BGH · III ZR 202/53
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Daraufhin stellte er am 5=> Oktober 1949 einen Antrag auf Fortset-zung des Vorbereitungsdienstes an das Justizministerium, Durch Erlaß vom 10» Oktober 1949 wurde er in den Vorbereitungsdienst in Württemberg-Baden aufgenommen und unter Berufung in das widerrufliche Beamtenverhältnis zu dem Gericht sreferendar ernannt» Am 1. Februar 1953 wurde er als Assessor verwendet und entsprechend besoldete Der Kläger ist aber der Ansicht, daß ihm ein An--' spruch auf Diäten nach Maßgabe seiner Ernennung vom 15» September 1944 für die ganze Zeit ab 1». 131 GruhdGo Das beklagte Land sei nicht verpflichtet gewesen, das zwischen dem Reich und dem Kläger begründete Beamtenverhältnis fortzusetzen, Die Militärregierung in Stuttgart habe im Gegenteil angeordnet, daß es in Zukunft keine Assessoren (K) mehr geben dürfe * Auf alle Bälle wäre in der Unterrichtung des Klägers durch den zustän-v digen Sachbearbeiter darüber, daß das Land Assessoren (K) nicht mehr anerkenne, ein Widerruf des bis dahin etwa fortbestehenden außerplanmäßigen Beamt enverhältnais-ses zu erblicken, Der Kläger habe sich schließlich durch die Stellung seines Antrages auf Fortsetzung des Vorberei tungsdienstes mit der Begründung eines neuen Beamtenver-härtnisses als Gerichtsreferendar einverstanden erklärt* beklagte Land zur Zahlung von 19.-787?94 DM nebst 4 # Zinsen hieraus seit dem L, Juni 1953 sowie von 1,464*47 DM an rückständigen Zinsen und von weiteren 10 DM zu verurteilen und festzustellen, daß es verpflichtet seitdem Kläger allen aus der Nichtzahlung von Diäten entstandenen Schaden zu ersetzen* Das Berufungsgericht hat die Klage, ab gewiesen^ ' Bas beklagte Land sei nicht in das zwischen dem Reich und dem Kläger begründete außerplanmäßige Beamtenverhältnis eingetreten; aber selbst wenn dieses Beamtenverhältnis fortgesetzt worden wäre, hätte das beklagte Land gemäß § 16 des RBesG von der Zahlung der Biäten ab-sehen und den Kläger mit dem Unterhaltszuschuß abfinden dürfen, weil während des Vorbereitungsdienstes keine !,vol le Beschäftigung im Staatsdienst” Vorgelegen hätte; schließlich sei auch in wirksamer Weise ein Widerruf erklärt worden* Ob die von der Revision gegen diese Begründung erhobenen Angriffe stichhaltig sind, braucht nicht erörtert r■ zu werden, Es kann auch unentschieden blei.ben, ob nicht die Klage schon deshalb abzuweisen wäre, weil bereits das HauptVerteidigungsvorbringen des beklagten Landes, daß m- der Kläger unter das Gesetz 131 falle und nach diesem einen Anspruch auf die geltend gemachten Biäten nicht habe, als zutreffend angesehen werden muß o: Auf alle Bälle scheitert der geltend gemachte An*-^Spruch daran, daß der Kläger sich mit der vom beklagten Land verlangten und nach Eingang seines Antrages ausgesprochenen neuen Beamtenernennung - zu dem Gerichtsreferendar - einverstanden erklärt hat o Am Vorliegen eines derartigen Einverständnisses in dem maßgebenden Zeitpunkt von 1949 ist nicht zu zweifeln,, wenn man den unstreitigen; Sachverhalt der Unterrichtung des Klagers über die Übung des beklagten Landes und seine daraufhin erfolgte Antragstellung berücksichtigte Ob sich der Kläger der daraus entspringenden Rechtsfolgen voll be- Mit der Ernennung zu dem Gerichtsreferendar ist sein bis dahin etwa noch vorhanden gewesenes Beamtenverhältnis als Assessor (K) in das neue BeamtenVerhältnis um-gewandelt worden« Daß derartige Gestaltungen* wenn der Beamte zustimmt, möglich sind«, hat der Senat auch schon in anderen Entscheidungen ausgesprochen (vgl Urteile . Der Kläger ist zu Unrecht-der Ansicht* daß bei Beachtung„seiner damaligen Lage (er sei erst kurz vorher aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt und habe die Rechtslage noch nicht übersehen können) die Berufung auf sein Einverständnis dem beklagten Land gemäß §242 BGB verwehrt sein mußte.