BGH · III ZB 11/70 vom 18.12.1970
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Es wird daran festgehalten, daß bei der Errichtung eines Drei-Zeugen-Testamentes als mitwirkende Zeugen nur Personen gelten können, die zur Mitwirkung herangezogen sind oder von sich aus ihre Bereitwilligkeit zur Mitwirkung unter Übernahme der damit verbundenen Verantwortlichkeit erklärt haben. Verfahrensbevollmächtigter zu 2) bis 4): Das Landgericht hat die Beschwerde der Antragstellerin zurückgewiesen, da die Erblasserin ihren letzten Willen nicht i.S. des § 2250 Abs. 2 BGB "yor drei Zeugen" erklärt habe; die Zeugen müßten zur Mitwir- Die Erblasserin sei der Meinung gewesen, daß mit der schriftlichen Fixierung ihrer Erklärung und ihrer Unterschrift die Testamentserrichtung - falls eine solche beabsichtigt gewesen sei - vollzogen sei, sie habe mithin gar nicht gewußt, daß darüber hinaus die Mitwirkung weiterer Personen als Zeugen für die Wirksamkeit des Testaments erforderlich sei. Das ergebe sich daraus, daß sie Frau Kn^^ nicht von vornherein, sondern erst dann - und auch dann nur als Schreibhilfe - zugezogen habe, als die Antragsteller^ erklärt habe, vor Aufregung nicht schreiben zu können. Es folge auch daraus, daß die Erblasserin Dr. DrflHP zunächst nur eingeschaltet habe,um nachträglich ihre Unterschrift unter der Urkunde beglaubigen zu lassen, nicht aber um ihn zu dem Zeugen ihrer letztwilligen Verfügung zu machen. die Unterschrift zu beglaubigen, als Zeugen der letztwilligen Verfügung herangezogen worden, so fehle jeder Anhaltspunkt dafür, daß Frau SoBIB als notwendige dritte Zeugin ihre Kenntnis von der letztwilligen Erklärung einem anderen Umstande als ihrer zufälligen Anwesenheit im Krankenzimmer verdanke. Der weiteren Beschwerde der Antragstellerin, mit der sie den Antrag auf Erteilung eines sie als Alleinerbin ausweisenden Erbscheins weiterverfolgt, will das Oberlandesgericht Köln stattgeben. davon aus, der Wille der Erblasserin, die Antragstellerin als Erbin einzusetzen, stehe eindeutig fest, und ist der Auffassung, in einem solchen Palle recht-fertige sich eine erweiternde Auslegung des § 2230 BGB, so daß das Testament als vor drei Zeugen errichtet anzusehen sei. Bie Erklärung sei auch "vor" der Zeugin So^lB abgegeben worden, die das Krankenzimmer mit der Erblasserin geteilt und daher der Äußerung zugehört habe. März 1970 eine bei ihm anhängige Be schwer de sache dem Bundesgerichtshof zur Entscheidung vorgelegt hat; das Oberlandesgericht Köln möchte sich dem Oberlandesgericht Freiburg und Die Vorlegung ist zulässig, weil das Oberlande sgericht Köln von Entscheidungen anderer Oberlandesgerichte abweichen möchte; der Bundesgerichtshof hat über die weitere Beschwerde zu entscheiden (§28 Abs. 2 und 3 FOG). Entgegen der Ansicht des Oberlandesgerichts Köln ist an der bisherigen Rechtsprechung festzuhalten, nach der als bei der Errichtung eines Nottestaments mitwirkende Zeugen nur Personen gelten können, die zur Mitwirkung herangezogen sind oder von sich aus ihre Bereitwilligkeit zur Mitwirkung unter Übernahme der damit verbundenen Verantwortung erklärt haben (RG in DR 1945, 56; Kammergericht DR 1942, 1339; NJW 1966, 1661, 1662; OLG Celle OLGZ 1968, 487, siehe auch BGHZ 3, 372, 379; Staudinger BGB 11. Vie in der Begründung des Beschlusses ausgeführt ist, auf die zur Vermeidung von Wiederholungen im übrigen verwiesen wird (BGHZ 54» 89» 93 ff)» treten die drei Zeugen gewissermaßen an die Stelle der sonst tätigen Amtsperson (Bichter, Notar oder Bürgermeister) und müssen daher jedenfalls grundsätzlich während des ganzen Vorgangs der Testamentserrichtung zugegen sein. Mit dieser Stellung als mitwirkende Personen wäre es schlechterdings unvereinbar, Personen als Zeugen im Sinne des § 2250 Abs. 2 BGB gelten zu lassen, die bei dem Errichtungsvorgang zufällig zugegen waren und diesen wahrgenommen haben, ohne irgendwie zu der Errichtung herangezogen zu sein oder sich sonstwie zu beteiligen, die auch weder das Bewußtsein noch den Willen haben, für den Vorgang irgendwie mitverantwortlich zu sein. Die Urkunde ist daher nicht i.S. des § 2250 BGB "vor drei Zeugen" errichtet. Die Gefahr, daß ein k.iar nachgewiebener Wille eines Erblassers unberücksichtigt bleibt, weil er nicht formgültig zu dem Ausdruck gekommen ist, tritt auch bei anderen Testamentsformer auf.Auch dort hat der an das Gesetz gebundene Richter keine Möglichkeiten zur Abhilfe, wenn wesentlichen Vorschriften nicht genügt ist.Bei der Mitwirkung der drei Zeugen handelt es sich aber um ein wesentliches Erfordernis, dessen Fehlen zur Ungültigkeit, der Verfügung führt. Es ist nicht möglich, hierin einen unschädlichen Mangel der Abfassung der Urkunde im Sinne des § 2249 Abs.6 BGB zu erblicken, wie dies etwa beim Fehlen der nach §§ 2250 Abs. 3, 2242 Abs.4 &.F. BGB erforderlichen Unterschrift der Zeugen zutreffen mag (BGHZ 37, 79, 88/89; KG NJW 1966, 1661). Die weitere Beschwerde ist daher mit der Kostenfolge des § 13 a FGG zurückzuweisen, ohne daß es einer Prüfung der unerörtert gebliebenen Präge bedarf, ob nicht an einem Werktag in einer Großstadt ein Notar zu erreichen war und bereits deshalb die Möglichkeit entfiel, ein Nottestament gültig zu errichten (ygl.