozeß, der mit dem anstelle einer förmlichen Enteignung vorgcnonmienen Parzellentausch endete) oder die andere (vorübergehende Bausperre his zu dem Grund-stückstausch)- für die zwar sehr viel spricht - angebracht ist, vermag der Senat mangels ausreichender tatsächlicher Feststellungen in dieser Richtung abschließend nicht zu beurteilen» Eine Entschädigung für entgangene Nutzungen des Grundstücks ist den Klägern jedenfalls in dem einen wie in dem anderen Fall zu zahlen, da in beiden Fällen die auf gezeigten Maßnahmen bis zu dem Grundstückstausch sich als (teil-) enteignende Maßnahmen darstollen» Die Erwägungen der Beklagten dahin, daß das Grundstück einem Umlegungsverfahren unterworfen gewesen sei, eine Umlegung aber keine Enteignung darstelle, sind nicht geeignet, eine andere Beurteilung zu rechtfertigen» Ganz abgesehen davon, daß es zur Durchführung des Umlegungsverfahrens überhaupt nicht gekommen ist, ist doch hier - wenn man, wie oben gesagt, davon ausgeht und unterstellt, daß das Grundstück der Kläger nach der Neuplanung und vor dem Parzellentausch unbebaubar war - die Notwendigkeit dieser Umlegung erst durch den Bebauungsplan, der dem vorher bebaut gewesenen Grundstück praktisch die Bebaubarkeit nahm, hervorgerufen worden» Sie war also erst eine Folge der enteignenden Maßnahme und muß deshalb insoweit als Teil der gesamten Enteignungsmaßnahmen gesehen werden» Danach kann das angofochtene Urteil, soweit es den Klägern eine Entschädigung für die Zeit nach dem 26» Juli 1955 versagt, mit der ihm gegebenen Begründung und auch mit einer anderen Begründung nicht gehalten werden» Da -andererseits die bisherigen tatsächlichen Feststellungen noch nicht für eine anderwoite Entscheidung in der Sache selbst ausreichen, muß das Berufungsurteil aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zu-rückverwiesen werden» Dazu sei zur Klarstellung bemerkt, daß die Maßnahmen der Beklagten unter dem hier interessierenden Gesichtspunkt (dauernder oder vorübergehender Wutzungsentzug) für den gesamten Zeitraum vom 19» September 1951 bis zu dem 27« März 1958 einheitlich beurteilt werden müssen«, 14 GG keine durchgreifenden Bedenken, und der Senat hat dementsprechend auch bereits in seinem - zur Veröffentlichung in der Entscheidungssammlung des Bundesgerichtshofs vorgesehenen - Urteil vom 4, Juni 1962 III ZR 163/61 im einzelnen dargelegt, daß diese Art der Entschädigungsbemessung im Regelfall zu der "angemessenen11 Entschädigung führt. In den Fällen der vorübergehenden Bausperre ist nach den Grundsätzen, die im einzelnen in der Entscheidung des Senats in BGHZ 30, 338 ff dargelegt sind, in der Regel auf die "Bodenrente’1 abzuotollen, die ein Bauwilliger für die Erlaubnis baulicher Nutzung gezahlt haben würde (und die sich weithin der Höhe nach mit einer angemessenen Verzinsung des bei endgültiger £ Teil-7 Enteignung für die entzogene Substanz geschuldeten Kapitals decken wird).Auch auf diese Entscheidung v/ird wegen der Einzelheiten ebenfalls verwiesen« September 1951 bis zu dem 26o Juli 1955 auf die "Rendite" abgehoben, die ein "Bauwerk" auf dem Grundstück der Kläger abgeworfen haben würde; das Landgericht spricht im Beweisbeschluß vom 25« Oktober 1957 unter I 5 von der "Rendite für ein gewerblich genutztes Gebäude" und das Berufungsgericht im Beweisbeschluß vom 26o April I960 unter 3 von der Rendite "aus einem Bauwerk von der Art, wie es die Kläger möglicherweise wieder errichtet hätten"« Das ist jedoch - angesichts dessen, daß der Betroffene nicht Schadensersatz, sondern lediglich Entschädigung für Eingriffe in die vorhandene Grundstückssubstanz (d«h« hier in die Substanz des unbebauten Grundstücks verlangen kann),nicht richtig« Es darf nicht auf die entgangenen Nutzungen aus einem ohne die Enteignungsmaßnahmen auf dem Grundstück etwa errichteten Gebäude, sondern es kann, wie gesagt, lediglich auf die "Bodenrente" abgestellt werden« Diese - bei vorübergehenden Bausperren grundsätzlich zu ersetzende - Bodenrente dürfte in der Regel hinter der Rendite, nach der die Vorinstanzen die Entschädigung bemessen haben, Zurückbleiben« Dies wird das Berufungsgericht für den Fall, daß die hier vorgenommenen Unterstellungen (der nach - 21 dem neuen Bebauungsplan den Klägern verbliebene Grundstücks-torso war praktisch unbebaubär) zutreffen sollten und den Klägern mithin eine Entschädigung auch für die Zeit nach der Feststellung des Bebauungsplans zustehen würde, zu beachten habeno 3 des = Schriftsatzes der Beklagten vom 22, April 1958; vgl, auch So 5 des LG-Urt0, und S, 5 BU)„ Die Revision hat insoweit gegen die Abweisung de3 Amtshaftungsanspruchs im wesentlichen Verfahrensrügen erhoben (vgl, IV 5 und 6 der Rcvisionsbe gründung), Auf diese braucht jedoch angesichts dessen, daß das Berufungsurteil bereits aus anderen Gründen aufgehoben und die Sache zur weiteren Verhandlung an das Berufungsgericht zurückverwiesen werden muß, nicht weiter eingegangen zu werden, Bas Berufungsgericht wird auch prüfen müssen, ob die Berufung der Kläger wegen der Abweisung des Amtshaftungs-anspruchs durch das Landgericht überhaupt ordnungsmäßig begründet worden ist. Soweit die Revision eine Amtspflichtverletzung auch darin sehen will, daß die Beklagte die Bausperre nicht schon 1950 für den größeren Teil des Grundstücks aufgehoben (vgl, IV 7 der Revisionsbegründung) und die Gesamtplanung bis 1955 hinausgezögert habe (Schriftsatz vom 14° Februar j 1961 unter 2), sollen andere Tatbestände als bisher vorge- I