BGH · III ZB 14/83 vom 29.09.1983
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Krohn und die Richter Kröner, Boujong, Dr. Halstenberg und Dr. Werp am 29. Der Kläger hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen. Gründe Der Kläger hat gegen das am 25. Zugleich hat er wegen der Versäumung der Berufungsfrist Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragt und - unter Vorlage einer eidesstattlichen Versicherung - vorgetragen: Er habe sich vom 28. Vor deren Antritt habe er nichts von dem Urteil des Landgerichts erfahren und - im Vertrauen auf die Auskunft eines Studenten der Rechtswissenschaft - auch nicht damit gerechnet, daß schon aufgrund der ersten mündlichen Verhandlung vom 4. Das Oberlandesgericht hat den Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zurückgewiesen und die Berufung des Klägers als unzulässig verworfen. Zur Begründung hat es ausgeführt, der Kläger habe es schuldhaft versäumt, sich vor seiner Abreise bei seinem Prozeßbevollmächtigten nach dem Ergebnis des Verkündungstermins zu erkundigen und eine Anweisung für den Fall der Verkündung und Zustellung eines klageabweisenden Urteils zu erteilen. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes gehört es zu den Sorgfaltspflichten einer Prozeßpartei, bei längerer Ortsabwesenheit in angemessener Weise Vorsorge dafür zu treffen, daß prozessuale Fristen, mit deren Ablauf in der Zwischenzeit zu rechnen ist,eingehalten werden können (Beschlüsse vom 10. Scheidungen des Bundesverfassungsgerichts, nach denen einem Betroffenen, der infolge Ortsabwesenheit von einer Zustellung nicht rechtzeitig erfahren hat, zur Verwirklichung der in Art. 19 Abs.4, 103 Abs. 1 GG verfassungsrechtlich abgesicherten Rechtsgarantien Wiedereinsetzung zu gewähren ist (BVerfGE 34, 154; 41, 332), beschränken sich auf die Fälle des "ersten Zugangs" zu dem Gericht im Strafbefehls- und Bußgeldverfahren. Das gilt auch, wenn das Gericht in der mündlichen Verhandlung nicht - wie es nach dem Klägervortrag in einem früheren Verfahren geschehen war - ausdrücklich ein Urteil angekündigt, sondern nur den umfassenderen Begriff der "Entscheidung" benutzt hatte. Der Kläger durfte nicht auf die Auskunft eines am Verfahren nicht beteiligten Studenten der Rechtswissenschaft vertrauen, das Gericht werde nur zu einem Beweisbeschluß kommen.