BGH · III ZR 139/77 vom 01.12.1977
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Der Wert des Beschwerdegegenstandes einer Berufung oder Revision, mit der ein an einem Umlegungsverfahren beteiligter Grundeigentümer die Zustellung eines seine Rechte betreffenden Auszuges aus dem Umlegungsplan erstrebt, ist mit 20.V.H. des Wertes des Grund und Bodens der eingeworfenen Fläche, einschließlich vorhandener baulicher Anlagen, Anpflanzungen und sonstiger Einrichtungen, zu bemessen. Gründe Die Beteiligte zu 1) wendet sich dagegen, daß das Baulandumlegungsverfahren "Fichtäcker" in der Gemarkung Garmisch, an dem sie als Grundstückseigentümerin mit einer Teilfläche von ca. Februar* 1968 (BGHZ 49, 317) den Wert des Beschwerdegegenstandes einer Berufung oder Revision, mit der ein oder mehrere Grundstückseigentümer die in einem Umlegungsbeschluß angeordnete Einbeziehung ihres Grundbesitzes in ein Umlegungsverfahren anfechten, über § 161 BBauG in entsprechender Anwendung von § 3 ZPO mit 20 v.H. des Wertes des Grund und Bodens, ggf.einschließlich vorhandener Aufbauten, veranschlagt und eine auch nur entsprechende Anwendung von § 6 ZPO angesichts der einer Umlegung zugrunde liegenden Idee der ungebrochenen Fortsetzung des Eigentums an einem verwandelten Grundstück abgelehnt. Er hat dabei das im Bereich des § 3 ZPO eingreifende freie Ermessen für die Wertbestimmung an dem Interesse des Eigentümers ausgerichtet, das dieser daran hat, daß sein Grundstück nicht in die Umlegung einbezogen wird, dieses Interesse aber angesichts der sonst hinsichtlich seiner Bewertung auftretenden, kaum oder nur mit unverhältnismäßiger Mühe zu lösenden Schwierigkeiten in Beziehung zu dem Wert des Grundstücks gesetzt, dessen Einbeziehung in das Umlegungsverfahren gerade den Streit auslöst und dessen Wert sich in der Regel maßgeblich auf das Interesse des Eigentümers auswirkt. Er hat den Wert des Beschwerdegegenstandes einer derartigen Berufung oder Revision des Grundeigentümers ebenfalls mit 20 v.H. des Wertes des Grund und Bodens der eingeworfenen Fläche, einschließlich vorhandener bauli-eher Anlagen, Anpflanzungen und sonstiger Einrichtungen bemessen (BGHZ 51, 3^1). Auch bei einer Fallgestaltung wie der vorliegenden, wo die Eigentümerin die Zustellung eines ihre Rechte betreffenden Auszuges aus dem Umlegungsplan erstrebt, ist der Streit- und Beschwerdewert gemäß § 3 ZPO nach freiem Ermessen festzusetzen. Eine entsprechende Anwendung des § 6 ZPO, wonach bei einem Besitz- oder Eigentumsstreit der Wert der Sache maßgebend ist, hat auszuscheiden,und zwar auch dann, wenn die Eigentümerin von einer Umlegungsmaßnahme derart betroffen wird oder auch nur betroffen worden sein will, daß sich diese Maßnahme als Enteignung darstellt. Es handelt sich hier nicht um einen mit einer Grenzregulierung vergleichbaren Fall, bei dem der Senat in entsprechender Anwendung des § 6 ZPO den Streitwert nach dem Wert der abzugebenden Teilfläche bestimmt (BGHZ 50, 291). Sie und ihr noch ungewisses Schicksal ist es, das den Streit ausgelöst hat, und ihr Wert wird auch hier maßgeblich das Interesse der Beteiligten zu 1) bestimmen. Nur bei einer solchen Berechnung läßt sich eine nicht mit unangebrachten, vielfach kaum lösbaren Schwierigkeiten belastete Ermittlung des Beschwerdewertes ermöglichen, die als solche von der Natur der Sache her tunlichst einfach, praktikabel und auch für die Beteiligten vorher berechenbar sein soll. Ausgehend von der Erwägung, daß es der das rechtliche Erscheinungsbild prägende Sinn der Umlegung ist, das Eigentum an den in das Verfahren einbezogenen Grundstücken nicht zu nehmen, sondern nur zu verändern und das Eigentum in veränderter Gestalt fortsetzen zu lassen, hat der Senat - wie oben dargelegt - das Interesse des Eigentümers, der sich gegen die Einbeziehung seines Grundstücks in ein Umlegungsverfahren oder gegen die ihn belastende Regelung eines Umlegungsplanes wendet, mit 20 v.H. des Wertes des Grund und Bodens, einschließlich vorhandener Aufbauten, Anpflanzungen und sonstiger Einrichtungen (§60 BBauG), bewertet.