BGH · III ZR 129/93 vom 28.04.1994
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Richter Dr. Engelhardt, Dr. Werp, Dr. Deppert, Streck und Schlick am 28. Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des 11. 1. Zu Recht verneint das Berufungsgericht eine Schadensersatzpflicht der Beklagten aus dem Gesichtspunkt, daß diese einen nichtigen Bebauungsplan aufgestellt und es in der Folgezeit unterlassen hat, die Unwirksamkeit des Bebauungsplans durch einen nachträglichen Beitrittsbeschluß zu beseitigen. aa) Das Berufungsgericht hat, dem Verwaltungsgericht folgend, den Bebauungsplan mangels der nach § 11 Abs. 1 BauGB - seinerzeit § 11 BBauG - erforderlichen Genehmigung als nichtig angesehen, weil er auf Antrag des Stadtdirektors der Beklagten nur unter Herausnahme eines bestimmten Gebietes (WA-Gebiet südlich des K^HH|M) Ein Bebauungsplan kann nach einhelliger Meinung dann nicht wirksam werden, wenn er mit seinem von der Gemeinde beschlossenen Inhalt nicht genehmigt, sondern mit einer "Maßgabe" oder Auflage versehen worden ist, die von der Gemeinde vor der Bekanntmachung der Genehmigung und Auslegung des Planes nicht beschlossen worden ist (BVerwGE 75, 262, 265; OVG NW BRS 39, 50; OVG NW DÖV 1983, 824; Schrödter, BauGB 5. Der Gemeinderat hat jedoch die Möglichkeit, den "Maßgaben" oder Auflagen der Genehmigungsbehörde beizutreten und den Bebauungsplan mit dem Inhalt, der den Maßgaben der Genehmigungsbehörde entspricht, nachträglich zu billigen (BVerwG aaO; Schrödter aaO § 12 Rn. 4). bb) Ein Beitrittsbeschluß ist nach Bundesrecht aber nur für Maßgaben und echte Auflagen erforderlich, die - anders als bloße redaktionelle Änderungen (Schrödter aaO § 6 Rn. 18; Gelzer/Birk aaO Rn. 372 S. Hier ist jedoch die Genehmigung von der höheren Verwaltungsbehörde nicht mit Einschränkungen versehen worden. ten, einen Teil des Bebauungsplanes wegen eines nicht mehr rechtzeitig eingearbeiteten Schallschutzgutachtens von der Genehmigung auszunehmen. cc) Die Entscheidung des Berufungsgerichts im Hinblick auf die Unwirksamkeit des Bebauungsplanes wird jedoch von der Vorschrift des § 28 Abs. 1 lit. Selbst wenn aber der Stadtdirektor zu dem Antrag nach §§ 11 Satz 2, 6 Abs.3 Satz 2 BBauG befugt gewesen ist, än- Bei Wirksamkeit des Bebauungsplanes ist ein - dann in Betracht zu ziehender - Anspruch der Klägerin wegen rechtswidriger Ablehnung der beantragten Baugenehmigung durch den Bescheid vom 16. Februar 1988 deshalb nicht gegeben, weil durch das klagabweisende Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen vom 17. Auch im übrigen läßt das angefochtene Urteil entscheidungserhebliche Rechtsfehler zu dem Nachteil der Klägerin nicht erkennen.