BGH · BLw 6/91 vom 20.06.1991
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Juni 1989 verkaufte die Beteiligte zu 2 den landwirtschaftlichen Betrieb "Ram-heckhof" in S^m^ zu dem Preis von 550.000 DM an den Beteiligten zu 1. Juni 1989 verkaufte die Beteiligte zu 2 den landwirtschaftlichen Betrieb in zu dem Preis von 550.000 DM an den Beteiligten zu 1.3 Da der Betrieb dem siedlungsrechti-chen Vorkaufsrecht nach § 4 RSG unterliegt, verlängerte die Kreisverwaltung mit Bescheid vom 28. auch ohne die Ausübung dieses Vorkaufsrechtes hätte den beiden Verträgen die Genehmigung nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 GrdstVG versagt werden müssen. April 1990 rechtkräftig festgestellt hatte, daß das siedlungsrechtliche Vorkaufsrecht nicht wirksam ausgeübt worden sei, hat das Landwirtschaftsgericht die Genehmigung des Kaufvertrages nach dem Grundstückverkehrsgesetz mit der Begründung versagt, die Veräußerung an den Beteiligten zu 1 widerspreche Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur. Mit der Rechtsbeschwerde begehrt der Beteiligte zu 1 die Feststellung, daß die Genehmigung zu den Verträgen vom 19. Das Beschwerdegericht hat die Auffassung vertreten, eine Genehmigungsfiktion nach § 6 Abs. 2 GrdstVG liege nicht vor, da die Genehmigung innerhalb der nach § 6 Abs. 1 Satz 3 letzter Satzteil GrdstVG wirksam auf drei Monate verlängerten Entscheidungsfrist versagt worden sei. Zwar habe sich später aufgrund des Urteils des Landgerichts Koblenz herausgestellt, daß das der Beteiligten zu 3 zustehende Vorkaufsrecht nicht wirksam ausgeübt worden sei. Dies habe aber der Fristverlängerung für die Entscheidung über den Genehmigungsantrag auf drei Monate nicht entgegengestanden. Da die Rechtsbeschwerde vom Oberlandesgericht nicht zugelassen ist (§ 24 Abs. 1 LwVG) und es sich auch nicht um die Unzulässigkeit der sofortigen Beschwerde handelt (§ 24 Abs. 2 Nr. 2 LwVG), wäre das Rechtsmittel nur zulässig, wenn das Beschwerdegericht von einer in der Rechtsbeschwerdebegründung angeführten Entscheidung eines der in § 24 Abs. 2 Nr. 1 LwVG bezeichne ten Gerichte oder des Bundesverfassungsgerichts abgewichen wäre und der angefochtene Beschluß auf der Abweichung beruhte. Eine Abweichung ist nur dann anzunehmen, wenn das Beschwerdegericht eine bestimmte Rechtsfrage abweichend von dem tragenden Rechtssatz einer solchen Vergleichsentscheidung beantwortet hat. 1. im Falle der Veräußerung eines dem siedlungsrechtlichen Vorkaufsrecht unterliegenden landwirtschaftlichen Betriebes die in § 6 Abs. 1 GrdstVG geregelte Entscheidungsfrist auch dann wirksam auf drei Monate verlängert werden kann, wenn sich später die unwirksame Ausübung des Vorkaufsrechts herausstellt, und 2. die Entscheidung über die Zurückweisung von Einwendungen gegen ein siedlungsrechtliches Vorkaufsrecht im Falle der nicht wirksamen Ausübung des Vorkaufsrechts zugleich die Versagung der Genehmigung nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 LwVG enthält. V BLw 22/80 (AgrarR 1982, 207) befaßt sich nur mit der Frage, ob die zuständige Behörde noch während des landwirtschaftsgerichtlichen Verfahrens eine zuvor versagte Genehmigung nachträglich erteilen kann. Das Beschwerdegericht hat auch nicht in Frage gestellt, daß der Ablehnungsbescheid der Behörde ein Verwaltungsakt ist. Februar 1979, V BLw 3/78 (NJW 1979, 2609), befaßt sich mit der Frage, ob die Genehmigungsfiktion des § 6 Abs. 2 GrdstVG auch dann eintritt, wenn die zuständige Behörde innerhalb der Frist den Bescheid über die Versagung der Genehmigung nur dem Käufer, aber nicht dem Verkäufer mitteilt. Juli 1979 (Nds. Rpfl 1979, 264) befassen sich nur mit der Rechtsfrage, ob die Genehmigungsfiktion dann eintritt oder nicht eintritt, wenn innerhalb der Entscheidungsfrist zwar keine Erklärung des Siedlungsunternehmens über die Ausübung des Vorkaufsrechts vorliegt, die Genehmigungsbehörde dessen ungeachtet aber innerhalb der Frist eine "hypothetische" Versagung ausspricht. Hierzu stellt der angefochtene Beschluß ebenfalls keinen Rechtssatz auf.d) Das Beschwerdegericht hat im Zusammenhang mit der Erörterung des § 9 Abs. 5 GrdstVG auch keinen von der Senatsentscheidung vom 7. Das Beschwerdegericht geht von der Veräußerung eines "landwirtschaftlichen Betriebes" aus, bei dem auch im Falle der Nichtausübung des Vorkaufsrechts nach § 9 Abs. 5 GrdstVG eine Versagung der Genehmigung nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 GrdstVG erfolgen darf.Die Vergleichsentscheidung betraf einen solchen Fall nicht Fehlt es damit an der Aufstellung entscheidungserheblicher und von den angegebenen Vergleichsentscheidungen ab weichender Rechtssätze, so muß die Rechtsbeschwerde ohne sachliche Überprüfung als unzulässig verworfen werden.