BGH · III ZR 154/87 vom 14.07.1988
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Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Krohn und die Richter Kroner, Dr. Halstenberg, Dr. Werp und Dr. Rinne am 14. Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des 6. Die Anfechtung - nach § 123 wie nach § 119 BGB - greift nicht durch, weil das Berufungsgericht sich nicht hat überzeugen können, daß die behaupteten Fehlvorstellungen der Beklagten über die Vermögens- und Einkommensläge des Klägers für die Verzichtsvereinbarung ursächlich geworden sind. Vergeblich rügt die Revision insoweit eine Verletzung des § 286 ZPO, weil es auf der Hand liege, daß eine Bank nicht auf 150.000,— DM verzichte, solange sie noch Möglichkeiten zur Anspruchsrealisierung sehe. Alle Einkommens- und Vermögensgegenstände, deren Verschweigen die Beklagte dem Kläger vorwirft, boten so unsichere Vollstreckungschancen, daß es für eine Bank durchaus nahe lag, sich darauf nicht zu verlassen, sondern lieber auf einen Teil ihrer Forderung zu verzichten, wenn sie dafür die Gewißheit erhielt, daß der Schuldner den Rest mit Hilfe Dritter in bestimmter Frist zahlte. 3. Nach den Feststellungen des Berufungsgerichts hat der Kläger allerdings seine restlichen Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag nicht - wie vereinbart - bis Ende 1985 vollständig und fristgemäß erfüllt, sondern statt eines Restkapitalbetrags von 145.301,55 DM nur 145.000,— DM überwiesen und die Zinsen für das zweite Quartal 1985 erst verspätet gezahlt. Diesen Versäumnissen ist nach Auffassung des Berufungsgerichts jedoch so geringes Gewicht beizu demessen, daß es treuwidrig erscheint, wenn die Beklagte daraus das Recht herleitet, den Verzichtsbetrag nachzufordern. Der Bundesgerichtshof hat zwar mehrfach betont, daß ein Gläubiger, der in einem Vergleich auf einen Teil seiner Forderung verzichtet, ein berechtigtes Interesse daran hat, daß der Schuldner sein Zahlungsversprechen für den Rest vollständig und pünktlich erfüllt (Urteile vom 19. Auf diese Versäumnisse hat die Beklagte erstmals nach Ablauf der vereinbarten Abschlußfrist hingewiesen, nicht aber bereits vor dem Mit Recht hat das Berufungsgericht es danach mit Rücksicht auf Treu und Glauben abgelehnt, der Widerklage allein wegen der geringfügigen Zahlungsversäumnisse des Klägers stattzugeben.