BGH · AnwZ (B) 7/62
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Antragsteller und Beschwerdegegner, hat der Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, am 25o Juni 1962 unter Mitwirkung des Präsidenten des Bundesgerichtshofs Dr. Heusinger, der Rechtsanwälte Heins, Dr. Greuner, Dr. Wedesweiler sowie der Bundesrichter Kirchhof, Dr. Spengler und Dr. Vogt nach mündlicher Verhandlung beschlossen; Der Antragsteller war nach Bestehen der ersten und zweiten juristischen Staatsprüfung und der Ableistung des anwaltlichen Probedienstes vom 22* Juli 1957 ab zur Hechtsanwaltschaft bei den Landgerichten München I und II und dem Amts_ gericht in München zugelassen» Diese Zulassung gab er im November 1958 auf, da er noch in einem Angeste11tenverhält-nis tätig und diese Tätigkeit nach der damaligen BayeroRA0 nicht mit seiner Zulassung zu vereinbaren war* Am 18* und 20* November 1959 wurde er in den Hechtsanwaltslisten der genannten Gerichte gelöschto Nunmehr betreibt er seine Wiederzulassung bei denselben Gerichteno Der Vorstand der Beschwerdeführerin erstattete am 28o November 1959 ein Gutachten dahin, daß der Versagungsgrund des § 7 Nr» 8 BRAO gegeben sei, weil der Antragsteller bei der AG HfHHi als Schadensregulierer arbeite und er diese Tätigkeit fortsetzen wolle» Nachdem der Antragsteller rechtzeitig gemäß § 9 Abs» 2 BRAO gerichtliche Entscheidung beantragt hatte, stellte der Ehrengerichtshof auf Grund der mündlichen Verhandlung vom 3» Oktober 1961 durch Beschluß fest, daß der Versagungsgrund des § 7 Nr0 8 BRAO nicht vorliege o Gegen diesen Beschluß richtet sich die sofortige Beschwerde der Antragsgegnerino Der Antragsteller arbeitet bei der Bezirksdirektion Diese umfaßt die Gebiete Ober- und Niederbayern und einen Teil Schwabens» Der Antragsteller hat keine Prokura oder Handlungsvollmacht, darf aber zusammen mit einem anderen in bestimmten Fällen Unterschriften leisten» Sein Gehalt beträgt monatlich 1 100 DM brutto, dazu kommt ein 13» Monatsgehalt. Ob die sonstigen Voraussetzungen für die Zulassung gegeben sind, insbesondere der Antragsteller rechtlich und tatsächlich in der Lage ist, den Beruf eines Hechtsanwalts in einem nicht unerheblichen Umfange auszuüben, und er nicht etwa Schadensregulierer ist, braucht hier nicht entschieden zu werden; denn der Zulassung steht entgegen, daß er keine für die Zulassung erforderliche gehobene Stellung im Sinne der Rechtsprechung des Senats hat (BGHZ 33, 272, 276; 35, 119; Beschluß vom 220 Januar 1962 - AnwZ (B) 37/61 )» Wenn dafür auch keine Spitzenstellung gefordert wird, genügt doch eine Tätigkeit nicht, die nach Bedeutung und Verantwortung noch als untergeordnet zu bezeichnen ist» Hier fehlen die Merkmale einer gehobenen Stellung» Der Antragsteller hat nur mit verhältnismäßig geringwertigen Sachen zu tun» Das zeigt auch der Umstand, daß er mit einem Abteilungsleiter denselben Arbeitsraum teilt» Im Rahmen einer Bezirksdirektion, die in der Bundesrepublik nicht zu den großen Versicherungsgesell- ^ schäften gehört, wird er mit vielerlei anfallenden Sachen beschäftigt» Dabei untersteht er Abteilungsleitern, die ihm die einzelnen Angelegenheiten zuteilen können, weiter dem Direktor Dr» und dessen Vertreter, einem Bürovorste- her» Diese unterstehen wiederum der Direktion und deren Abteilungen in Hamburg, die ihrerseits dem Vorstand untergeordnet ist» Die verhältnismäßig untergeordnete Stellung wird insbesondere dadurch hervorgehoben, daß er personalmäßig einem Bürovorsteher unterstellt ist»