BGH · III ZB 13/96 vom 14.03.1996
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Rinne und die Richter Dr. Engelhardt, Dr. Werp, Dr. Wurm und Dr. Deppert am 14. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes muß der Rechtsanwalt sicherstellen, daß die im Fristenkalender vermerkten Fristen erst gestrichen werden, wenn die fristwahrende Maßnahme durchgeführt, ein fristwahrender Schriftsatz also gefertigt und zu demindest postfertig gemacht worden ist (BGH Beschlüsse vom 8. - XII ZB 155/93 - BGHR ZPO § 233 Fristenkontrolle 31 - und vom 15. Ferner gehört zu einer wirksamen Ausgangskontrolle auch eine Anordnung des Prozeßbevollmächtigten, durch die gewährleistet wird, daß die Erledigung der fristgebundenen Sachen am Abend eines jeden Arbeitstages anhand des Fristenkalenders von einer dazu beauftragten Bürokraft überprüft wird (BGH Beschluß vom 17. Die mit der Fristenkontrolle (zulässigerweise) betraute Angestellte des Prozeßbevollmächtigten hat in ihrer eidesstattlichen Versicherung vom 19. Oktober 1995 ausgeführt, "Fristennotierungen im Kalender streiche (sie) immer dann durch, wenn (sie) erfahre oder feststelle, daß sich die Sache irgendwie erledigt hat - etwa weil der Mandant dem Rechtsanwalt mitgeteilt hat, daß ein Rechtsmittel nicht eingelegt oder nicht weiterverfolgt werden soll oder weil der zu fertigende Schriftsatz schon vorfristig fertiggestellt wurde." Sie läßt es nämlich zu, daß Fristen gestrichen werden, wenn die Angestellte auf eine nicht näher festgelegte Weise "erfährt" und deshalb zu wissen glaubt, daß die Sache sich "irgendwie" erledigt hat. Eine Frist darf daher nur gestrichen werden, wenn die mit der Kontrolle betraute Angestellte sich an Hand der Akte selbst vergewissert hat, daß zweifelsfrei nichts mehr zu veranlassen ist. Wäre im vorliegenden Fall so verfahren worden, dann hätte die Angestellte rechtzeitig festgestellt, daß eine Berufungsbegründung in dieser Sache noch nicht geschrieben und dem Gericht zugeleitet worden war; die Versäumung vermieden werden