BGH · III ZR 151/50
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
15o DM für Putzlohn, 12o DM für eine Woohenhilfe und 6o DM für Mehrverbrauch an Wäsche haben wird, dass sie ausserdem in jedem zweiten Jahr eine neue Prothese benötigen wird, deren kosten sie auf jeweils 33o DU angibt» Legt man diese Berechnung der Klägerin zugrunde, .so ergibt sich ein jährlicher Aufwand von 6ö3 DM. sehr verschiedenes» Soweit der Einzelfall nur Berücksichtigung von Sonderumständen Anlass gibt, könr* nen für diese Schätzungen auch keine allgemeinen Richtlinien auf gestellt werden» Sind aber solche Sonderumstände nicht vorhanden, so rechtfertigt es sioh, im Interesse einer einheitlichen Handhabung bei den Gerichten zu gewissen Richtlinien zu gelangen» Eine solche Richtlinie hat das Reichsgericht in seiner Entscheidung RGZ. Bd. 166 S» 74 ff» dahin aufgestellt, dass es gerechtfertigt ist, gemäss § 3 ZPO in Ausübung des freien Ermessens den Wert eines derartigen Feststellungsanspruchs auf den lc faohen Jahresbetrag derjenigen Rente festzusetzen, die voraussichtlich im Falle eines Zahlungsantrages gefordert werden würde» In der gleiohen Entscheidung hat das Reichsgericht ausgeführt, dass diese Festsetzung unter Berücksichtigung der Vorschrift des § lo GXG nicht au9h für die Festsetzung des Streitwertes im Xosten-intere8se nassgebend sein könne; es hat deshalb für einen solchen Feststellungsantrag das 5 fache des Jahresbetrages der Festsetzung des Wertes zu Grunde gelegt. Mit Rüoksicht darauf , dass sich der Wert eines Feststellungsantrages in der Regel unter demjenigen tines eritep.rcch.nden Zahlungsartrages hält, glaubt aber der *<it von der £;onannten T.ntscheidui^g des R^ichsgerichtt insoweit abweichen zu sollen, als er auch für die Festsetzung des Streitwerts im Kosteninteresse einen entsprechenden Abschlag macht, also nur das 4fache des Jahresbetrages der Rente zu Grunde legt. Nach diesen Grundsätzen setzt sich der Streitwert der Revision zusammen aus dem lOfachen Jahresbetrage der Rente mit 6.050 DM und dem ziffernmässigen Zahlungsan-trage von 432,65 DM, zusammen 6.482,65 DM, so dass die Revisionssumme von mehr als 6.000 DM erreicht, die Revision also zulässig ist. Für die Gebührenbereohnung war der Streitwert des Feststellungsanspruches auf 4 x 605 = 2.420 DM festzusetzen, es ergibt sich also unter Hinzurechnung des Zahlungsanspruches von 432,65 DM ein Streitwert von zusammen 2.852,65 DM.