BGH · III ZB 26/95 vom 30.11.1995
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August 1995 beim Oberlandesgericht Nürnberg eingegangenen Eingaben des Beklagten ein Antrag auf Prozeßkostenhilfe für eine beabsichtigte sofortige Beschwerde gegen den Beschluß des 2. Juli 1995, einschließlich eines Wiedereinsetzungsgesuchs gegen die Versäumung der Beschwerdefrist, enthalten ist, wird die Sache an das Bayerische Oberste Landesgericht zur Vorabentscheidung darüber abgegeben, ob die Zuständigkeit des Bundesgerichtshofs für dieses Prozeßkostenhilf everfahren begründet ist. Dieses Rechtsmittel kann in bayerischen Sachen entweder bei dem Oberlandesgericht, das den die Berufung verwerfenden Beschluß erlassen hat, oder unmittelbar beim Bayerischen Obersten Landesgericht eingelegt werden (§ 7 Abs.6 EGZPO i.V. m. Daraus folgt, daß auch ein zur Vorbereitung dieses Rechtsmittels und als Grundlage für eine etwaige Wiedereinsetzung angebrachter Prozeßkostenhilfeantrag zunächst beim Bayerischen Obersten Landesgericht gestellt werden muß, wobei es allerdings ausreicht, daß dieser Antrag - wie hier - bei dem Oberlandesgericht angebracht wird, das die anzufechtende Entscheidung erlassen hat. Gelangt das Bayerische Oberste Landesgericht aufgrund der Prüfung im Prozeßkostenhilfeverfahren zu dem Ergebnis, daß der Bundesgerichtshof zuständig ist, hat es ihm entsprechend § 7 Abs. 2 Satz 4 EGZPO die Prozeßakten zu übersenden (vgl. Für die Entscheidung über dieses Rechtsmittel ist der Bundesgerichtshof zuständig, ohne daß es insoweit einer Vorabentscheidung des Bayerischen Obersten Landesgerichts bedarf; denn das hier in Rede stehende Rechtsmittel fällt unter keinen der in § 7 EGZPO geregelten Tatbestände (vgl. Zwar ist die Auffassung des Oberlandesgerichts unrichtig, der Antrag des Beklagten auf Gewährung von Prozeßkostenhilfe sei nicht formgerecht, nämlich zu Protokoll der Geschäftsstelle oder durch einen Rechtsanwalt, gestellt worden. Das Berufungsgericht hätte nämlich aufgrund des seiner Beurteilung im Prozeßkostenhilfeverfahren unterliegenden Sachund Streitstandes zu dem Ergebnis gelangen müssen, daß die vom Beklagten beabsichtigte Berufung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bot (§ 114 ZPO). Deshalb ist der Beklagte durch die unrichtige Begründung des Beschlusses im Ergebnis nicht beschwert. Von einer Kostenerhebung für das vorliegende Beschwerdeverfahren war jedoch nach § 8 Abs. 1 Satz 3 GKG abzusehen, da zugunsten des Beklagten davon auszugehen war, daß das hier in Rede stehende Rechtsmittel auf unverschuldeter Unkenntnis der tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse beruhte.