BGH · GSZ 2/51
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"Sind bei Zurücknahme einer an sich statt--haften und in der gesetzlichen Form und Brist eingelegten Revision vor dem Beginn -V ; v■’ der mündlichen Verhandlung dem Revisions- -klager mit -den Kosten der Revision auch die Kosten einer zulässigen unselbständigen Änschlussrevision- aufzuerlegen oder treffen diese Kosten den Anschlussrevisionskläger?’V lo) Die Zurücknahme der Berufung hat nach § 515 Ahs 3 ZPO die Verpflichtung zur Folge, die durch das Rechtsmittel entstandenen Kosten zu tragen* Diese für die Berufung geltende Vorschrift findet auf die Revision entsprechende Anwendung (§ 566 ZPO)* Die , Frage, ob dein Revisionskläger mit den Kosten der Revision auch die Kosten der Anschlussrevision auf-4-zuerlegen sind, oder ob diese Kosten den Ans'chluss-revisionskläger treffen, eine frage, welche für die Das Reichsgericht hat von jeher bei Rücknahme des Rechtsmittels vor dem Beginn der mündlichen Verhandlung in dem Falle der unselbständigen Anschliessung entschieden, dass der Rechtsmittelkläger die Kosten der. Anschliessung., zu tragen habe* Begründet ist die Stellungnahme des Reichsgerichts damit, dass die Anschliessung an das gegnerische Rechtsjnittel nicht als selbständiges Rechtsmittel aufzufassen sei«, Die richtige Auffassung der Anschliessung an die Berufung sei vielmehr die, dass der Berufungsbeklagte befugt sei, auch seinerseits Anträge zu stellen, welche die leiche Bedeutung hätten v/ie die des Berufungsklägers, nämlich die Grenzen zu bestimmen, innerhalb welcher der Rechtsstreit vor dem Berufungsgericht von'neuem zu verhandeln sei; das Rechtsmittel selbst bleibe immer das einheitliche vom Berufungskläger eingelegte* ’Durch die Einlegung des Rechts--> mittels werde ein Recht auf Anschliessung erworben* ■ Die Kosten der Anschliessung gehörten in gleicher Weise wie die zur Verteidigung gegen die Berufung aufgewendeten Kosten zu den durch das Rechtsmittel entstandenen Kosten«, Bei der Zurücknahme der Revision handele es sich um eine ."willkürliche” Prozessmassnahme des>Re sionsklägers, welche die Revisionsinstanz abschliesse und damit der Anschlussrevision jede Y/irksamkeit und jeden Erfolg entziehe«, An dieser Auffassung haben die Senate des Reichsgerichts in ständiger Rechtsprechung festgehalten (RGZ 1, 343 /345k; 95, 121 7X22/; JW 1900 649 Nr ■ 5; WarnRspr 1914 Nr 97 u; Nr 203 = JW 1914? Dagegen lässt das Reichsgericht den Anschlussklä-?ger die Kosten seiner unselbständigen Anschliessung dann tragen, wenn die Anschliessung selbst unzulässig war, sei es -auf Grund der §§ 522 a Abs 3? Angeschlossen hat sich dem Reichsgericht das führende Schrifttum, teilweise auch mit der selbständigen Begründung, dass den Rechtsmittelkläger, der :nach der Anschliessung durch sein prozessuales Verhalten das Unzulässigwerden der Anschliessung her— beiführe, kostenrechtlich genau so die.Kosten der Anschliessung treffen müssten wie umgekehrt im Ralle der durch eine Handlung des Gegners herbeigeführten Rechtsmittelerledigung die Kosten des erledigten Ver-fahrens dem Gegner' aufzuerlegen seien (Stein-Jonas- ‘ Schänke ZPO 17. Wirkungsloswerden der Anis chli es sung rechnen«, Wenn ihn die Kosten der Anschliessung träfen, so sei dies kein unvorhergesehenes Ühelo Er hätte sich ja innerhalb der Rechtsmittelfrist dem Rechtsmittel anschliessen können, um diese Folgen zu vermeiden0 Dem Haupt-rechtsmittelkläger hingegen könne nicht der Vorwurf gemacht werden, er handele willkürlich, wenn er das Rechtsmittel zurücknehme<» Jede Partei habe die Wahl, sich unter den vom Gesetz gegebenen Rechtsbehelfen den geeignetsten aüszusuchen, um den gegnerischen Anspruch zu Fall zu bringen, sie könne dies auch durch Rücknahme des Rechtsmittels tun0 Besonders bedenklich sei schliess- seic Die sachliche Berechtigung der Anschliessung könne bei Rücknahme des Rechtsmittels nicht nachgeprüft werden* Das Ergebnis sei namentlich dann unbillig, wenn mit der Anschlussberufung neue und hohe Ansprüche erhoben würden, die in der ersten ^Instanz tnicKt;igeltend .gemacht; worden seien. Entstehung des Gesetzes hingewiesen worden ist (Hahn, Die gesamten Materialien zur ZPO Io Abto S 354), das Recht des Berufungsbeklagten gegenüber der Berufung, clie den ganzen Rechtsstreit in die Berufung bringt, gewahrt, bei vollständiger Aufklärung der Sachlage auch für sich eine dieser entsprechen de Entscheidung zu ver1angeno Wenn die:Anschliessung innerhalb der Rechtsmittelfrist eingelegt wird, so ist sie eine selbständige Anschliessung» Gemäss §§ wie ein selbständiges Rechtsmittel .behandelto Im anderen Palle verliert sie als unselbständige Anschliessung ihre-Wirkung, wenn das Rechtsmittel zurückgenommen oder,als unzulässig verworfen wird (§§5522 Abs 1, 556 Abs 2 ZPO)o Die Anschlussberüfung (und Anschlussrevision) ist nicht selbst ein Rechtsmittel, "sie ist nur ein auch angriffsweise wirkender Antrag innerhalb der fremden Berufungo Sie begründet ein durch die Einlegung der Berufung erworbenes Recht des Anschlussberuf ungsklägers , auch von sich aus durch Anträge die Grenzen der neuen Verhandlung zu bestimmen. da ja die innerhalb der Berufungsfrist erfolgte Anschliessung bei Rücknahme der Berufung oder ihrer Verwerfung als unzulässig wie eine selbständige Berufung behandelt wird (§ 522 Abs 2 ZPO) und dann notwendigerweise auch Berufungsgrundsätzen unterstellt werden muss (Walsmann aaO 211; Stein-Jonas-Scliönke ZPO 170 Aufl § 522 Anm II; RGZ 156? wenn der Anschlusskläger die von ihm.eingelegte Berufung oder eine frühere Anschlussberufung zurückgenommen hat und des Rechtsmittels für verlustig erklärt ist? wendung der' Kostenvorschriften der ZPO begründen«, dass den Anschlusskläger die Kosten für seine durch eine Prozesshandlung des Rechtsmittelklägers ohne Sach— entscheidung hinfällig gewordene Anschliessung träfen0-Der § 515 Abs 3 ZPO ist auf den Anschliessungskläger nicht anwendbar? Abs 3 ZPO» Um so weniger kann § 97 Abs 1 auf die infolge der Rücknahme der Berufung (.oder Revision) wirkungslos gewordene Anschliessung Anwendung finden,,-Der § 92 ZPO ist nicht anwendbar/ weil* durch eine im freien Ermessen des Rechtsmittelklägers stehende Pro- zesshandlung dem Anschlusskläger die Möglichkeit genommen wurde, eine Sachentscheidung über die Anschliessung herbeizuführen0 Wenn das Reichsgericht in dem Palle, dass sowohl die Revision wie die Anschlussrevision sachlich unbegründet waren und deshalb auf Zurückweisung beider erkannt war,: unter Rechtsmittel im Sinne des Kostenrechts auch die Anschlussrevision verständen hat (RGZ 44? 92, 97 ZPO)«, so ist dabei vorausgesetzt, dass der Unterliegende in der Durchführung seiner Prozesshandlungen frei war, was bei der Rücknahme des eingelegten Rechtsmittels durch'den Rechtsmittelkläger für den Anschlusskläger infolge der dadurch herbeigeführten Wirkungslosigkeit der Anschliessung eben nicht der Pall ist* Bei richtiger Betrachtung ' lasst sich daher aus dem Rechtsgedanken«, dass die" unterliegende Partei für ihren Misserfolg kostenrechtlich einzustehen.hat, keine entsprechende Anwendung des § folg geltend gemachten einzelnen Angriffs-: oder Verteidigungsmittels auferlegt werden, und zwar auch dann«, wenn sie in der Hauptsache obsiegte Hier sollen also nach dem Ermessen des Gerichts denjenigen«, der ein den Rechtsstreit unnötig verteuerndes einzelnes Angriffs- oder Verteidigungsmittel geltend gemacht hat, 777 die Kosten dieses Mittels treffen«, Pie Sache liegt völ- 3-0 Mit diesem negativen Ergebnis, dass denjenigen, dem durch die Zurücknahme des Rechtsmittels seine An-Schliessung aus der Hand genommen wird, die Kosten der Anschliessung nicht auf Grund allgemeinen Kostenrechtes treffen, ist die Präge noch nicht beantwortet, ob positiv die Kostenbestimmung des § 515 Abs 3 ZPO, nach der die Zurücknahme des Rechtsmittels die Verpflichtung zur Folge hat, die durch das Rechtsmittel entstandenen Kosten zu tragen, auch die Kosten der unselb-ständigen Anschlussberufung oder Anschlussrevision c umfasst«, • b) Auch nit der Begründung, dass es eine willkürliche, d^hc eine schuldhaft willkürliche Prozessmassnahme des ilevisionsklägers sei, welche die Revisionsinstanz abschliesse und damit der Anschlussrevision jede Wirksamkeit und jeden Erfolg entziehe, lässt es sich nicht * rechtfertigen, dem Revisionskläger die Kosten der Anschlussrevision aufzuerlegen« Es gibt keinen Satz des Kostenrechts, der dies ausspräche« Eine derartige Kostenfolge aus einem an ein Verschulden des Rechtsmittelklägers anklingenden Verhalten zu entnehmen, ist dem Gesetz im allgemeinen .fremd« Pie Kostentragungspflicht einer Partei gegenüber dem Prozessgegner ist nicht an ein Verschulden geknüpft (Stein-Jonas-SchÖnke ZPO 17o Aufl Vorbem II vor § 91)° In diesem Sinne ist im Übrigen die einschlägige Rechtsprechung des Reichsgerichts nicht gemeint« Sie will nur sagen, es stehe in der Macht des Rechtsmittelklagers^ allein durch : seinen Willensentschluss die Anschliessung wirkungslos zu macheno c) Ebensowenig kann die blosse Erwägung durchgreifen, dass den Rechtsmittelkläger", der durch seine Rücknahme des Rechtsmittels dem Anschlusskläger die Weiterverfolgung der Anschliessung aus der Hand nehme, die ganze Kostenlast, auch die Kosten der Anschliessung, treffen müsse genau so wie den Berufungsbeklagten, der nach Einlegung Rer Berufung den Berufungskläger beschwerdelos stellt, worauf dieser die Berufung für erledigt erklärt« Selbst wenn man einen derartigen allgemeinen für die Erledigung der Hauptsache, gelten-! trifft eil der Anschlies|3ung bei Rücknahme des ein-echtsmittels ^übertragen« Per § 91 a ZPO Lifen völlig anderen Pall« Pie Hauptsache ist erledigt«, wenn nach übereinstimmender Erklärung der Parteien ein Ereignis die im Prozess befangenen Ansprüche gegenstandslos gemacht hat«, ohne dass bis dahin eine rechtskräftige Entscheidung ergangen wäre« Hier -entscheidet das Gericht nach §91 a ZPO nach billigem Ermessen über die Kosten, wobei auch der mutmassliche sachliche Ausgang des Rechtsstreites eine Holle spielt und zu beurteilen iste Pagegen führt die Zurücknahme' der Berufung oder Revision gerade zur Rechtskraft der Vorentscheidung« Deswegen und weil hier durch einen einseitigen formalen Akt des Rechtsmittelklägers eine sachliche Entscheidung über die Anschliessung unmöglich, gemacht wird und:eine Abschätzung ihres mutmasslichen : Erfolges sich mit der Rechtskraft der Vorentscheidung . 91 a ZPO hier nicht anwendbar« Man bewegt sich hier rein im Raume formaler Prozesshandlungen« die durch im Belieben des Rechtsmittelklägers: stehende formale' Akte eingeleitet, ermöglicht und ohne Sachentscheidung wieder hinfällig gemacht wurden« Hier wäre es unmöglich, übrigens auch im höchsten Mass unökonomisch, die■Kostenverteilung nach dem mutmasslichen sachlichen Erfolg des Rechtsmittels und der'Anschliessung vorzu-nehmen« d) Gleichwohl ist es doch richtig, die Kosten einer zulässigen unselbständigen Anschlussrevision bei Zurücknahme einer an sich statthaften und in der gesetzlichen Form und Frist eingelegten Revision vor dem Beginn der mündlichen Verhandlung dem Revisionskläger zusammen mit den Kosten der Revision aufzuerlegen« Das mag sich nicht unmittelbar aus dem nicht ganz eindeutigen Wortlaut des § 515 Abs 3 ZPO entnehmen lassen« Wohl aber sind die Kosten der unselbständigen Anschliessung den' durch die Zurücknahme des Rechtsmittels entstandenen Kosten deswegen notwendig zi^geordnet, \veil -die unselb- ständige Anschlie^sung in ihrem prozessualen Schick-sal von dem prozessualen Schicksal des Rechtsmittels völlig abhängig ist und der Rechtsmittelkläger durch die in seinem alleinigen freien Belieben stehende prozessuale Verfügung über sein Rechtsmittel zugleich frei über das prozessuale Schicksal der Anschliessung bestimmt o Der Anschlussberufungskläger ist nicht frei im Angriff wie bei der selbständigen Berufung« Die Einlegung der Berufung gab ihm erst die Möglichkeit? sich der Berufung anzuschliessen* Bei der unselbständigen Anschlussberufung entfällt im Gegensatz zu der selbständigen Anschlussberufung im Palle der Zurücknahme oder der Verwerfung der Berufung als unzulässig für den Ahschlussberufungskläger die Möglichkeit der Weiterverfolgung der Anschlussberufung vollkommen«, Mag der Anschlussberufungskläger auch seine Beschwer beseitigen oder selbst einen neuen Anspruch,mit der Anschliessung durchsetzen wollen«, so wird er doch an der Durchführung dieses seines Willens durch die freie Entschliessung ' e) Eine Einschränkung hei dieser Auferlegung der Ko ersten der unselbständigen Anschliessung ergibt sich ißi Falle der formalen Unzulässigkeit der Anschliessungo Der in § 522a Abs 3 ZPO ausdrücklich in Bezug genomene § 519h ZPO sieht somit auch die Verwerfung der Anschluss berufung als unzulässig mit der daraus sich für den Anschlussberufungskläger ergebenden Kostenlast voro Nicht.: so doch eine entsprechende Anwendung des § 515 Abs 3 ZPO wegen .der zwecklosen Herbeiführung der Kosten der freiwillig vom Anschlussberufungskläger aufgegebenen Anschlussberufung in Präge kommt (Walsmann aaO( 166)0 Berechtigterweise hat auch das Reichsgericht in dem Sonderfalle einer Verwerfung des Rechtsmittels selbst wegen anfänglicher Unzulässigkeit desselben die Kosten-der Anschliessung dem Anschliessungskläger auferlegt (ROZ 95, 121; WarnRspr-1914 Nr-171; 1915 Nr 307 = dass dann folgerichtig auch bei Verwerfung wegen nachträglicher Unzulässigkeit des nicht oder nicht ordnungsmassig begründeten Rechtsmittels sowie in dem vorliegenden Palle der,Zurücknahme des Rechtsmittels den Anschliessungskläger die Kosten der Anschliessung treffen müssten5 weil in allen diesen Pallen die Anschliessung in gleicher Weise ohne Zutun des Anschliessungsklägers hinfällig werde? v. nicht als abhängig von der eingelegte# Revision anzusehen ist9 was in einem solchen Palle'die: Belastung des Anschlussrevisionsklägers mit den Kosten der Anschliessung rechtfertigte Dass'bei sachlich erfolgloser Anschliessung die Lage e'behfalls eine andere ist und aus der Kostenpflicht des Anschlussberufungsklägers nichts gegen;die Belastung des Rechtsmittelklägers mit den Kosten der unselbständigen Anschliessung im Palle der Zurücknahme des Rechtsmittels entnommen werden kann9 bedarf keiner Hervor- ' hebungo Bei Durchführung der Berufung und der dabei erfolgenden sachlichen Prüfung und Entscheidung auch der Ansclilussberufung 'liegt auch bezüglich dieser innerhalb des Berufungsverfahrens .ein "verfahren vory: v/el- , ches kostenrechtlich die entsprechende Anwendung des: Dieselben Kostenbestimmungen müssen entsprechend angewandt werdens -v/enn der Anschlussberuf ungsklä-* W ly ger in die Zurücknahme der Berufung eihgewilligt hat und diese seine Einwilligung zur Y/irksamkeit der Zurück-r nähme notwendig war, was auch bei einer den Kostenpunkt nicht regelnden vergleichsweisen Rücknahme Vorkommen v-vw kann9 und so selbst mitwirkt9 seine unselbständige Anschlussberufung zu Pall zu bringen0 Auch hier fehlt es an einer Abhängigkeit der Anschliessung von dem eingelegten Rechtsmittel, weil $er der im notwendigen Ein- fung unselbständig angeschlossen hat<> Es kann keinen Unterschied machen, ob der Berufungsbeklagte nicht durch die Berufung des Gegners, sondern durch seine eigene Prozessführung zu der Geltendmachung des neuen Anspruches erst im Y/ege der Anschlussberufung veranlasst worden ist, und ob er ein selbständiges, vom Bestand des angefochtenen Urteils unabhängiges Interesse "an der Durchführung der Anschlussberufung gehabt hat,.wie das Oberlandesgericht Schleswig meint (HJW 195.0, 230 Nr 13) <> Entscheidend muss immer der Umstand bleiben, ob die Anschliessung derart von dem Rechtsmittel abhängig ist, dass der Rechtsmittelkläger sie durch die freie Verfügung über sein eigenes Rechtsmittel hinfällig machen kanno Auch in diesem Falle v/ird durch die Willensentschliessung des Berufungsklägers die Durchführung des einheitlichen Berufungsverfahrens, das auch hier nicht in zwei verschiedene Prozessführungen der Berufung und der Anschlussberufung zerfällt, verhindert0 Darum bleibt die Abhängigkeit der undurchführbar gewordenen Anschlussberufung von der zurückgenommenen Berufung bestehen« Umgekehrt bestünde bei Durchführung der Berufung und obsiegendem Urteil des Anschlussberufungsklägers wegen seines neuen Anspruchs auf Grund neuen Vorbringens kein Hindernis, diesem in entsprechender Anwendung des § 97’Abs 2 ZPO die Kosten der Anschliessung ganz oder teilweise aufzuerlegen«, selbst wenn die Anschliessung sachlich unbegründet sei oder wenn trotz ihrer Aussichtslosigkeit die mit ihr verfolgten Ansprüche so hoch gestellt würden, um einen, Druck auf den Rechtsmittelkläger auszuüben, dass dieser das Rechtsmittel zurücknehme, um nicht auch die hohen Kosten der Anschliessung tragen zu müssen, können bei richtiger Beurteilung der Verhältnisse nicht durch-greifen«, Bei der Zurücknahme des Rechtsmittels ist allein die Tatsache der Zurücknahme für die Kostenpflieht entscheidende Eine sachliche Prüfung der Begründetheit des Rechtsmittels kann nicht erfolgen«, Ebensowenig ist die Möglichkeit einer solchen Nachprüfung bei der durch die Zurücknahme des Rechtsmittels wirkungslos gewordenen Anschliessung gegeben«, Biese Folgen können auch dem Rechtsmittelkläger gegenüber, der häufig erst durch die Einlegung des Rechtsmittels dem Gegner Veranlassung geben 'mag, sich bei dem Urteil nicht zu beruhigen und sich dem Rechtsmittel anzuschliessen, nicht als unbillig bezeichnet werden, weil es ja stets von seiner Bnt-schliessung abhängt, ob sie eintreten«, Die Gründe, welche den Reclitsmittelkläger zur Zurücknahme des Rechtsmittels veranlassen, sind für die Kostenent-.. die sich mit dem Pall der Kosten der Vorbereitung einer erst beabsichtigten' und nach damaligem Recht in der mündlichen Verhandlung zu erklärenden Anschlussberufung befasst, hinweisend Wenn bei der Entstehung der heute in § 515 Abs 1 ZPO enthaltenen Bestimmung, dass die Zurücknahme der Berufung ohne Einwilligung des Berufungsbeklagten nur bis zu dem Beginn der mündlichen Verhandlung des Berufungsbeklagten zulässig istj -betont worden ist? dem dem Berufungsbeklagten eingeräumten Recht der Anschlussberufung in Wechselbeziehung stehe«, um das An-schliessungsrecht nicht zu entwerten (Hahn aaO 710)s so ergibt sich daraus bei der inhaltlich unverändert gebliebenen Kostenregelung des § 515 Abs 3 ZPO für die Beurteilung der Präge der Kosten der unselbständigen Anschliessung nichts«, Ob die Beschränkung der Rücknahme heute richtiger an die Einreichung der Anschluss-.berufungsschrift anstatt an den Beginn der mündlichen Verhandlung zu knüpfen wäre, ist hier ebenso bedeutungslos und nicht zu erörtern«.