BGH · III ZB 58/94 vom 26.01.1995
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Rinne und die Richter Dr. Engelhardt, Dr. Werp, Dr. Deppert und Schlick am 26. Gründe Das Berufungsgericht hat die Berufung des Klägers zu Recht als unzulässig verworfen. Der Kläger muß sich das Verschulden seines Prozeßbevollmächtigen zurechnen lassen, der keine (weitere) Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist, sondern lediglich am letzten Tag dieser Frist eine Aussetzung des Rechtsstreits wegen Vorgreiflichkeit eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens gegen den Beklagten beantragt hat. Dieser Aussetzungsantrag ließ den Ablauf der Berufungsbegründungsfrist unberührt; das mußte auch der Prozeßbevollmächtigte des Klägers erkennen und deshalb zusätzlich eine Verlängerung dieser Frist beantragen. Auf die Frage, ob das Oberlandesgericht die Aussetzung des Verfahrens zu Recht abgelehnt hat, kommt es für die hier zu treffende Entscheidung nicht an. Aussetzung des Verfahrens, die erst nach Ablauf der Berufungsbegründungsfrist erfolgt, führt nicht dazu, daß diese Frist rückwirkend als nicht abgelaufen zu betrachten ist.