BGH · III ZR 111/52
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' i sein Ruhegehalt von dieser Kasse überwiesene Die Regierungshaupt kasse in Lüneburg hatte die Versorgungspapiere des ;Klägers der Regierungshauptkasse in Frankfurt a*d.Oder als der für zuständigen pensionsregelungs- und Aus- wo er bei einem anderen Verwandten Aufnahme fand» Er wandte sich wegen seiner Versorgungsbezüge an die Regierungshauptkassen in Schleswig und in Lüneburg* Das Land Schleswig-Holstein bewilligte ihm mit'Wirkung vom 10 Februar 1946 einen Ruhegehaltsvorschuß; der bis zu dem 31° Dezember 1946 in Höhe von/monatlich 3 00 ELI; seitdem in Höhe von 258;78 RM bezw DM gezahlt wurdet Von der Regierungs-Jaauptkasse in Lüneburg wurde der Kläger abschlägig beschie- Kläger Zahlung des Ruhegehalts für die Zeit vom 1, Mai 1945 bis 30» September 1949 abzüglich der ihm vom Lande Schleswig-Holstein gezahlten Vorschüsse verlangt, das er nach Abzug der erhaltenen Vorschüsse auf 5 672*84LM berechnet» Er ist der Ansicht* am 8, Mai 1945 sei die Regierungshaupt kasse in Lüneburg für die Zahlung seiner Bezüge zuständig gewesen* * die Überweisung nach Frankfurt aId«Öder sei nur aus kassentechnischen Gründen erfolgt und stelle keine regelrechte Überweisung dar, Mindestens sei diese Überweisung ungültig* weil er sie weder beantragt noch die Voraussetzung einer Überweisung (dauernder Aufenthalt in Kirch- Er falle deshalb auch nicht unter den Kreis der von Art 131 GrundG betroffenen Beamten, Das beklagte Land hat Klageabweisung beantragt; es vertritt die Auffassung* die Frist des § 143 DBG sei nicht gewahrt, weil derKlägerinnerhalb von sechs Monaten nach dem ablehnenden Bescheid keine ordnungsmäßige Klage erhoben, sondern zunächst nur ein Arraenrechtsgesuch nebst Klage eingereicht habe. habe der Kläger am 8» Mai 1945 keine seine Bezüge zahlende Kasse in Westdeutschland besessen» Er falle deshalb auch unter das Auszahlungsverbot der Finanztechnischen Anweisung Nr 88, Außerdem gehöre er zu dem Kreis der von Art 131 GrundG betroffenen Personen und könne deshalb im Hinblick auf § 77 Gesetz zu Art 131 Ansprüche gegen das beklagte Land für die der Klage zugründe liegende Zeit nicht geltend machen» Auf die Berufung des Klägers hat das Oberlandesgericht durch Teilurteil unter Abänderung des landgerichtlichen Urteils das beklagte Land zur Zahlung von 5 587?04 DM verurteilt» Mit der Revision begehrt das beklagte Land Wiederherstellung des landgerichtlichen Urteils, soweit dieses im Berufungsrechtszug abgeändert worden ist »• ”ob § 77 des Gesetzes zu Art 131 GrundG gegen das Grundgesetz verstößt9 soweit darin bestimmt ist, daß Beamten, die vor dem Zusammenbruch als preußische Landesbeamte im Gebiet des jetzigen Landes Niedersachsen in den Ruhestand versetzt worden sind und die ihr Ruhegehalt zunächst von einer preußischen Kasse dieses Gebietes, nach der kriegsbedingten Verlegung ihres Aufenthaltsortes in eine preußische Provinz der jetzigen sowjetischen Besatzungszone auf Grund einer Überweisung an die für jenes Gebiet zuständige Kasse von dieser- ausgezahlt erhalten haben., nach ihrer nach dem Zusammenbruch erfolgten Rückkehr in das Gebiet des jetzigen Landes Niedersachsen gegen dieses Land Ansprüche aus ihrem früheren Dienstverhält nis für die Zeit vor dem 1. "mittlerweile die im Vorlagebeschluß formulierte Frage, wie sich aus der seit 1953 erschienenen einschlägigen Literatur und der zu § 77 des Gesetzes zur Ausführung des Art 131 GrundG gefestigten Rechtsprechung ergibt, nach Auffassung des Senats ihre grundsätzliche: Bedeutung verloren hat und weil deshalb zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung die Entscheidung des Großen Senats nidit mehr erforderlich ist»1’ April 1949 zugegangen» Er hat die Klage am 19» Oktober 1949 hei Gericht eingereicht» Die Klage ist zwar erst am 22» Dezember 1950 zugestellt worden» Die Verzögerung beruht darauf, daß die Zustellung durch das Gericht erst nach Bewilligung des Armenrechts, die erst auf Beschwerde erfolgte, veranlaßt wurde» Jedoch war entgegen der Ansicht des Beklagten am 19» Oktober 1949 nicht nur ein Armenrechtsgesuch, sondern eine ordnungsmäßige Klageschrift eingereicht worden* Infolgedessen tritt 'bereits mit der Einreichung der Klage die Wirkung ein, die durch ihre Zustellung erreicht werden soll, nämlich die Wahrung der Er ist des § 14-3 DBG, wenn die Zustellung /demnächst’’ erfolgt (vgl Ziff 28 der Verordnung des Zentraljustizamtes für die britische Zone zur Änderung von Vorschriften auf dem Gebiet der Gerichtsverfassung, der bürgerlichen Rechtspflege und des Kostenrechts vom 27* Januar 1948 - VOBlBrZ 1948 S 13 die dem § 261 b Abs 3 ZPO in der Fassung des Vereinheitlichungsgesetzes entspricht). Die Zustellung der Klage ist auch dann ’’demnächst" erfolgt, wenn der Beamte innerhalb der Frist des § 143 DBG ein Armenrechtsgesuch und eine Klageschrift bei Gericht eingereicht hat, das Armenrechtsgesuch dem.Dienstherrn mitgeteilt, über das Armenrechtsgesuch jedoch erst später als ein Jahr nach seiner Einreichung entschieden und die Klage alsdann unverzüglich zugestellt wird (vgl. Auch die Zweimal-Sechsmonatsfrist des § 143 Abs 1 Satz 2 Halbsatz 2 DBG ist gewahrt, da der Kläger erstmalig einen Antrag auf Vorbescheid wegen der hier streitigen Beträgt durch seine Eingabe vom Oktober 1948 an den.liedersächsischen Ministerpräsidenten gestellt hat, der den Antrag in der Folgezeit dem als obersten Dienstherrn allein zuständigen Minister des Innern' zuständigkeitshalber zugeleitet hat* Diese Eingabe datiert ausweislich der von den Parteien eingereichten Schriftstücke vom 31° Oktober 1948, nicht wie im Berufungsurteil irrtümlich angegeben, vom 13° Oktober 1948* Dann, ist aber durch die Einreichung der Klage am 19° Oktober 1949 und ihre "demnächst” erfolgte Zustellung die Frist gewahrt* Kasse sei daher nicht weggefallen; er könne daher trotz des § 77 Gesetz zu Art 131 GrundG Ansprüche aus seinem früheren Dienstverhältnis gegen das Land Lieder Sachsen geltend machen, Die Revision vertritt demgegenüber die Auffassung, die Überweisung des Klägers an die Regierungshauptkasse in Frankfurt/öder sei nach Zuständigkeit der beteiligten Behörden und nach, den dabei zu berücksichtigenden Formvor-schriften sowie im Hinblick auf die durch die Regierungshauptkasse in Frankfurt/Oder erklärte Annahme der Überweisung auch ohne Antrag des Klägers und materiell ohne Rücksicht auf eine Wohnsitzverlegung des Klägers zulässig gewesen. Selbst wenn der Verwaltungsakt der Überweisung fehlerhaft gewesen wäre, so habe das höchstens dessen Anfechtbarkeit, keinesfalls dessen Richtigkeit zur Folge, Solange dieser Verwaltungsakt nicht beseitigt sei, sei er zu beachten, Deshalb sei die Regierungshauptkasse in Frankfurt/öder die für den Kläger zuständige Regelungsbehörde gebliebeno Da sie an den Kläger nicht zahle, so falle er in den Kreis der in Art 131 GrundG angeführten Beamten und habe daher nach § 77 Gesetz zu Art 131 GrundG für die hier in Betracht kommende Zeit keine Ansprüche gegen das Land RiederSachsen, am 80 Mai 1945 versorgungsberechtigt waxen* Streitig zwischen den Parteien ist nur«, ob er !,aus anderen als beamtenrechtlichen Gründen keine Versorgung mehr erhält"« Bei der Entscheidung dieser Frage stellt das Berufungsgericht praktisch allein darauf ab, ob der Kläger zu dem unter § 1 Abs 1 Ziff 2 Gesetz zu Art 151 GrundG fallenden Personenkreis gehört, nämlich zu dem Kreis "der Buhestandsbeamten, für die am 8« Mai 1945 keine auf Grund ordnungsmäßiger Überweisung zur Zahlung der Bezüge verpflichtete Kasse im Bundesgebiet vorhanden war und die von der zuständigen deutschen Kasse Zahlungen nicht mehr erhalten«11 ;,:?Zutr^ffend:hält das Berufungsgericht diese Vorschrift auch auf den Kläger für anwendbar für den Fall, daß seine Veraorgungsangelegenheiten ordnungsmäßig von der Regierungshauptkasse in Lüneburg an die Regierungshauptkasse in Frank-'fürt/Öde^' überwiesen-worden sind« Lie Voraussetzungen des § 1 Abs 1'Ziff 2 sind nämlich nicht nur dann erfüllt, wenn ein verdrängter Versorgungsberechtigter von einer außerhalb des Bundesgebietes gelegenen Kasse nicht - oder nicht ordnungsmäßig - an eine Kasse im Bundesgebiet überwiesen worden ist« sondern auch in dem Fall, in dem ursprünglich eine im Bundesgebiet gelegene Kasse zur Zahlung verpflichtet war, der Versorgungsberechtigte sodann aber ordnungsmäßig an eine außerhalb des Bundesgebietes liegende Kasse überwiesen worden war (vgl das Urteil des BVerwG vom 7° September 1956 - II C 197.54 - in NDBZ 1957*109 - ZBR 1957* 149) °: legene Kasse«, noch die früher vor der Überweisung im Gebiete der Bundesrepublik zuständig gewesene Kasse Zahlungen, weil 'beide Stellen nach der damals bereits praktisch erfolgten Auflösung des Landes Preußen sich nicht für verpflichtet hielten, die östliche nicht, weil der Ruhestandsbeamte im Westen als Beamter tätig gewesen war, die westliche nicht, weil die Zahlung der Ruhegehaltsbezüge der Östlichen Kasse zugewiesen war, so war das die Folge des Zusammenbruches«, Derartige Ruhe stand sbearate erhielten in der Tat "aus anderen als beamtenrechtlichen Gründen* keine Versorgungsbezüge<, Zu dieser Gruppe von Ruhestandsbeamten gehört der Kläger, da, wie unter Ziffer 3 ausgeführt werden wird, die Re-gierungshauptkasse in Lüneburg die Versorgung des Klägers ordnungsmäßig an die Hegierungshauptkasse in Prankfurt/Oder überwiesen hatte«. Deshalb bedarf es keiner weiteren Prüfung, ob der Kläger etwa auch deshalb zur Gruppe der Beamten zählt, die ”aus anderen als beanrfcenrechtlichen Gründen keine Versorgung mehr erhalten”, weil ihm die Zahlung seiner Versorgungsbezüge im Hinblick darauf verweigert worden ist, daß sein bisheriger Dienstherr, das Land Preußen, entfallen ist oder mindestens seine Tätigkeit eingestellt hat» 3») Nach den tatsächlichen Feststellungen des Berufungsgerichts war die Regierungshauptkasse in Prankfürt/Oder durch Überweisung der Regierungshauptkasse in Lüneburg als die zur Zahlung der Bezüge verpflichtete Kasse und als Pensionsregelungsbehörde bestimmt worden» Bei der Bestimmung der Rege-lungsbehörde handelt es sich um eine innere Verwaltungsan-gelegenheit des Dienstherrn, die nicht von Anträgen der Ver-sorgüngsberechtigtsn abhängig ist (vgl z»3» Erlaß der Oberrechnungskammer vom 23 o Februar 1897, abgedruckt in Dutz-manns Das Pensionswesen der-preußischen unmittelbaren Staatsbeamten und ihrer Hinterbliebenen; S» 382; Erlaß ^ der glei- Die Überweisung des Klägers an die Regelungsbehörde in Frankfurt/Oder ist daher nicht deshalb unwirksam, weil der Kläger nicht mitgewirkt hat » Mit Recht weist die Revision ferner darauf hin? der Bezüge durch die für den Aufenthaltsort örtlich zuständige Stelle angebracht erscheinen läßt (ebenso das bereits angeführte Urteil des BVerwGvom 7.* September 19561c r:’’!- -•••*'*, Solche Umstände lagen, nachdem der Kläger sich etwa ein Jahr lang in der Hiederiausitz aufgehalten hatte und bei der damaligen Kriegslage (Sommer 1944) mit einer Rückkehr des Klägers nach für die nächste Zeit kaum zu rechnen war, sicherlich vor. Entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts ist daher davon auszugehen, daß die Regierungshauptkasse in Frankfurt/ Oder ordnungsmäßig zur Regelungs- und Auszahlungskasse bestellt worden ist„Keinesfalls handelt es sich nur um eine von der als Regelungs-und Auszahlungsbehörds zuständig gebliebenen Regierungshauptkasse in Lüneburg zur Auszahlung ersuchte Stelle, Die Wirkung /dieser Überweisung besteht u0a„ darin, daß in Rechtsstreitigkeiten über die Zahlung der Versorgungsbezüge die Vertretung dieser örtlich zuständigen Regelnngsbe-hörde zusteht (vgl z,B. 171 = RI/iBliV 1937 S 1359)o Die Regierungshauptkasse in Lüneburg war daher nach 1945 weder mit der Zahlung der Versorgungsbezüge des Klägers noch mit Rechtsstreitigkeiten über solche Zahlungen befaßt, Ber Kläger ist also ein preußischer Ruhestandsbeamter, der zwar seinen letzten Lienstsitz vor der Zurruhesetzung im beklagten Lande hatte, jedoch nachher ordnungsmäßig an eine im sowjetisch besetzten Gebiet des früheren Landes Preußen gelegene pensions- und Regelungsbehörde überwiesen worden war, Er fällt daher unter den Personenkreis des Art 131 GrundGo Geholt der Kläger aber' zu dem Personenkreis des Art 131 GrundG, so besagt §i 77 des Gesetzes zu Art 131 GrundG? daß der Kläger gegen ein Land der Bundesrepublik: für die Zeit vor dem 10 April 1951? 1«) Vorweg sei bemerkt* Der Vorlagebeschluß des Großen Senats des Bundesgerichtshofs vom 20« Llai 1954 (GSZ 6/53 = BGHZ 13, 265 ff) bindet den erkennenden Senat schon deshalb nicht, weil die Vorlage des Großen Senats an das Bundesverfassungsgericht von diesem durch Beschluß vom 19° Februar 1957 für unzulässig erklärt worden ist«. Eine Bindung des erkennenden Senats an.die vom Bundesverfassungsgericht in jenem Beschluß geäußerte Auffassung über die Vereinbarkeit des § 77 des Gesetzes zu Art 131 GrundG mit dem Grundgesetz kommt ebenfalls nicht in Betracht, weil die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts nicht auf jener Eechtsauffassung zu § 77 beruht; die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts betrifft nur die Zulässigkeit der Vorlage« Beilage zu Heft 3 Keiner der vom Bundesverfassungsgericht entschiedenen Fälle deckt sich mit dem hier vorliegenden Fsll> daß ein früherer preußischer Beamter« der seinen letzten Dienstsitz im Lande NiederSachsen hatte« und der nach seiner Zurruhesetzung einer nicht im Gebiete der jetzigen Bundesrepublik gelegenen preußischen Kasse als Pensionsregelungsbehörde ordnungsmäßig überwiesen worden ist? Daß solche besonderen Hegelungen nach dem 8« Mai 1945 für Ruhestandsbeamte der Art des Klägers im beklagten Lande nicht ergangen waren, wird weiter unten erörtert werden» Y/o die Grenze dessen liegt« was dem Beamten bei dieser Kürzung zugemutet werden darf und von ihm hinzunehmen ist, hat der erkennende Senat in seiner bisherigen Rechtsprechung niemals -abschließend Umrissen» Biese Brage kann auch hier unentschieden bleiben» Ber Senat ist aber stets (vgl aaO 144) davon ausgegangen, "daß bei der mit früheren Verhältnissen nicht vergleichbaren deutschen Situation in den Jahren, ..-.nach 1945 der Binzeianspruch des Beamten auf Gehalt - jedenfalls für eine gewisse Übergangszeit - nur eine relativ beschränkte Bedeutung besessen hat,%dessen Verlust in diesem Zusammenhang u/J» das Wesen des Beamtenverhältnisses nicht verletzt"» Bei Prüfung der Frage« ob dadurch, daß dem Kläger Pensionsansprüche bis zu dem 1» April 1951 durch § 77 des Gesetzes zu Art 131 GrundG gegen das beklagte Land versagt werden, diese "gewisse Übergangszeit" überschritten worden ist, ist zu berücksichtigen, daß der Kläger für den größten Teil dieser Zeit vom Land Schleswig-Holstein Bezüge etwa in Höhe der Hälfte seiner SuheStandsbezüge erhalten hat» Insoweit handelt es sich nicht um Fürsorgeleistungen, sondern um vorläufige Leistungen in Erfüllung der , beamtenrechtlichen Ansprüche, wie der Senat bereits aaO 146 dargelegt hat» Im Hinblick auf diese Leistungen kann die Versagung der anderen Hälfte der Buhegehaltsansprüche für die Zeit bis zu dem 1» April 1951 - auch verglichen mit den Ein Verstoß gegen die Eigenturrisgarantie und gegen Art 33 Abs 5 GrundG liegt daher in der durch § 77 des Gesetzes zu Art 131 GrundG bewirkten Versagung von Ansprüchen für die Gruppe der Ruhestandsbesmten, zu der der Kläger gehört, nicht o ■ absehen muß”, wie der Senat aaO S 144 bereits ausgeführt hat (vgl auch BGHZ 13, 265 [312])o Des gilt in besonderem Maße, wenn der Gesetzgeber gezwungen ist, einen so komplexen Gegenstand, wie den in Art 131 GrundG genannten, zu regeln* Hier ist eine sinnvolle und praktikable Regelung nicht möglich, ohne daß der Gesetzgeber den Kreis der rechtlich unerheblichen Besonderheiten einzelner Fälle und Fallgruppen weit zieht und sich auf wenige große, allgemeine Gesichtspunkte beschränkt, unter denen die Verhältnisse aller Betroffenen als gleich-bleibend betrachtet werden können* Solange der Gesetzgeber dabei unter Berücksichtigung der Weite der ihm gestellten Aufgabe nicht "unangemessen großzügig™ (in diesem Sinne willkürlich) vorhandene Besonderheiten vernachlässigt^ handelt er innerhalb der ihm zustehencen gesetzgeberischen Freiheit, die die Gerichte nicht nachzuprüfen befugt sind., wie der Senat aaO S 144/5 bereits ausgeführt hat (vgl auch BVerfGE 3» 58 [135/6]; BGHZ 13, 265 [312/3]). GrundG (befugte Begründung eines Wohnsitzes oder eines Aufenthalts bis zu dem 23« Mai 1949 im Bundesgebiet) der Fall«, Solche Abgrenzungen sind unvermeidlich und dann gerechtfertigt, wenn durch sie im Prinzip eine Unterscheidung getroffen wird, die sachlich gerechtfertigt ist» Das Zurückgreifen auf das Kassenprinzip war auch deshalb nicht sachwidrig, weil in weitesten Gebieten der Bundesrepublik die Übernahme der Pensionslasten durch die westdeutschen Nachfolgeländer auf das Kassenprinzip abgestellt worden war, und zwar mit gutem Grund, weil damals in den Wirren des Zusammenbruchs sich die zuletzt auszahlende westdeutsche Kasse verhält-' nismäßig leicht ermitteln ließ, während das Vorhandensein eines früheren westdeutschen. Die nach Art 131 GrundG zu treffende 2t ege lung sollte die Beantwortung derartiger rechtlicher Zweifelsfragen grundsätzlich unnötig machen * Daß es für die Frage der Übernähme der Pensionslasten verschiedene Anknüpfungspunkte geben konnte, wie den Sitz der letzten auszahlenden Kasse (Kassenprinzip), den Sitz des letzten Dienstherrn des Buhe standsbeamten vorder Zurruhesetzung (Dienstsitzprinzip) oder eine anteilsmäßige Haftung der verschiedenen früheren Dienstherren,-— • liegt auf der Hand, o Aber auch die Anwendung'des Dienstsitz-prinzips würde bei all denjenigen Buhestandsbeamten zu Härten geführt haben, die nach längerer Dienstzeit im Westen noch kurz vox ihrer Zurruhesetzung in den Osten versetzt und erst kurz darauf in den Kühestand versetzt worden sind. Es ist auch nicht willkürlich, wenn der Gesetz-geber die Gruppe der Ruhestandsbeamten, die ihren letzten Dienstsitz vor der Zurruhesetzung im Westen hatten«, nach ihrer Zurruhesetzung aber einer östlichen Kasse zur Zahlung der Pensionen ordnungsmäßig überwiesen worden sind, jedenfalls für die Zeit vor dem 1, April 1951 gleich behandelt ohne einen Unterschied zu machen, ob diese Kuhe-ständler nach dem Zusammenbruch wieder in den Westen zu- Der Gesetzgeber berücksichtigt damit ihre besondere Lage bereits weitgehend-Wenn er sich für die Zeit vor dem 1, April 1951 nicht besser als jene im Osten verbliebenen Buheständler stellt und wenn er sich nicht voll den stets im Westen verbliebenen Buhestandlern gleichstellt, so erscheint das nicht sachfremd, weil sie eine Zwischengruppe zwischen den stets im Westen verbliebenen Ruheständlern und den endgültig im Osten verbliebenen darstellenoPerner ist zu beachten, daß der Gesetzgeber das Kassenprinzip auch da angewendet hat, wo es die westdeutschen Länder belastet und wo die Anwendung des reinen Dienstherrnprinzips dazu führen müßte, daß den Buhestands-beamten Ansprüche im Westen überhaupt nicht zuständen, Denn die Ruhestandsbeamten, die ihren letzten Dienstsitz im Osten hatten, nachher aber ordnungsmäßig an westdeutsche Kassen überwiesen worden sind, erhalten nach der Regelung des Gesetzes zu Art 131 GrünaG ihre vollen Bezüge im Westen,Dement sprechend wird denn auch das Abstellen auf das Kassenprinzip in allen Kommentaren zu dem Gesetz zu Art 131 GrundG, soweit zu dieser Präge Ausführungen gemacht werden § 77 in Verbindung mit § 1 Abs 1 Ziff 2 des Gesetzes zu Art 131 GrundG verstößt daher auch für solche Ruhestsnds-■ösamten wie den Kläger> die ihren letzten Dienstsitz vor der Zurruhesetzung im Westen hatten? ob an den Kläger nach der Pinanztechnischen .Anweisung Hr 88 Zahlungen hätten geleistet werden dürfen» Träfe das zu, so wären kraft'dieser landesrechtlichen Regelung auch dem Kläger die vollen Versorgungsbezüge für die streitige Zeit zu zahlen» Auch hat der Kläger seihst nicht behauptet, dai3 in anderen Pallen gleicher Art das beklagte Land die Versorgung solcher Euhestandsbeamten, wenn sie ihren letzten Dienstsitz im beklagten Land gehabt haben, übernommen hätteo Gerade in dem Erlaß des bieder sächsischen Ministers der Finanzen vom 7. " Versorgungsberechtigte9 die aus einer Planstelle im Bereich der jetzigen biedersächsischen Landesverrat-tung in den Euhestand versetzt sind« die aber nachweislich lediglich aus kriegsbedingten Gründen und mit dem erkennbaren Willen, baldmöglichst wieder zurückzukehren 9 ihren Wohnsitz vorübergehend in anderen Gebieten genommen hatten und spätestens bis zu dem 31- Dezember 1947 in das Land biederSachsen zurückgekehrt sind, erhalten Bezüge nach Ziffer 1 der Pinanztechnischen Instruktion Nr 88, sofern sie mehr als die Hälfte ihrer planmäßigen Dienstzeit als Beamte bei Behörden innerhalb des .jetzigen Landes Nie'der Sachsen abgeleistet habeno Das gleiche gilt für ihre HinterbliebenenoM Da der Kläger nur ganz kurze Zeit im Gebiet „des beklagten Landes tätig war , den großten Teil seiner Diensttaltigkeit aber im Gebiet des jetzigen Landes Schleswig-Holstein abgeleistet hat, fällt er nicht unter jene Eegelungo Daß andere Länder der britischen Zone in weiterem umfange die Versox-gungslasten nach dem Dienstsitzpxinzip übernommen haben? wie der Kläger hinsichtlich Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfa.len behauptet hat, ist unerheblich0 Es kommt wegen der Eigenständigkeit der Lander allein darauf an, ob und wieweit das beklagte Lan<l;;splöhe .Vexsorgungslasten nach dem Dienst-sitzpxinzip übernommen hat Damit steht fest, daß eine günstigere landesrechtliche Begebung, wonach der Klager auch für die Zeit vor dem 1. Da das Berufungsgericht eine Kostenentscheidung dem Bchlußürteil Vorbehalten hat, konnte nur über die Kosten des Bovisionsrechtszuges erkannt werden» Diese waren gemäß § 91 ZPO dem Kläger als der unterliegenden Partei aufzuerlegen»