BGH · III ZR 198/65
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Nach Vorprüfung und Befürwortung durch das Amt für Siedlung und Flurbereinigung in Bpp bewilligte die Beklagte - deren Aufgabe nach dem Gesetz vom 7« Dezember 1959 (RGBl I 2405) u0a<> die Gewährung von Dauerkrediten für die ländliche Siedlung ist - mit Bescheid vom 14° Oktober 1959 beiden Klägern als Vertriebenen ein Siedlerdarlehen aus Mitteln des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen von 55 ° ÖOO DM gemäß dem Bundesvertriebenengesetz und den Richtlinien für die Finanzierung der ländlichen Siedlung im Land Nordrhein-Westfalen vom 1« Juni 1956 (MB1NW 1956 P1526 )P das bestimmungsgemäß unverzüglich für die Errichtung einer Siedlerstelle (Nebenerwerbssiedlung) gemäß den amtlich genehmigten Plänen zu verwenden war; das Darlehen sollte zinslos sein und - nach Ablauf eines Frei-Jahres - zunächst mit 1 ^ dann mit 2 ^ Jährlich getilgt werden« In einer Verhandlung vor dem Urkundsbeamten des Amts für Flurbereinigung und «Siedlung in Bonn am 22« Oktober 1959 gaben beide Kläger die Erklärungen ab P von denen die Auszahlung des Darlehens abhängig gemacht warP Unterzeichneten zugunsten der Beklagten eine Schuldurkunde 9 die die näheren Darlehensbedingungen enthielt p und bewilligten und beantragt en zugunsten der Beklagten die Eintragung einer Hypothek von 55«000 DM« Das Darlehen wurde alsbald ausgezahlt und bestimmungsgemäß verwendet« Ein weiteres Darlehen von 4 <>000 DM erhielten die Kläger unter den gleichen Bedingungen und Voraussetzungen auf Grund 95 DM zugunsten des Heizungsbau-Unternehmers Christian AfBHBBP in ObfliHHB eingetragen worden waren, erklärte die Beklagte unter dem 6* September 1963 , sie stütze ihre Kündigung auch auf Ziff* 7 m der Schuldurkunden, wonach die Rückzahlung der Darlehen vloSLc verlangt werden kann, wenn Zwangsvollstrekkungen von dritter Seite bei dem Darlehensnehmer vorgenommen werden; sie hat dazu im Rechtsstreit die Erklärung abgegeben, daß es sich um eine erneute Kündigung mit neuem selbständigen Kündigungsgrund handele * 2, Das Berufungsgericht hat zunächst geprüft, ob die Darlehensverträge gemäß § 138 BGB nichtig seien, hat dies jedoch verneint,weil für die Kläger, wenn sie auch die Unkenntnis der Beklagten Uber ihre Agententätigkeit ausnützten, im Zusammenhang mit den Darlehensverträgen eine besondere Treue- und Offenbarungspflicht nicht bestanden habe. Richtig ist das Berufungsgericht davon ausgegangen,daß die Eintragung von Sicherungshypotheken für die Bundesrepublik, den Landes just i zf i skus und ein privates Heizungsbauunternehmen , die im Wege der Zwangsvoll Streckung erfolgte , Maßnahmen der Zwangsvollstreckung gegen die Kläger waren (§ 866 ZK))» Die Zweifel des Berufungsge-richte,ob - soweit die Sieherungshypotheken für den Xan-desjustizfiskus eingetragen wurden - eine Zwangsvollstreckung uvon dritter Seite” vorliege,bedürfen nicht der Erörterung, weil - was das Berufungsgericht nicht verkannt hat - auch Zwangshypotheken in nicht unbeträchtlicher Höhe für einen privaten Gläubiger eingetragen wurden» Damit sind jedenfalls dem Wortlaut der Ziff o 7 m nach die Voraussetzungen für das Verlangen nach sofortiger Rückzahlung des Darlehens gegeben» alle in Ziffo 7 unter a bis q auf geführten Kündigungsgründe sollten die Beklagten gegen eine Gefährdung ihrer Ansprüche schützen und dieses Sicherheitsstreben sei in Ziffo 7 m besonders stark ausgeprägt?läßt außer acht, daß die einzelnen Bestimmungen - wie das Berufungsurteil richtig ausführt - durchaus von verschiedenen Gesichtspunkten getragen werden, die sich zwar im Großen gruppieren lassen, aber doch nicht zwingend eine Einschränkung rechtfertigen, auf die im Wortlaut nichts hinweist o So mag die Bestimmung in Ziff„ 7 a (unrichtige oder unvollständige Angaben, die für die Gewährung des Darlehens von Bedeutung waren) im Endergebnis auch der Sicherung der Beklagten dienen, entscheidend aber will sie ersichtlich darauf abstellen, daß das öffentliche Geld dem Zweck zufließt, für den es bestimmt ist, und der gleiche Gedanke liegt z»Bo auch der Bestimmung in Ziffo 7 f zugrunde, wonach das Darlehen zurückverlangt werden kann, wenn der Darlehensnehmer das Grundstück oder feile desselben nicht selbst bewirtschafteto Auch der Kündigungsgrund in Ziffo 7 i - wenn der Darlehensnehmer sich weigert,sich auf Erfordern der Siedlungsbehörde an bestehende genossenschaftliche Einrichtungen anzuschließen - will ersichtlich nicht einem Sicherungsbedürfnis der Kreditgeberin , sondern siedlungswirtschaftlichen Erwägungen Rechnung tragen und Respekt verschaffeno Hiernach läßt sich weder aus dem Wortlaut der Bestimmung noch aus dem Zusammenhang aller Kündigungsgründe eine Einschrän*-kung dahin rechtfertigen, daß die Kündigung im Falle der Zwangsvollstreckung nur berechtigt sei, wenn diese zu einer Gefährdung der Ansprüche der Beklagten führe <> Vielmehr ist davon auszugehen, daß die Voraussetzungen für eine Rückforderung des Darlehens nach Ziffo 7 m gegeben wareno Ob die Beklagte von der Möglichkeit der Rückforderung im einzelnen Fall Gebrauch machen will, ist Sache ihrer Entscheidung; sie "kann*1 die Rückzah- Dem Berufungsgericht kann auch nicht darin gefolgt werden, daß die Beklagte ihr Recht, die Rückzahlung zu verlangen, verwirkt habOo Der Wortlaut der Bestimmung gibt - entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts -nichts dafür her, daß die Beklagte zu sofortigem Handeln verpflichtet gewesen wäre» Y/enn es in der Schuldurkunde heißt, der Darlehensgeber könne 11 die sofortige Rückzahlung des Darlehens verlangen”, so ist damit gemeint, daß eine Kündigungsfrist nicht bestehe; die Bestimmung meint eine sofortige Rückzahlung seitens des Schuldners, nicht ein sofortiges Verlangen des Darlehensgebers * Allerdings müssen außerordentliche Rechtsbehelfe innerhalb einer kurzen Frist geltend gemacht worden, weil es nicht zu demutbar ist, den anderen Teil im ungewissen zu lassen (Soergel-Siebert BGB 10«, Auflc zu § 242 Anmo 304 mit Nachweisen) o Denn Treu und Glauben verlangen, daß der Kündigende im Interesse des Vertragsgegners alsbald Klarheit darüber schafft,ob er beabsichtigt, sein Kündigungsrecht auszuüben, und damit nicht länger zögert als notwendig (IM zu BGB § 242 Ba Nr« 2)o Im vorliegenden Fall kann aber von einer treu-v/idrigen Beeinträchtigung berechtigter Interessen der Kläger nicht die Rede sein» Die Beklagte hat seit ihrer ersten Kündigung vom 12» September 1961 niemals einen Zweifel daran gelassen, daß sie die sofortige Rückzahlung des Darlehens verlange, und die Kündigung vom 6 o September 1963 lediglich auf einen neuen Kündigungsgrund (Ziffo 7 m) gestützt, nachdem der Beschluß des Berufungsgerichts vom 14» Juli 1963 Bedenken gegen die Berechtigung der früheren Kündigung aus Ziff c 7 a auf gezeigt hatte* Es fehlen daher alle für eine Vorwirkung wesentlichen Umstände „ Weder hat die Beklagte sich so verhalten, daß sie bei den Klägern die Ansicht hervorrufen konnte, sie werde ihr Recht auf sofortige Rückzahlung nicht geltend machen, noch konnten die Kläger sich der Sachlage nach darauf einstellen, und es ist auch bei Berücksichtigung aller Gegebenheiten nicht ersichtlich, daß den Klägern die nachträgliche Rückzahlung auf die zweite Kündigung hin nach Treu und Glauben nicht mehr sollte zugemutet werden können<> lo Durch die Bewilligungsbescheide vom 14» Oktober 1959 und vom 24» Februar I960 wurden den Klägern Sied-lungsdarlchen von zusammen 37 »OOO DM gemäß dem Bundes-vertriobenengosetz und den Bichtlinien für die Finanzierung oooo vom lo Juni 1956 (MB1 MW 1956, 1326) bewilligt» Die Kläger erwarben damit einen Anspruch auf Auszahlung des bewilligten Kredits (vgl» Nr» 17 der Bichtlinien), ddi. einen öffentlich-rechtlichen Anspruch auf Abschluß entsprechender Darlehensverträge• In Erfüllung dieser Bev/illigungsbe scheide schloß dann die Beklagte mit den Klägern die privatrechtlichen Darlehensverträge, wie sie sich aus der Schuldurkunde vom 22 o Oktober 1959 und vom 10o Marz I960 ergeben (vglo BGH Urteil vom 7» November 1963 - VII ZB 189/61 = WM 1963p 1300)o Die aus Zweckmäßigkeitsgründen zur vereinfachten Handhabung im Interesse beider Seiten gewählte Konstruktion derartiger ,,Subventionierungs,l-Geschäfte über zwei Stufen darf nicht den Blick für den Zusammenhang beider Stufen verstellen•So spricht Ipsen (aaO 604), auf dessen Ausführungen das Berufungsgericht sich in erster Linie bezogen hat, davon, daß sich an die öffentlich-rechtliche Bewilligung als "Erfüllungs-geschäft*1 im Wege der zivilrechtlichen Abwicklung der Abschluß des Darlehensverträges anschließe, deshalb die vertraglichen Pflichten teilweise jedenfalls inhaltlich den öffentlich-rechtlichen Bindungen,die aus der hoheitlichen Gestaltung erster Stufe herrührlsiS^, gleich seien oder in diesen ihren Grund hätten (aaO 608), und folgert hieraus (aaO 609), daß Mängel oder Unredlichkeiten in der ersten Stufe - etwa die Erschleichung des Bewilligungsbescheides - nicht ohne Einfluß auf die zweite Stufe sein könnten,insbesondere der Verwaltung ein Recht zur Auflösung des Vertrages der zweiten Stufe geben müßten o Den inneren Zusammenhang zwischen Bewilligung und Darlehensvertrag betonen die angeführten Richtlinien vom 1» Juni 1956 (MB1 NW 1956, 1326), indem sie z,Bo in Ziff, 17 die Bewilligungsbehörde berechtigen und verpflichten,den Kredit zu widerrufen und die Rückzahlung bereits aus-gezahlter Kreditbeträge zu verlangen, wenn die Durchführung des Siedlungsvorhabens gefährdet ist, der 79)° Darauf beruhen die Bestimmungen in Ziffo 7 der Schuldurkunde 5 wonach das Darlehen zwar grundsätzlich nicht kündbar ist, der Darlehensgeber jedoch in den unter den Buchstaben a bis q angeführten 16 Fällen, die - was auch das Berufungsgericht nicht verkannt hat -ihren Sinn und Inhalt gerade dadurch erhalten, daß es sich um öffentliche, für einen bestimmten Öffentlichen Zweck gebundene Gelder handelt, die sofortige Rückzahlung des Darlehens verlangen kann0 Schon die zinslose Gewährung des Darlehens macht deutlich, daß es sich um eine Zuwendung handelt, die einem öffentlichen Zweck diente Damit aber stehen die Parteien sich eben nicht in gleicher V/eise gegenüber, wie wenn die Beklagte ein privater Geldgeber der Kläger wäre, sondern der Zusammenhang der beiden Stufen wie die Ausgestaltung der Schuldurkunde fordern die Berücksichtigung der dem Verfahren im ganzen zugrunde liegenden Gesichtspunkte und Gegebenheiten» Die Bestimmung in Ziffo 7 a der Schuldurkunde , wonach die sofortige Rückzahlung des Darlehens verlangt werden kann, wenn druck» Das hat das Berufungsgericht verkannt; die Ansicht , die Beklagte habe einen rein privatrechtlichen Vertrag geschlossen,der auf öffentlich-rechtliche Voraussetzungen nicht Bezug nehme,solche hätten für sie im Rahmen des privatrechtlichen Geschäfts auch keine Rolle gespielt, ist nicht haltbar» Das Berufungsurteil verweist auf § 26 des Boden-reformgesetzes für Nordrhein-Westfalen vom 16» Hai 1949 (GVB1 84; aufgehoben durch Gesetz vom 22« Hai 1962 -GVB1 323), wonach als Siedler nur in Frage kommt, wer hinreichende fachliche Eignung nachweist,Bodenständigkeit erwarten laßt und die Gewähr für ein aufrechtes demokratisches Verhalten bietet» Das Berufungsurteil führt auch die hierzu ergangenen Richtlinien über die Siedlerauswahl vom 25» Oktober 1950 (MBl NW 1950,1067) an, deren Ziff» 5 bei jedem Siedlungsbetverber neben körperlicher, geistiger und charakterlicher Eignung die "persönliche Zuverlässigkeit" voraussetzt» Es hat aber einen Kündigungsgrund nach Ziff» 7 a der Schuld-urkundc verneint, weil die Beklagte nachdem in der ersten Stufe der Bewilligungsbescheid ergangen war -nicht habe erwarten können, daß die Kläger in der zweiten Stufe ihre Angaben ergänzen oder berichtigen würden, es hat ein Kündigungsrecht aus wichtigem Grunde (§§ 242, 626 BGB) verneint,weil der Katalog der Kündi-gungsgründc nicht ergänzungsfähig sei und dem reinen Darlehensverhältnis eine persönliches auf Vertrauen gegründete Bindung fehle, und schließlich einen Fortfall der Geschäftsgrundlage verneint, weil die politische Integrität im Rahmen des privatrechtlichen Geschäfts lceine Rolle gespielt habe» Es läßt sich nicht ausschließen, liegt vielmehr nahe, daß das Berufungsgericht zu einem anderen sachlichen Ergebnis gelangt wäre, wenn es den Zusammenhang beider Stufen, das Fortwirken der für den Bewilligungsbeschcid maßgebenden Voraussetzungen noch im Darlehensvertrag, richtig erkannt hätte o Die Revision wirft nicht ohne Grund die Frage auf, ob nicht die Kläger dem Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden entgegenhandelten, indem sie sich um eine staatliche Vergünstigung bewarben, die für sie nicht in Frage kam, und sich damit selbst in die läge brachten, für die Entscheidung wesentliche Vorgänge verschweigen zu müssen« Denn es kann durchaus dem allgemeinen Anstandsgefühl widersprechen, eine staatliche Förderung, die nach ihrer Bestimmung und rechtlichen Ordnung - für jedermann erkennbar - den Klägern wegen ihrer politischen Ziele verschlossen bleiben mußte, zu beantragen und anzuneh-men» Der im Berufungsurteil angeführte Gesichtspunkt, keine der Fragen des Fragebogens habe auch nur annähernd auf noch nicht abgeurteilte strafbare Handlungen oder gar eine staatsfeindliche Tätigkeit abgezielt, kann schon deshalb nicht durchgreifen, weil in einem Fragebogen nicht alle Selbstverständlichkeiten aufge-nommen werden können» Die Kläger brachten, wenn sie sich in Kenntnis der Richtlinien um eine Förderung als Siedler bemühten, zu dem Ausdruck, daß sie den gesetzlichen Voraussetzungen zu entsprechen glaubten, und mußten, wenn dies nicht zutraf, sprechen oder verzichten» 3o Es überzeugt nicht, wenn das Berufungsurteil ausführt, Folgerungen aus dem Verhalten der Kläger dürften für den privatrechtliehen Vertrag schon deshalb nicht gezogen werden, weil solche Folgerungen auch von der öffentlich-rechtlichen Seite her gegen die Kläger nicht gezogen worden seien, ihnen weder die Siedler-noch die Vertriebcneneigenschaft aberkannt worden sei, vielmehr das Amt für Flurbereinigung und Siedlung mit dem sogenannten Ausführungsvermerk vom 23« Oktober 1964 bestätigt habe, daß "die in dem Siedlungsvertrag vom 22 o Oktober 1959 und den sonstigen Urkunden von den Beteiligten gegenseitig übernommenen Verpflichtungen sämtlich erfüllt worden sind111 o Dieser Ausführungs-verraerk vermag den Schluß des Berufungsgerichts, die zuständige Behörde habe vom öffentlichen Siedlungsrecht her das Strafbarwerden der Kläger nicht beachten wollen, nicht zu tragen« Bas Berufungsgericht hat die Grundlage eines solchen Ausführungsvermerks nicht fest-gestellt; seine Bedeutung ergibt sich aus seinem Inhalt und seiner Zielsetzung«. Sperrkonto überwiesenen Gelder waren nur mit Genehmigung des Vorstehers des Amtes zulässig (Teil III der Schuldurkunde) o Ziff« 2 des Ausführungsvermerks findet daher eine hinreichende Erklärung schon darin, daß die vertraglichen Vorgänge geschäftsmäßig richtig ab-gewiekelt wurden« Berücksichtigt man weiter, daß der Ausführungsvermerk nur den Klägern und dem ausführ enden Architekten, nicht aber der Beklagten zur Kenntnis gebracht wurde, so läßt sich die Auffassung der Revision, das Amt für Flurbereinigung und Siedlung habe mit dem Ausführungsvermerk lediglich formell die Beendigung seiner Aufgabe im Verfahren festgestellt, nicht von der Hand weisen« Dafür spricht nach der behördlichen Übung, daß der Ausführungsvermerk von dem Rechnungsbeamten des Amtes mitgezeichnet wurde« Im übrigen hat das Berufungsgericht nicht beachtet, daß das Amt für Flurbereinigung und Siedlung weder den Siedlereignungsschein, noch die beiden Bewil-ligungsbescheide erlassen hatte« Ob der Siedlereignungsschein von der Meldestelle nach Ziff« 7 der Anordnung Nr «6 über die Siedlerauswahl vom 25 o Oktober 1950 (l'JBl NW 1067) hätte eingezogen oder berichtigt worden können oder ob er - wie die Revision meint -nach Ziff.6,4 des Runderlasses vom 15. Juni 1962 mit der Ansetzung der Kläger als Siedlungsbewerber seine Gültigkeit schon verloren hatte und deshalb nicht mehr eingezogen werden konnte, bedarf nicht der Erörterung« Denn aus der Tatsache, daß man die Entscheidung in einem dem Bewilligungsverfahren vorgeschalteten Vorprüfungsvorfahren - die sich im übrigen nicht nur auf die Kläger, sondern auch auf die fünf Kinder bezog - be- gegebenenfalls welcher nach § 15 BVEG möglichen Arte Allenfalls ein Hinweis ließe sich darin sehenP daß der Eragebogen vom 30« September 1958 die Angabe enthält, ein Ausweis als "Vertriebener" sei beantragt, und daß der Bewilligungsbescheid vom 14o Oktober 1959 die Kläger als "Vertriebene" bezeichnet; aber das besagt nicht,wird auch vom Berufungsgericht nicht als Begründung dafür angeführtp daß die Kläger Ausweise gehabt hätten,die ihnen wegen Fehlens der Voraussetzungen hätten entzogen werden können« Ist hiernach weder vorgetragen noch festgestelltp daß die Kläger Vertriebenenausweise gehabt hätten - auch der Vortrag im Zwangsver-