BGH · AnwSt (B) 12/62
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
hat der Bundesgerichtshof9 Senat für AnwaltsSachen, in der Sitzung vom Io Oktober 1962 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Glanzmann, der Rechtsanwälte Br« Greuner, Dr» Bix, Dr« habil« Merkel, sowie der Bundesrichter Kirchhof, Br« Spengler und Br« Vogt einstimmig beschlossen! Bie Beschwerde des Beschuldigten gegen die Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des 2« Senats des Ehrengerichtshofs für Rechtsanwälte des Landes Nordrhein-Westfalen in Hamm (Westf«) vom 24« Januar 1962 wird zurückgewi e sen« Da die Beschwerde einstimmig zurückgewiesen worden ist, bedarf der Beschluß gemäß § 145 Ab3« 5 Satz 2 BRAO keiner Begründung« ~ 3 - EGH BrZ Bd® I So 66, 68; 132, 133 und Bayer® EGH für Rechtsanwälte Bd» II So 150, 156) o Ebenso hat der Ehrengerichtshof in der vorliegenden Sache , im Urteil vom 24® Januar 1962 die Richtlinien nicht als gesetzliche Bestimmung angewendet; vielmehr hat er den Sachverhalt selbständig geprüft und sich auf Grund dieser selbständigen Prüfung der in den Richtlinien vertretenen Auffassung an-gcschlosseno Es ist auch keine Präge von grundsätzlicher Bedeutung, ob die Verwendung unbestimmter, wertausfüllender Begriffe, wie dies durch die Aufstellung einer Generalklausel in den §§ 35, 79 RAO BrZ und in den §§43, 113 BRAO geschehen ist, deren genaue Bedeutung erst durch die Rechtsprechung fostgelegt werden muß, gegen Art« 103 Abs» 2 GG verstößto Denn die Beantwortung dieser Präge ist selbstverständlich (vgl® BGHSt 17, 21, 27)o Pür Disziplinarstrafen und ihnen gleichzustellende ehrengerichtliche Strafen ist die Aufstellung von Generalklauseln unvermeidbar, da sich aus der Natur der Sache ergibt, daß nicht durch Aufstellung spezieller Tatbestände alle Verstöße gegen die Standesehre erfaßt werden können® Ebenso wie für die Disziplinarstrafen beschränkt □ich die Wirkung des Art® 103 Abs® 2 GG auf das Verbot der Rückwirkung strafschärfender Gesetze (BGHSt 15, 227) sowie der Anwendung des Standesstrafrechts auf Taten, die der Täter vor der Zugehörigkeit zu der Standesgeraeinschaft begangen hat® Pür das Disziplinärstrafrecht entspricht dies anerkannter Rechtsansicht (Sax, Grundsätze der Strafrechtspflege, in Bettermann-Nipperdey-Scheuner, Die Grundrechte Bd® III 2 So 999 Pußnote 280; Pischbach, Bundesbeamtengesetz 2® Aufl® Vorbem® 1 a zu § 77 S® 527; Behnke, Bundeo-disziplinarOrdnung (1954) S® 95; Maunz-Dürig, Anm® II 4 c zu Art® 103 GG S® 103,BDH 2, 59, 75 * DÖV 1956, 760;