BGH · III ZR 164/66
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
/Wird diese Ablehnung durch den Inieignungaantragsteller mit '"einem Antrag auf gerichtliche Entscheidung .angefocht^hll sobist für die gerichtliche Entscheidung "darüber, ob der Enteignungsantrag aussichtslos ist, der Bach- and Streitet and zur Zeit der leisten mündlichen Verhandlung vor dem E Tatrichter maßgebend» v Der UI» Zivilsenat äea Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 28o September 1967 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Dr. Pagendarm sowie der Bundesrichter Dr» Kreft, Dr. Beyer, Dr. Hußla und Keßler für Recht erkannt: Auf dem Flurstück 981 befindet sich ein älteres Haue mit einer Front'breite von 10,44 m, das schmal und langgestreckt von der Straße -fast bis zur ' .■angrenzende-Fläche mit einer Frontbreite von 14,79 m -ist 'unbebautVAHeide 'Flurstücke'1 sind aus:, dem insoweit rechtskräftig';'abgesöhiossenen::''TJmlegungsverfäferen -iQ'0/flI A: hervorgegangen» Schon vor und in diesesa Verfahren, das zu einer Vergrößerung ihres Grundstücks von 910 qm auf 1599 qm führte, katte sich die Antragstellerin um den Erwerb und die Zuteilung des Flurstücks 930 bemüht« und zwar teilweise auf dem Grundstück der Antragstellerin, ist eine Fuigängerpassage von der Straße M®BB|straße vorgesehen» v langjährigen Verhandlungen mit allen-Beteiligten immer: wieder eine getrennte Bebauung der durch, das -Umlegungsverfahren geschaffenen Flurstücke1 §|80 land BKA für -weder wirtschaftlich sinnvoll noch baupolizeilich durchführbar erklärt hatte, hat im August -1963 Antrag auf Enteignung des Flurstücks <®80 zu ihren Grünsten gestellt» Daraufhin lehnte der Vorsitzende der Enteignungabehörde ohne mündliche Verhandlung und ohne Zuziehung von Beisitzern durch Beschluß vom 12» Februar 1965 die Einleitung des Ent- = "'.eignungsverfahrens ab,cweil .der Enteignungsantrag mit ®| ,-Sicherheit nbgewiesen'werden müsse» 'Diesen Beschluß hat; 'die Äritragstellerih ..ela.: Antrag"auf "gerichtliche Entscheidung angegrifÄ beantragt, die Inteignungsbehörde als Antragsgegnerin zur Einleitung des"Enteighungsverfahrens^ Mit der Revision verficht die 'AhtragÄellerin ihren Antrag auf gerichtliche Entscheidung weiter» Die Antragsgegnerin und der Beteiligte die weiterhin den Antrag zufückgewiesen sehen wollen, erbitten die Zurückweisung der Revision» Die Stadt H4BHHI als Gemeinde ist zur Eevislonsverhandlung geladen worden, in ihr äber nicht vertreten gewesen» Verfahrens zu unterscheiden» die durch die Anberaumung eines Termins zur mündlichen Verhandlung mit den Beteiligten erfolgt (§ 109 Abs.1; Satz 1 BBauG)» Ist nun ein Antrag eindeutig negativ zu verbescheiden»xwas sich im einzelnen Fall sehr wohl ohne mündliche Verhandlung fentstellen läßt, so ist es verfahrensrechtlich nicht sinnvoll, eine mündliche Verhandlung vorzubereiten und durchzufUhren, 'zu der die Beteiligten mit der Aufforderung zur Geltendmachung etwaiger Einwendungen zu laden sind (§ 109 Abs* 2 Br* 3 BBauG), die Einleitung des Verfahrens und den ersten Verhandlungstermin öffentlich bekanntzu demachen (§ 109 Abs.4)» das■ Grundbuchamt und yggf.::auch das Vollstreckungsgericht einzuschalteirlf 1-09"Abs'.'""'S',' Wenn das Bundesbaugesetz eine Ablehnung des Ent“ eignungsantrages vor Einleitung des Enteignungsverfahrene nur für den Pall vorsieht (§106 Abs» 2), daß die Oberste Landesbehörde ihre bei der Enteignung eines Grundstücks für industrielle Anlagen erforderliche Zu-Stimmung zur Einleitung versagt, so ist daraus nicht zu folgern, daß entgegen dem unleugbaren Bedürfnis eine solche Ablehnung bei einer anderen Pallgestaltung nicht zulässig sei. Allerdings hat während der gesetzgeberischen Arbeit der federführende Ausschuß des Bundestages für Wohnungswesen, Bau- und Bodenrecht die in dem von der Bundesregierung eing©brachten Entwurf enthaltene Bestimmung des § 118, wonach ein Enteignungsantrag bei einer offensichtlich unzulässigen Enteignung vor Einleitung des Enteignungsverfahrens durch Beschluß zurücksuweisen sei (Deutscher Bundestag 3« Wahlperiode Drucksache Nr« 356), zu streichen beschlossen (vgl« aaO Drucksache 1794 mit Anlage)« Das geschah aber zwecks Anpassung an die verfahrensrechtlichen Vorschriften des Baulandbeschaffungsgesetzes« Aber für dieses;Gesetz wurde, auch wenn es diese Möglichkeit nicht ausdrücklich vorsah, wie aufgezeigt, die Ablehnung eines öffenbar negativ zu bescheidenden Enteignungsantrage s vor Einleitung des Enteignungsverfahrens -für zulässig erachtet« Der Rechtsausschuß des Bundestages (vgl« Deutscher Bundestag 3« Wahlperiode sten« Protokoll über die 87« Sitzung des Ausschusses S« 6-7) und der die Streichung ohne Aussprache annehmende Bundestag (Deutscher Bundestag 3« Wahlperiode 114« Sitzung sten« Bericht S. : seines Antrages vor Einleitung des Enteignungs-Verfahrens hat der Antragsteller das Rechtsmittel .des "■■ 'Antrages auf gerichtliche Entscheidung ebenso wie .bei einer;Ablehnung des Antrages nach Einleitung des Enteignungsverfahrens, wird also auch insofern in.seinen . Rechten nicht beschnitten» Auf der anderen Seite ist es, worauf ebenfalls das Berufungsgericht bereits hingewiesen hat, angezeigt, bei einem aussichtslosen Enteignungsantrag den Eigentümer vor-Machteilem;zufbewahrfn> : die, für ihn mit der Einleitung des Verfahrens, etwa durch die öffentliche Bekanntmachung derselben, verbunden sein können» Das gewonnene Ergebnis sieht im Einklang mit der Beschleunigung des Verfahrens, dem das Bundesbaugesetz besondere Bedeutung beimißt» : Zeit- -und Arbeitsaufwand''sowie Kosten -iiachi'Möglichkeit :<• ab "'Sparen, ebenso dem Interesse'"'des" Eigentümers, ''.and ;"ist "es"" mit der Intere'seenlage' des Antragstellers"'vereinbar,'■'■■■daß die Enteignungsbehörde ein Entelgnuhgsver-;V: fahren "'.nicht einleitet, ..wenn sie von' vornherein der ://y ■Überzeugung ist, daß' der'''.InteignungSahtrag Die Ablehnung des Antrages der Antragstellerin ist aber vor einer mündlichen Ver-: c) 'Soweit "die Revision der Enteignungsbehörde vorwirft, sie habe der Antragstellerin das erforderliche rechtliche Gehör nicht gewährt, scheitert sie nicht nur daran,:daß die Antragstellerin .sich gegenüber der Behörde eingehend erklärt hat, sondern hier zusätzlich an folgender Überlegung: .Die Versagung des rechtlichen Gehörs kann zu einer Aufhebung der aus diesem Grund angegriffenen Entscheidung "hur führen,, wenn diese auf dem Verfahrensmangel beruht oder doch beruhen kann (vgl* Urteil vom 15« Juni 196? - III ER 17/66 -)« Die Entscheidung der EnteignüngsbShörde in Gestalt der Ablehnung ist dagegen bei Bestand zu lassen, wenn der in dem Beschluß der Ent-eigmmgsbehörde zu dem Ausdruck gekommene und nach dem zu, a) Gesagten zu billigende Wille der Behörde, den. antrag der Antragstellerin, well er mit Sicherheit abgewiesen werden müsse, ohne Einleitung des Enteignungsverfahrens abzulehnen, sich im Hinblick darauf als gerechtfertigt erweist, daß der Enteignungaantrag auch bei einer Überprüfung, bei der die Antragstellerin zu Wort gekommen ist, aussichtslos erscheint.5Das ist anschließend unter 2») auszuführen''Und näher''zu begründen'.' haben nach Anbringung des .Ahtrages auf.:gerichtliche Entscheidung Sachund Streitstand zur 'Zeit der letzten mündlichen Verhandlung vor .dem. antragstellers angemessah'ist,; oder" ob "'der Eigentümer eine Haltung einnimmt, ■;die""'die Abgabe "Sines"' Angebots als überflüssig erscheinen läßt, ausgeführt hat, Für den Enteignungsantragsteller, der gegen den die Enteignung für unzulässig erklärenden Beschluß, und das ...gleiche gilt '.'für--den. tung des Enteignungsverfahrens '■aussprecbehden^ gerichtliche .'Entscheidung' beantragt ,--''kommt'''''Ves-..darauf 'an, entschieden zu sehen,"'.ob nein-'''Ent Cantrag''in dem Zeitpunkt begründet'WäfY .als:c'ih;%eb^ || :".oder""vö.n"'der Enteignungsbehörde be'sehiede&'-wüÄ cist innerster Ixn'ie, wenn nicht '■au.sschlieBl'iö'h^ Das 'Spricht allgemein dafür, daß " die Gerichtewenn sie mit'einem Antrag auf gerichtliche "Entscheidung befaßt werden,' der -auf die Zulässigkeit deri Enteignung zielt, auf den Sachund Streitstand der ■ ...■letzten mündlichen Verhandlung'VCf dem Tatrichter ab-,zustellen "haben, wie dies auch den allgemeinen Grundsätzender hier entsprechend anwendbaren (§ 161 BBauG) Zivilprozeßordnung entspricht» Die Überlegung' des Berufungsgerichts, daß für Verpflichtungsklagen nach der , VerwaltungBgerichtsordnung darauf abzustellen ist, ob der geltend gemachte" Anspruch- zur' Zelt der letzten ' DÜD mündlichen Verhandlung besteht, geht .in die gleiche ■ "Richtung, Der Antrag auf gerichtliche Entscheidung ist daher im Ergebnis zurückzuweisen, wenn 'der Ent-, ■ eignrngsantrag'"aussichtslos"ist und damit.die Voraussetzung '".gegeben ist, ..unter der' die Enteignungsbehörde .'"'bereits' die Einleitung" des ':'.En'te'i:gttun'g'sverf:ahre'n':.s bebaut wordene Bamit:"'scheidet', die ^Anwendbarkeit von Nr» 2 aus, Nur auf a ie: ^tatsächliche Bebauung kommtne s' ....: an, nicht darauf, ob der Bebauungsplan etwa nxchtig und damit das■""Flurstück -nicht plangemäß bebaut ist. Denn das Gesetz sieht in Nr» 2 gerade die Enteignung 'solcher Grundstücke vor, die nicht im Bereich eines Bebauungsplanes'liegen, also nicht plangemäß bebaut sein können» Im übrigen kann seitens des Revisionsgerichte nicht davon ausgegangen werden, daß der D-Plan 94 nichtig ist. -gut, wie die Revision meint, an-der, zudem nicht die Bauleltplanung, sondern die ’Bodenordnung betreffenden Bestimmung des § 45 BBauG gemessen werden, abgesehen davon, daß die Dmlegung sich nach der Bauleitplanung und'"nicht umgekehrt zu richten hatbD'äß:'^ nichtig, worauf'.die''Antragstellerin abhebt," .''So "f ehlte:;es an deiner Festsetzung des "'Bebauungsplanes "und damit'an"einer dieser gesetzlichen Yoraussetzungen0/;Sieht man dagegen den D-Plan 94 als rechtsgültig an, so hat "'das'^nteignuxigihegehren der Antragstellerin gegen sich",''-."daß das''Grundstüök, das" enteignet werden :soll, bereits ; nach "dem' ^angefochtenen /Urteil 'planmäßig"hebaut worden 'ist .■■■■;$ollte .?entgegen' § 85 Abs« 1 Ir, 1 BBauG "dahinverst'dise«;'^ Grundstück, wenn auch unter Zuhilfenahme des von der Enteignung betroffenen Grundstücks, gemäß den Festsetzungen eines Bebauungsplanes genutzt werden soll, so scheitert die Antragstellerin daran: Wie das Berufungsgericht unangefochten feststellt, will die Antragstellerin das nach ihrer Meinung verfehlte Ergebnis der Planung und der Bodenordnung durch die Enteignung verbessern., Sie betreibt mithin das Enteignungsverfahren zu dem Zweck der Abänderung des Ergebnisses des rechtskräftig abgeschlossenen Umlegungsverfahrens und der Planung, auf der sich die Umlegung aufbaut und nach der sie sich richtete Die Enteignung ist aber, wie bereits das angefochtene Urteil annimmt, hicht das geeignete Mittel, Einwendungen eines Beteiligten gegen c ;; die Planung und gegen die Bodenordnung zu dem Erfolg zu 3» Ans dem zu 1») und 2.) Ausgeführten folgt, daß die Revision als'unbegründet zurückzuweisen und die Antragstellerin gemäß § 161 BBauG, § 97 ZPO mit den Kosten des Revisionsverfahrens zu belasten ist»