BGH · III ZR 172/66
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Im Jahre 1951 stellte der Kläger Antrag auf Wiedergutmachung nach den Bestimmungen des Wiedergutma-chungsgesetzes für Angehörige des öffentlichen Dienstes und erstrebte dabei gleichzeitig die Überführung in den höheren Dienst, weil ihm diese nur aus politischen Gründen vor 1945 versagt worden sei» Die Klage ist in allen Rechtszügen erfolglos geblieben; das Bundesverwaltungsgericht hat die Revision des Klägers durch Urteil vom 28» Juni 1961 mit der Begründung zurückgewiesen, der Kläger sei Mitglied der NSDAP seit 1937 gewesen und daher - da Ausnahmetatbestände nicht vorlägen - von der Wiedergutmachung ausgeschlossen» Die Beklagte sei in Wahrung ihrer Fürsorgepflicht gehalten gewesen, ihn im Hinblick auf seine durch nebenberufliches Studium erworbene bessere Vorbildung, seine Fähigkeiten und seine Benachteiligungen vor 1945 zu dem Amtmann zu befördern» Die Hauptverwaltung habe es pflichtwidrig unterlassen«, die Bundesbahndirektion lasen zu veranlassen, ihn auf einem Beförderungsposten zu erproben» Er würde sich dann bewährt und die beanstandeten Mängel würden sich verloren haben» Auch die unmittelbaren Dienstvorgesetzten hätten durch schwerwiegende Pflichtverletzungen ihm die Möglichkeit einer Bewährung und damit einer Beförderung vereitelt» Die nachteiligen Beurteilungen seien unrichtig und beruhten auf unzulässigerweise zu den Personalakten genommenen Vorgängen» Die Zwischenvorgesetzten hätten sich danach nicht von Wohlwollen, sondern von Animosität und sachfremden Erwägungen gegen den Kläger leiten lassen» Infolge dieser Pflichtverletzungen sei eine Beförderung zu dem Amtmann unterblieben, die spätestens auf Grund der Verfügung des Vorstandes der Beklagten vom 17o November I960 erfolgt wäre» Die beurteilenden Vorgesetzten hätten den Kläger seit Jahren gekannt und ihn ohne Rücksicht auf den Inhalt der Personalakten so beurteilt» Die Entfernung einzelner Blätter aus den Personalakten sei dafür ohne Bedeutung gewesen; denn deren Inhalt sei nicht falsch, nur ihre formale Behandlung sei nicht ganz richtig gewesen» Die Akten hätten vorher und nachher kein anderes Bild von der Persönlichkeit des Klägers gegeben» Die Ansprüche seien im übrigen verjährt; der Kläger habe spätestens seit der Unterredung seiner Anwältin mit dem Ministerialdirigenten Dr» PIBUB aiT1 30» Dezember I960 gewußt? Bewerbungen lägen vor 1959 und Ansprüche daraus seien verjährt, weil der Kläger spätestens Ende I960 volle Kenntnis von dem Sachverhalt gehabt habe, auf den er seine Klage stütze. Amtspflichtverletzungen des Vorstandes und der Hauptverwaltung der Beklagten seien nicht gegebene Ansprüche wegen Pflichtverletzungen aus der Zeit vor dem 5o August 1961 seien verjährt» Eer Begriff der' fortgesetzten Handlung oder des Bauerdelikts sei im Haftungsrecht nicht anwendbar» Eie Zentralstellen hat ten weder die Beförderung zu dem Amtmann auszusprechen noch daran mitzuwirken gehabt» Eer Vorstand sei zwar durch die Vorsprache der Rechtsanwältin am 12» November I960 auf den fall hingewiesen, darauf habe er einen Bericht von der Eirektion angefordert, der die Hichtbeförderung des Klägers gerechtfertigt habe; ein Grund zu dem Einschreiten habe nicht bestanden» Eer Vorstand sei allerdings für den Antrag nach der Bundeslaufbahnverordnung zuständig gewesen, um eine Zustimmung des Bundespersonalausschusses zu einer Beförderung in den letzten drei Jahren vor der Altersgrenze zu erreichen» Eie Bewerbungen im Jahre 1963 seien dem Vorstand aber nicht mehr vorgelegt worden» Der Bundes Personalausschuß erteile die Zustimmung zur Beförderung trotz naher Altersgrenze nach ständiger Praxis auch nur, wenn ein Verwaltungsfehler die Beförderung eines beförderungswürdigen Beamten verhindert habe oder die Beförderung am Mangel an Beförderungsstellen gescheitert gewesen sei,, Dafür habe für den Vorstand nach den angestellten Ermittlungen kein Anhalt bestandene Soweit der Kläger Pflichtverletzungen von Bediensteten der Bundesbahndirektion Es^) behaupte, seien alle Ansprüche aus Vorgängen bis Sommer 1961 verjährto Der Kläger habe alle Beurteilungen, den angeblichen fehlerhaften Inhalt seiner Personalakten und alle erfolglosen Bewerbungen bis dahin gekannt; Ministerialdirigent Br» habe der Anwältin des Klägers in der Unterredung am 300 Dezember I960 eröffnet, daß und warum eine Beförderung nicht erfolgen könne 0 Damit habe die Verjährungsfrist zu laufen begonnen» Die Beklagte handele nicht arglistig, wenn sie sich auf Verjährung berufe» fwär habe die Direk-tion den am 5» Februar 1963 erhobenen Schadensersatz-ansprueh des Klägers erst nach Ermittlungen abgelehnt; dieses Verfahren sei endgültig erst am 24» Januar 1964 erledigt gewesen» Die erst am 5» August 1964 eingereichte und demnächst zugestellte Klage sei so spät erhoben, daß inzwischen die Verjährungsfrist weitergelaufen sei» licho Bei der Stollenbesetzung im Jahre 1963 habe die Beklagte Beamte ausgewählt, die sie für geeigneter gehalten habe« Es sei überhaupt zweifelhaft, ob die Beurteilungen der Geeignetheit des Klägers falsch gewesen seieno Der Kläger habe für seine Behauptung, er sei falsch beurteilt worden, keinen Beweis ange-treten«, Der Inhalt der Personalakten bestätige seine Behauptungen nichto Die nur durchschnittlichen Beurteilungen des fachlich überdurchschnittlichen Klägers beruhten auf Persönlichkeitsmängeln<> Das hatte die Behörde zu seinem Nachteil bei der Bewerbung bewerten dürfen0 Eine Pflichtverletzung würde nur vor-liegen, wenn dazu ein unzulässigerweise in die Personalakten gelangter Vorgang negativ berücksichtigt worden seio Das sei jedoch nicht der Ball» Die Vorgänge seien durchweg mit dem Kläger vorher erörtert gewesen und hätten daher zu den Akten genommen werden dürfen» Die Vorgänge des aus den Akten entfernten Polizeiberiehts von 1952 kehrten in den Beurteilungen nicht wiedero Der Vermerk des Vorstandes des Verkehrsamtes D^m^p vom 25 o August 1955 über die schlechte Susammenarbeit mit anderen Dienststellen, der ebenfal 1 s aus den Akten entfernt sei, könne zwar ursächlich gewesen sein, sei aber schon I960 aus den Akten entfernt worden und habe nach der Überzeugung des Berufungsgerichts bei der entscheidenden Beurteilung durch Bundesbahnoberrat Deckarm, der den Kläger seit 1957 persönlich gekannt habe, im Jahre 1965 nicht mehr mitgewirkto Dann liege auch keine Pflichtwidrigkeit darin, daß im Jahre 1965 eine Ausnahmegenehmigung des Bundespersonalausschusses gar nicht aber nicht beförderter Beamter sei trotz Erfüllung aller Voraussetzungen nicht befördert oder ande re Beamte seien pflichtwidrig befördert worden» Denn kein Beamter hat Anspruch auf Beförderung» Außerdem richtet sich die Beurteilung eines Beamten und seiner Beförderungswürdigkeit nach vielen Umständen? dere nach der Bewertung seiner Gesamtpersönlichkeit» Daboi ist es Sache der pflichtgemäßen Amtsausübung des Sachbearbeiters, welchen einzelnen Umstanden er größeres oder geringeres Gewicht beilegte Denn jede Beurteilung ist ein persönlichkeitsbedingtes Werturteil« Das alles schließt nicht aus, daß im Rahmen der mit einer Beförderung zusammenhängenden Maßnahmen auch Pflichtwidrigkeiten begangen werden können, die eine Verletzung der einem einzelnen Beamten gegenüber bestehenden Amtspflichten bilden und Schadensersatzansprüche auslösen können, für deren Umfang und Höhe die unterbliebene Beförderung von Bedeutung sein kann* Zu diesen Amtspflichten gehört die allgemeine Fürsor-gepflicht der Vorgesetzten und insbesondere die Pflicht, den einzelnen Beamten richtig und gerecht zu beurteilen, ihm gegenüber gerecht und wohlwollend zu verfahren, ihn vor Schaden zu bewahren und nicht pflichtwidrig an seinem Portkommen zu hindern» Eine Amtspflichtverletzung einem einzelnen Beamten gegenüber kann es insbesondere sein, wenn eine Beurteilung oder ein Bericht falsch erstellt, unterdrückt oder geändert wird oder sonst Bestimmungen mißachtet werden, die gerade zugunsten einzelner Beamter ergangen sind» Ein Dienstvorgesetzter darf auch aus einem Sachverhalt nur dann gegenüber einem Beamten ungünstige Folgerungen ziehen, wenn er zuvor dem Beamten Gelegenheit gegeben hat, zu diesem Sachverhalt Stellung zu nehmen» Das gilt nicht nur für Vorgänge, dio in die Personalakten des Beamten genommen werden und für die schon lange eine entsprechende gesetzlich normierte Pflicht besteht (Art» so daß Ansprüche, hinsichtlich deren der Kläger Kenntnis von Schaden und Schädiger vor dem 5» August 1961 gehabt hat, verjährt sindo Das Berufungsgericht geht davon aus, der Kläger habe diese Kenntnis spätestens seit dem 5<> August 1961 jedenfalls hinsichtlich aller zur Klagebegründung her-angezogenon Vorgänge gehabt, die vor diesem 2eitpun3ct liegen. Demgegenüber meint die Revision, die Verjährungsfrist habe wegen aller zur Klagebegründung vorgetragenen Vorgänge frühestens am 11» August 1961 begonnen, weil erst an diesem Tage das Endurteil im Wiedergutmachungsverfahren zugestellt worden sei; vorher sei bei der verwickelten und zweifelhaften Rechtslage eine Klagerhebung nicht zu demutbar gewesene Dieser Wiedergutmachungsprozeß hätte auch die Möglichkeit anderweiten Ersatzes schaffen können, so daß bis dahin ein Amtshaftungsanspruch überhaupt noch nicht bestanden habe« daß er daraus Ansprüche nur gegen die Beklagte herleiten konnte, genügte das zur vorsorglichen Erhebung einer Feststellungsklage„ Ein Schaden war auch bereits entstanden« Denn das Gesetz zur Regelung der Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts für Angehörige des öffentlichen Dienstes vom 11 * Mai 1951 (BG-Bl III 2037 - l) diente nur dazu, das zugefügte Unrecht und den entstandenen Schaden nachträglich zu beseitigen« Hach § 15 des Gesetzes mußte hier die unterbliebene Beförderung "nachgeholt u werden« Damit wäre der Schaden entfallen, bis dahin mußte der Kläger aber etwaige weitere Schadensersatzansprüche aus anderen Vorgängen geltend machen« Soweit die Verjährungsfrist bei der fahrlässigen Amtspflichtverletzung erst dann beginnt, wenn der Verletzte erkennt, daß er auf andere Weise keinen Ersatz zu erlangen vermag (BGH IM BGB § 852 Ir» 20),ist zu bedenken: Die im Y/iedergutmachungsverfahren verfolgten Ansprüche entsprangen nicht aus demselben Verhältnis, aus dem der Kläger Amtshaftungsansprüche herleitete, und bildeten daher keinen anderweitigen Ersatzanspruch im Sinne des § 839 Abs« 1 Satz 2 BGB« Denn im Y/ieder-gutmachungsverfahren wollte der Kläger das ihm angeblich vor 1945 angetane Unrecht wiedergutmachen lassen, während er hier Ansprüche aus Vorgängen nach 1957 geltend macht« Im übrigen durfte die Beklagte den Kläger niemals auf andere Ansprüche gegen die Öffentliche Hand oder gegen sich selbst verweisen; derartige Ansprüche gelten nicht als anderweitige Ersatzmöglichkeit, so daß sie auch deshalb einer Amtshaftungsklage nicht entgegengestanden hätten« Zwar war es eine gewisse Belastung oder Zumutung für den Klager, vor Beendigung des Wiedergut-machungsverfahrens bereits die Amtshaftungsklage zu erheben, die sieh mit einem obsiegenden Urteil im Y/iedergutmachungsprozeß erledigt hätte» Aber das ändert am Ergebnis nichts» Dabei kann dahingestellt bleiben, ob diese besondere Lage nach Treu und erlauben zugunsten des Klägers bei der Verjährung irgendwie zu berücksichtigen war, denn keinesfalls änderte sich dadurch die Dauer der Verjährungsfrist oder wurde eine laufende Verjährungsfrist dadurch unterbrochen» Die Fälle der Unterbrechung sind im Gesetz abschließend anders geregelt» Es könnte höchstens erwogen werden, ob in entsprechender Anwendung des § 203 Abs» 2 BGB dem Kläger nach Beendigung des Wiedergutmachungsprozesses eine Frist von sechs Monaten zugebilligt werden könnte, falls er so zu behandeln wäre, als sei er wegen des noch schwebenden Wiedergut-machungsverfahrens an der Erhebung der Amtshaftungsklage ioSo des § 203 Abs» 2 BGB gehindert gewesen» Auch die Berücksichtigung dieser Frist führt nicht zu einem dem Kläger günstigen Ergebnis hinsichtlich der Verjährung: Das Revisionsurteil im Wiedergutraachungs-prozeß erging am 28» Juni 1961; es wurde dem Kläger bereits am 11» August 1961 zugestellt» Die "Verhinderung" an der Rechtsverfolgung durch den Wiedergutmachungsprozeß hat damit nicht in den letzten sechs Monaten der Verjährungsfrist Vorgelegen, sondern Jahre vor dieser Zeit» Zwar hält das Berufungsgericht nur Ansprüche aus Vorgängen für verjährt, die vor dem 5« August 1961 liegeno Hinsichtlich der Zeit nach diesem Zeitpunkt bis zur Zustellung des letzten Urteils im Wiedergutmachungsverfahren und kurz danach hat das Berufungsgericht keine Feststellungen zur Verjährung {Kenntnis von Schaden und Schädiger) getroffene Doch kann der Kläger daraus nichts für sich Günstiges herleiten, denn für diese Zeit hat er einzelne Tatsachen, aus denen er Amtspflichtverlotzungen herleitet, nicht vor-getrageno Es ist auch nicht richtig, wie die Revision meint, daß die Beklagte den Kläger unabsichtlich durch ihr Ver halten bis in das Jahr 1964, als die Verhandlungen der Parteien ergebnislos geendet hatten, von der Erhebung einer Klage abgehalten habe« Im übrigen verstößt ein unabsichtliches Verhalten schwerlich gegen Treu und Glaubeno Außerdem war das von der Anwältin am 12* November I960 vorgetragene Anliegen durch die abschließen de Besprechung am 30<, Dezember I960 erledigt» Die Feststellungen ergeben nicht, daß die Beklagte damals bis zu dem Schreiben der Anwältin des Klägers vom 5° Februar 1963 irgendwie zu dem Ausdruck gebracht hätte, sie Würde das Anliegen des Klägers noch weiter verfolgen und sei zu weiteren Verhandlungen bereit0 Damit fehlt es an Anhaltspunkten und Verhaltensweisen, die beim Kläger den irrigen Glauben erwecken konnten, die Beklagte werde möglicherweise seinem Begehren in dieser Zeit nach weiteren Ermittlungen doch noch stattgeben» die Berufung der Beklagten auf die Verjährung sei unzulässig und verstoße gegen l’reu und Glauben; die Beklagte hätte den Kläger auf den bevorstehenden Ablauf der Verjährung oder darauf hinweisen müssen, sie werde sich auf Verjährung berufene Diese Ansicht trifft ebenfalls nicht zuo Der Kläger hat die hier anhängigen Schadensersatz-anoprüche erstmals durch das Schreiben seiner Anwältin vom 5o Februar 1963 geltend gemachte Die Ansprüche sind alsbald (Bescheid der Direktion vom 25° Juli 1963 und Bescheid des Vorstandes vom 4» Dezember 1963; WiderspruchsBescheid vom 24o Januar 1964p gegen den Verwaltungsklage innerhalb eines Monats seit der am 28o Januar 1964 erfolgten Zustellung nicht erhoben worden ist) durch die Beklagte abgelehnt worden» Die Beklagte hatte dabei gegenüber dem durch einen An-wait vertretenen Kläger, der selbst rechtskundig ist, keinen Anlaß9 auf die, wie jetzt feststeht9 spätestens im Sommer 1964 drohende Verjährung hinzuweisen» Im Gegenteil mußte die Beklagte bei der Abgabe derartiger rechtlicher Belehrungen vorsichtig sein, weil sie durch unrichtige Erklärungen möglicherweise den Kläger geschädigt hätte» Sie durfte deshalb zur Verjährung er3t dann Erklärungen abgeben, wenn sie den Beginn der Verjährungsfrist kannte; dieser hing vom Wissen des Klägers ab, also von inneren Vorgängen, die der Belclagten nicht ohne weiteres erkennbar waren» der Klage verfolgten Schadenersatzansprüche erstmalig geltend gemacht hat9 in Verbindung mit dem Umstand 9 daß die Beklagte daraufhin Ermittlungen anstellte p könnte vielleicht eine stillschweigende Vereinbarung der Parteien zu erblicken sein9 der Kläger solle und dürfe bis zu dem Abschluß dieser Ermittlungen eine Klage noch nicht erheben„ Dann würde der Ablauf der etwa noch laufenden Verjährungsfrist für die Dauer dieser Vereinbarung nach § 202 BOB gehemmt sein; der Zeitraum dieser Hemmung wäre dann gemäß § 205 BOB in die Verjährung nicht einzurechneno Doch auch bei Annahme einer solchen Vereinbarung wäre die Verjährungsfrist zur Seit der Einreichung der Klage abgelaufen gewesene Hag es schon zweifelhaft sein? ob aus dem Schreiben vom 5o Pebruar 1963 in Verbindung mit der Anstellung von Ermittlungen seitens der Beklagten auf eine solche stillschweigende Vereinbarung zu schließen ist, so endete diese Vereinbarung in dem Zeitpunkt9 in dem die Beklagte die geltend gemachten Ansprüche ablehnte„ Das ist aber unstreitig bereits durch den Bescheid des Präsidenten der Bundesbahndirektion Essen vom 25° Juli 1963 geschehen; am Ende dieses Bescheides wird der Kläger ausdrücklich darauf hingewiesen, 11 er könne9 sofern er Schadenersatzansprüche aus dem Gesichtspunkt der Amtspflichtverletzung geltend mache9 die ordentlichen Gerichte anrufen9 ohne daß es eines Vorverfahrens bedürfeou Zwar hat der Kläger sich gegen diesen Bescheid noch mit Dienstaufsichtsbeschwerde und mit Widerspruch gewandt9 über die erst am 4° Dezember 1963 daß die Gegenseite nicht beabsichtigte, seinen Ansprüchen zu entsprechen» Nur der Zeitraum vom 5» Februar 1965 (Stichtag des Antrages auf Schadensersatz) bis zu dem 25« Juli 1963 (Ablehnung des Antrages), also ein Zeitraum von knapp sechs Monaten? daß der Vorstand nicht eingegriffen habe; den aus der Hichtboförderung entstandenen und noch entstehenden Schaden habe er gekannt o In anderem Zusammenhang bei Prüfung der Ansprüche wegen des Verhaltens der Direktions-Beamten wird darüber hinaus festgestellt (Urteil S» 23)? nung die Nichtbeförderung veranlaßt hätten", gelcannt; das Berufungsgericht führt an dieser Stelle aus, daß der Kläger damit von Schaden und Schädiger seit Ende I960 Kenntnis gehabt habe» Nach beiden Richtungen werden die tatsächlichen Feststellungen des Berufungsgerichts von der Revision nicht angegriffen» Da aber weiterhin für die Zeit von Ende I960 bis 5° August 1961 Vorgänge nicht im einzelnen behauptet sind, aus denen vom Kläger eine Haftung des Vorstandes gefolgert wird, ergibt sich aus jenen Feststellungen des Berufungsurteils weiterhin, daß der Kläger damit auch bereits Ende I960 alle Umstände gekannt hatte, aus denen er für die Zeit vor dem 5<> August 1961 eine Haftung des Vorstandes herleiten will« Damit sind auch diejenigen Ansprüche gegen den Vorstand, die auf solchen Vorgängen beruhen, seit Ende 1963 verjährt» Hinsichtlich der aus solchen Vorgängen hergeleiteten Ansprüchen greift deshalb im Ergebnis die vom Berufungsgericht mit anderer Begründung bejahte Einrede der Verjährung auch im Blick auf das Verhalten des Vorstandes durch o b) Das Berufungsgericht hat es in den Entschei-dungsgründen als "unstreitig“ bezeichnet, daß Vorstand und Hauptverwaltung der Beklagten weder die Beförderung zu dem Amtmann aussprächen noch bei ihr mitwirkten, wenn nicht beim Bundespersonalausschuß eine Ausnahmegenehmigung für überalterte Bewerber einzuholen gewesen sei; deshalb seien die einzelnen Bewerbungen des Klägers dem Vorstand weder vorgelegt noch bekanntgegebeno Die Revision wendet sich gegen diese Ausführungen, weil der Bundesverkehrsminister zwar ermächtigt gewesen sei, die Ausübung des Rechtes zur Ernennung zu dem Bundesbahnamtmann nach der Besoldungsgruppe All (Bundesbahn-Besoldungsgruppe A 5) auf die Präsidenten der Bundesbahndirektionen zu übertragen, davon aber erst im Jahre 1967 Gebrauch gemacht habe, nicht schon in der hier maßgeblichen Zeit* werbern überlaßt, die aber der Minister aus einem größeren Kreis von Anwärtern ausgewählt hat« So wird es auch bei der Deutschen Bundesbahn bei der Besetzung von Amtmannsposten gehalten, wie sich aus den Bestimmungen über die Besetzung von Amtmannsposten (G 11) ergibt (abgedruckt bei Fries-Bruckauf, Laufbahnwesen bei der Deutschen Bundesbahn Nr« 35 So 5 und 25 mit der letzten Verfügung des Vorstandes der Deutschen Bundesbahn vom 18 » Februar 1963) <> Danach spricht zwar der Vorstand zu dem Schluß die Ernennung zu dem Amtmann aus, indem er die Ernennungsurkunde unterzeichnet, überläßt aber das vorhergehende Verfahren den Direktionen» Die oben erwähnte Bemerkung im Berufungsurteil muß deshalb so verstanden werden, daß der Vorstand der Beklagten das Auswahl- und Besetzungs verfahren nicht selbst erledigt, sondern in den Geschäftsbereich der Bundesbahndirektionen verwiesen hat, wie es im Tatbestand des landgeriehtliehen Urteils genauer wiedergegeben war« Daraus erklärte sich dann die weitere Feststellung, daß unstreitig dem Vorstand die hier maßgeblichen Bewerbungen des Klägers nicht mehr vorgelegt wurden» Das greift die Revision auch auf, indem sie vorträgt, der Vorstand hätte auf Grund seiner Aufsichtsund Kontrollpflicht einschreiten müssen, als er habe erkennen müssen, daß die naehgeordneten Behörden den Kläger statt mit Wohlwollen mit Übelwollen behandelten und an seinem Fortkommen behinderten«. Irrig ist die Auffassung der Revision, die bei der Direktion geführten Personalakten des Klägers hätten wiederholt dem Vorstand Vorgelegen und er hätte sie nun prüfen und einschreiten müssen«, Denn die Aufsichtsbehörde ist nicht verpflichtet, nicht, einmal in der Lage, alle ihr aus irgendeinem Anlaß vorgelegten Akten daraufhin genauestens durchzuprüfen, ob sie irgendeinen Anhalt für Pflichtverletzungen, Unkorrekt- Der Vorstand wurde hier durch die Rechtsanwältin Dr» St BUS am 12» November I960 und am 5» Februar 1963 auf die Angelegenheit des Klägers hingewiesen» Damit entstanden Amtspflichten auch zugunsten des Klägers» Ansprüche, die auf derartige bis 31° Dezember I960 erfolgte Amtspflichtverletzungen des Vorstandes gestützt werden, sind, wie bereits ausgeführt, ver jährt o mit dem erstmals die hier erhobenen Schadensersatzansprüche geltend gemacht worden sind, befaßt» Das Berufungsgericht meint dazu, der Vorstand hätte jetzt eingreifen und die Zustimmung des Bundespersonalausschusses zu einer Beförderung in den letzten drei Jahren vor der Altersgrenze einholen müssen, wenn er erkannte, daß ein Verwaltungsfehler die Beförderung eines beförderungswürdigen Beamten verhindert hatte» Die Zustimmung wäre in diesem Falle auch erteilt worden» liegenden Amtspflicht des Vorstandes, das Verhalten der untergeordneten Stelle auf das Vorliegen eines der Beförderung de3 Klägers entgegenstehenden "Verwaltungsfehle rs" zu überprüfen, nicht gesprochen werden* Mit dem Schreiben vom 5» Februar 1963 machte der Kläger ausschließlich Schadensersatzansprüche wegen seiner in der Vergangenheit nicht erfolgten Beförderung geltend* Es kann dahingestellt bleiben, ob der Vorstand solche Schadensersatzansprüche damals zutreffend oder unrichtigerweise abgelehnt hat* Denn aus der Verweigerung der Anerkennung solcher Schadensersatzansprüche macht der Kläger jetzt weitere Ersatzansprüche nicht geltend* a) Mit Rücksicht auf die Verjährung hat das Berufungsgericht alle Vorgänge außer Betracht gelassen, die sich vor dem 5» August 1961 zugetragen haben„ Bas zeigt keinen Rechtsfehler, denn hier gilt das, was oben schon bezüglich der Verjährung ausgeführt ist«, Das Vorbringen der Revision ist insoweit unbeachtlich» Die Revision meint, die Beklagte sei zu "besonderem Wohlwollen” verpflichtet gewesen, weil früher zahlreiche Uesetzesverletzungen begangen seien» Dabei wertet die Revision die angeblich zu Unrecht und ohne Anhörung des Klägers in die Personalakten gelangten Vorgänge anders als der Tatrichter, der die Überzeugung gewonnen hat, daß zwischen diesen Vorgängen und den späteren Beurteilungen bis auf einen besonders behandelten Pall kein Zusammenhang bestehe» Der Kläger trägt eine andei’e Auffassung vor, zeigt damit aber keinen Verfahrensfehler auf, zu demal er Zeugen dafür, daß die Beurteilungen falsch seien, nicht benannt hat; er hat noch vor dem Berufungsgericht erklärt, daß er keine Zeugen benennen könne» Dabei hätte sehr wohl die Möglichkeit bestanden, daß er die beurteilenden Dienstvorgesetzten darüber als Zeugen vernehmen ließ, ob sie bei ihrer Be- Es hat weiter festgestellt, daß der Bundesbahnoberrat Defl^p, der der unmittelbare Vorgesetzte des Klägers war, ihn seit 1957 gekannt und sich ein Urteil auf Grund eigener Kenntnis gebildet habe» An diese Feststellungen ist das Revisionsgericht gebunden. Er hatte dabei auch auf den angegriffenen Gesundheitszustand des Klägers hingewiesen, wofür sich Anhaltspunkte aus den Personalakten ergaben« Es ist keine AmtspflichtVerletzung, daß der Vorgesetzte diesen Umstand berücksichtigt hat, ohne ein ärztliches Gutachten zu erfordern; denn ein Vorgesetzter darf sich über die körperliche Belastbarkeit und Rüstigkeit eines Beamten in derartigen Situationen ein eigenes Urteil gestatten«