BGH · III ZR 116/89 vom 25.01.1990
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Krohn und die Richter Dr. Engelhardt, Dr. Werp, Dr. Rinne und Dr. Wurm am 25. 1. Rechtsgrundsätzliche Bedeutung kommt an sich den Fragen zu, in welchem Umfang einem Schulträger dem einzelnen Schüler gegenüber die Amtspflicht obliegt, die Unterrichtsräume von formaldehydhaltigen Substanzen freizuhalten, und welche Vorkehrungen er unter Berücksichtigung des im Jahre 1982 vorhandenen Problembewußtseins treffen mußte, um zu gewährleisten, daß eine das zulässige Maß übersteigende Formaldehydbelastung der Räume vermieden wurde. Indessen sind diese Fragen im Streitfall auch dann nicht entscheidungserheblich, wenn man entsprechende Prüfungsund Schutzpflichten des Schulträgers bejaht und mit der Revision ferner davon ausgeht, daß die Erwägungen, aus denen das Berufungsgericht eine unzulässige Formaldehydbelastung der Unterrichtsräume verneint, durchgreifenden rechtlichen Bedenken begegnen. Nach Auffassung des Berufungsgerichts scheitert die Haftung der Beklagten jedenfalls auch daran, daß sich ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der - unterstellten -Amtspflichtverletzung und der behaupteten Erkrankung des Klägers nicht feststellen läßt. 2. Das Berufungsgericht verneint die Möglichkeit, einen Ursachenzusammenhang zwischen der erhöhten Formaldehydkonzentration in der Raumluft und der vom Kläger behaupteten Formaldehydallergie festzustellen, mit der Begründung, eine solche Allergie werde durch Hautkontakte ausgelöst, die hier Die Revision rügt vor allem, das Berufungsgericht habe anerkannte Beweislastgrundsätze verkannt; wenn Amtspflichtverletzung und Schaden festständen, sei es Sache des Beamten, die Vermutung des ursächlichen Zusammenhanges auszuräumen. Nach der Rechtsprechung des Senats hat der durch eine Amtspflichtverletzung Geschädigte grundsätzlich auch den Beweis zu, führen, daß ihm hierdurch ein Schaden entstanden ist. Amtspflichtverletzung und Schaden angesichts der vom Berufungsgericht hierzu getroffenen, auf den Angaben des Sachverständigen Dr. KM beruhenden Feststellungen nicht bejaht werden.