BGH · III ZR 145/81 vom 14.10.1982
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Klageansprüche fallen dagegen nicht unter die Erledigungsklausel, weil sie erst durch den Vergleich möglich geworden sind (Steffen in RGRK 12. b) Von dem eindeutigen Wortlaut der Vereinbarung kann im Wege der Auslegung nur abgewichen werden, soweit die Parteien übereinstimmend positiv etwas anderes vereinbaren wollten (falsa demonstratio; vgl. Es genügt nicht, wenn eine Partei einen vom Wortlaut abweichenden Willen hatte und die andere das hätte erkennen können und müssen, es tatsächlich aber nicht erkannt hat (BGH Urteil v. Für eine vom Wortlaut abweichende Auslegung der Erledigungsklausel genügt es auch nicht, daß eine oder beide Parteien sich bei Vergleichsabschluß keine klaren Vorstellungen darüber machten, welche Ansprüche im einzelnen unter die Klausel fielen, oder etwa an die Darlehensforderung gerade nicht dachten. c) Die Feststellung des Berufungsgerichts, daß nach dem Parteiwillen die Versicherungsverträge weiter bestehen sollten, kann nur dazu führen, daß die Ansprüche aus diesen Verträgen entgegen dem Wortlaut des Vergleichs nicht erloschen, nicht aber dazu, daß damit - wie die Revision meint - der Wortlaut der Erledigungsklausel allgemein seine Bedeutung auch für andere Ansprüche verliert und nunmehr der Kläger seinerseits beweisen müßte, daß die Klausel nach dem Parteiwillen den Darlehensanspruch umfassen sollte. Es bleibt vielmehr dabei, daß die Beklagte dartun und beweisen muß, daß die Parteien übereinstimmend im Widerspruch zu dem Wortlaut die Erledigungsklausel auf bestimmte Ansprüche beschränken, zu denen der Darlehensanspruch nicht gehörte, oder aber gerade diesen Darlehensanspruch - wie die Versicherungsvertragsansprüche - von dem Vergleich ausnehmen wollten. Soweit das Berufungsgericht dem Vortrag der Parteien eine solche Behauptung nicht entnommen, sie zu demindest aber nicht als bewiesen angesehen hat, ist das revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Entgegen der Auffassung der Revision ist es durchaus nicht denkgesetzlich ausgeschlossen, daß eine umfassende Erledigungsklausel auch Ansprüche, die beiden Parteien bekannt waren, über deren Erlöschen aber vor und bei Vergleichsabschluß nicht ausdrücklich gesprochen worden ist, erfassen sollte. d) Aussicht auf Erfolg hat die Revision auch nicht, soweit sie rügt, die Beklagte habe ausdrücklich vorgetra- gen, der Kläger und beide Prozeßbevollmächtigte seien bei Vergleichsabschluß davon ausgegangen, daß das Darlehen und die Versicherungsverträge nicht berührt werden sollten, das Berufungsgericht habe aber die dafür angebotenen Beweise nicht erhoben. Soweit die Beklagte die Vernehmung ihres Prozeßbevollmächtigten, Rechtsanwalt J^p, beantragte, mußte das Berufungsgericht diesen Beweisantrag nur auf die eigenen Vorstellungen dieses Zeugen beziehen, da nicht ersichtlich ist, wie dieser Zeuge etwas über die - unstreitig in den Vergleichsverhandlungen vor dem Bundesarbeitsgericht nicht ausgesprochenen - Vorstellungen des Klägers sollte aussagen können. Dieser Vortrag genügte nicht; rechtlich erheblich wäre gegenüber dem eindeutigen Vergleichswortlaut nur die Behauptung gewesen, beide Parteien hätten übereinstimmend positiv die Vorstellung gehabt, die Erledigungsklausel solle sich auf bestimmte andere Ansprüche beschränken oder es solle gerade der Darlehensanspruch davon ausgenommen sein.