BGH · BLw 24/93 vom 09.06.1993
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
in der Landwirtschaftssache betreffend die Abfindung eines LPG-Mitglieds Beteiligte: Auf die Rechtsbeschwerde der Beteiligten zu 2 wird der Beschluß des Amtsgerichts - Landwirtschaftsgericht - Schwerin vom 10. Januar 1991 die Beendigung der Mitgliedschaft zu dem Jahresanfang. Der Beteiligte zu 1 verlangt die Rückzahlung der noch nicht erstatteten Hälfte seines Inventarbeitrages von 5.720 Mark, d.h. 2.860 DM, eine Vergütung für die Bodennutzung in Höhe von 24.984,96 DM, die Verzinsung des Inventarbeitrages in Höhe von 4.804,80 DM sowie unter Bezugnahme auf einen entsprechenden Beschluß der Beteiligten zu 2 vom 21. Abgesehen davon, daß § 40 Abs. 1 Satz 2 LwAnpG a.F. Schon von seinen Voraussetzungen her vorliegend nicht in Betracht kommt (Beendigung der Mitgliedschaft "im Zusammenhang mit der Umwandlung") und für einen Anspruch nach § 44 Abs. 2 LwAnpG a.F. ein entsprechender bestätigter Jahresabschlußbericht (§ 49 Abs. 1 LwAnpG a.F.) nicht festgestellt ist, kann auf diese Bestimmungen nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Landwirtschaftsanpassungsgesetzes vom 3. Ob und inwieweit dem Beteiligten zu 1 aus seiner Mitgliedschaft bei der Rechtsvorgängerin der Beteiligten zu 2 ein Abfindungsanspruch zusteht, richtet sich vielmehr ausschließlich nach §§ 51 a Abs.1, Dies begegnet, wie der Senat bereits entschieden hat (aaO), jedenfalls für den Fall keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, daß die LPG aufgrund der alten Fassung über die Abfindung ausgeschiedener Mitglieder noch keinen Beschluß - wirksam - gefaßt hatte, der das Mitglied günstiger stellte als die Neuregelung. Soweit die Mitgliederversammlung darüber hinaus beschlossen hat, den Inventarbeitrag nur im Verhältnis 2:1 auszuzahlen, gehört der Beteiligte zu 1 nicht zu dem Personenkreis, der von dem Beschluß erfaßt sein sollte, und hat schon aus diesem Grund für ihn keine Wirkung entfaltet. Im übrigen sind Ansprüche auf Rückzahlung von Inventarbeiträgen im Rahmen der einem ausgeschiedenen Mitglied zustehenden Abfindung nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 LwAnpG grundsätzlich im Verhältnis 1:1 zu erfüllen (Schweizer, DtZ 1991, 279, 281) . Nach alledem ist die angefochtene Entscheidung aufzuheben und die Sache zur Prüfung der tatbestandsmäßigen Voraussetzungen eines Abfindungsanspruchs nach § 44 Abs. 1 LwAnpG n.F. an das Landwirtschaftsgericht zurückzuverweisen.