BGH · III ZR 107/86 vom 27.04.1987
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Antrag des Beklagten zu 2), ihm das Armenrecht bereits ab 31. Januar 1987 als unzulässig verworfen worden war, hat der Senat dem Beklagten zu 2) als Revisionsbeklagten durch Beschluß vom 12. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann das Armenrecht grundsätzlich zwar - auch nach Abschluß des Verfahrens - rückwirkend bewilligt und die Rückwirkung bis zu dem Zeitpunkt erstreckt werden, in dem der Antragsteller die Voraussetzungen für die Bewilligung geschaffen hat (BGH Beschl. Juli 1986 nicht möglich, da das Revisionsverfahren in diesem Zeitpunkt noch keinen Stand erreicht hatte, in dem der Revisionsbeklagte zur zweckmäßigen Rechtsverfolgung der Vertretung durch einen Rechtsanwalt bedurfte: Der Revisionskläger hatte sein Rechtsmittel noch nicht begründet; eine für den Revisionsbeklagten nachteilige Entscheidung in der Sache konnte daher noch nicht ergehen. Einem Revisionsbeklagten, der auf Kosten der Allgemeinheit das Armenrecht in Anspruch nehmen will, muß grundsätzlich zugemutet werden, damit bis zur Einreichung der Revisionsbegründung zuzuwarten, um für den Fall, daß die Revision nicht durchgeführt oder nicht rechtzeitig begründet wird, überflüssige Kosten zu vermeiden (BGH Beschl. Dezember 1986 zu dem wiederholten Male eine Verlängerung der Revisionsbegründungsfrist beantragte, erforderte die in § 225 Abs. 2 ZPO vorgeschriebene Anhörung des Gegners dessen Vertretung durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt (vgl. Rückwirkend von diesem Zeitpunkt an ist dem Beklagten zu 2) daher das Armenrecht bewilligt worden.